Kiezmagazin fürs Brandenburgische Viertel in Eberswalde


Kiez-Termine

Dienstag, 12. Dezember ab 14 Uhr
Weihnachtsfeier im Dietrich-Bonhoeffer-Haus für Kinder, Familien, Senioren und Flüchtlinge. Für die Kinder kommt die Clownin "Nine Mond", Potsdamer Allee 35. Weitere Infos

Freitag, 15. Dezember, 15-18 Uhr:
Repair Café im WBG-Vereinshaus, Havellandstr. 15, weitere Info

Sonntag, 17. Dezember 14-18 Uhr
15. Weihnachtsmarkt im Kiez
Der Weihnachtsmann lädt auch dieses Jahr wieder Jung und Alt zum Weihnachtsmarkt auf den Potsdamer Platz. Mit Musik, weihnachtlichen Köstlichkeiten und gemütlichem Beisammensein beim Stockbrotbacken. Tel. 03334 - 38 48 10, Quartiersmanagement – Stadtteilbüro.

Eltern-Kind-Zentrum:
Mütter-Fitness-Gruppe
montags, 9.30 Uhr
SV Motor Turnhalle, Potsdamer Str. 37
Krabbelgruppe Mi 9.30 - 11 Uhr
Dietrich-Bonhoeffer-Haus
Potsdamer Str. 35

WBG-Vereinshaus:
Havellandstr. 15
Sportgruppe @ H15 Mo 18.30-20 Uhr
Offene Nähwerkstatt Mi 10-13 Uhr
Six-to-Zero, Treffpunkt für alle Technikbegeisterten. Fr 18-0.30 Uhr
Hebewerk e.V. im H15


WBG-Freizeitschiff: Prignitzer Str. 48, Ivonne Führlich, 0173 / 740 44 78
Sozialberatung Mo 9 Uhr
Romme, Skat ... Mo 14 Uhr
Nähen mit Anleitung Di 14 Uhr
Die Malweiber Di 17 Uhr
English-Lessons Mi 14 Uhr
Handarbeitstreffen Do 13 Uhr

Kulturbund Klub "Heinrich Mann" Cottbuser Str. 5a (hier mehr):
Foto-Club 12.12., 18.30 Uhr
Handarbeiten 14.12., 14 Uhr
Malzirkel 7./21.12., 14 Uhr
Klöppelgruppe 18.12., 14 Uhr
Fachgr. Ornithologie, 19.12., 18.30 Uhr

Bürgerinitiative
»Radwege in Eberswalde«

Neuigkeiten
Sammelstellen

MAXE-Volltextsuche:
Kontakt zur

15. Kiezweihnachtsmarkt am 17. Dezember, 14 bis 18 Uhr:
Von Weihnachten auf dem Markt zum Advent im Kiez

maxe. Am zweiten Adventssonntag schloß laut Presse »einer der schönsten Adventsmärkte in Brandenburg« auf dem Eberswalder Marktplatz seine Pforten. Wer von Glühwein, Bratwurst und stimmungsvollen Songs nicht genug bekommen kann, der kommt am dritten Adventssonntag im Brandenburgischen Viertel auf seine Kosten. Von 14 bis 18 Uhr findet der traditionelle Weihnachtsmarkt zum 15. Mal auf dem Potsdamer Platz statt.

Wie die Pressestelle der Stadtverwaltung mitteilt, wird der beliebte Markt gemeinsam durch Bürgermeister Friedhelm Boginski, Väterchen Frost und dem Weihnachtsmann eröffnet. Traditionell wird eine Stolle angeschnitten. Die meisten Angebote des Kiez-Weihnachtsmarktes werden von Vereinen aus dem Viertel erbracht. So wird es Handwerkskunst, einen Mitmachzirkus und natürlich viele weihnachtliche Leckereien geben. Träger des Kiez-Weihnachtsmarktes ist wie schon in den Vorjahren die Bildungseinrichtung Buckow e.V.

Einen Tag vorher, am Sonnabend, dem 16 Dezember, öffnet um 13 Uhr der Weihnachtsmarkt im Nachbarortsteil Finow. Bis 19 Uhr können sich die Besucher auf weihnachtliche Leckereien, Kultur und den Weihnachtsmann freuen, so Viktor Jede vom Stadtteilverein Finow, der den Markt organisiert. Um 18 Uhr findet die traditionelle Tombola statt, als Glücksfee agiert wie in den Vorjahren der Bürgermeister Friedhelm Boginski, der selbst in Finow wohnt. Der Finower Weihnachtsmarkt findet auf dem Festplatz des Stadtteilvereins am Schwanenteich statt.

(11. Dezember 2017)




Eine Komplettfällung der einst geschlossenen Baumreihe in der Prenzlauer Straße konnte Anfang 2017 abgewendet werden. Für eine mehrjährige Übergangsperiode, so die Vereinbarung, sollten einige Altbäume noch stehen bleiben, um der Vogelwelt eine Art Übergang zu bieten, bis die Neupflanzungen soweit herangewachsen sind, daß sie die Funktion der Altbäume übernehmen können.

Anwärter für die »Goldene Kettensäge«?
»Starkast-Entfernung«

Am Anfang der vorletzten Novemberwoche stellten Mitarbeiter des städtischen Bauhofes Halteverbotsschilder in der Prenzlauer Straße auf. Es würden »Baumfällarbeiten« stattfinden, war dem Zusatzschild zu entnehmen. Der befragte Bauhofmitarbeiter wußte nichts genaues: »Wir haben nur den Auftrag, die Schilder aufzustellen«.

Schon Anfang 2017 stand in der Prenzlauer Straße die Fällung des gesamten Altbaumbestandes auf dem Plan. Die Eschen-Ahorne waren vor etwa 35 Jahren beim Bau des Wohngebiets gepflanzt worden. Ihr natürliches Alter von bis zu 50 Jahren ist fast erreicht. Die Baumreihe in der Prenzlauer Straße sah entsprechend aus. Neben Lücken und Bäumen mit hohem Totholzanteil gab es aber auch noch viele vitale Exemplare. Nach Gesprächen mit Anwohnern ließ die zuständige Stadtverwaltungsmitarbeiterin Christin Zierach von ihrem Ansinnen der Komplettfällung ab. Die Fällung im Februar 2017 beschränkte sich auf die Hälfte des damals noch vorhandenen Bestandes.

Dadurch blieben einige Altbäume stehen und ermöglichen für die Vogelwelt eine Art Übergang, bis die Neupflanzungen soweit herangewachsen sind, daß sie die Funktion der Altbäume übernehmen können. Das wird gewiß noch einige Jahre dauern.

Die nun aufgestellten Warnschilder ließen die Alarmglocken klingeln. Eine Nachfrage bei Christin Zierach suggerierte jedoch Entwarnung. »Wir entfernen nur einen angebrochenen Starkast«, teilte sie am Morgen des 23. Novembers mit.

Eine Stunde später rückte das Sägekommando vom städtischen Bauhof an. Den Arbeitern war die Einschränkung offensichtlich nicht mitgeteilt worden. Vielleicht hatten sie auch bloß eine besondere Vorstellung vom Begriff »Starkast«. Jedenfalls setzten sie die Säge unmittelbar über dem Boden an.

Eine Stellungnahme seitens der Stadtverwaltung gab es trotz Nachfrage nicht.

Gerd Markmann – 3. Dezember 2017

Siehe auch: hier


Anmerkung: Die »Goldene Kettensäge« ist ein Negativpreis, den der Barnimer Baumschutzstammtisch vor einigen Jahren an besonders »verdiente« im öffentlichen Dienst stehenden Baumfällaktivisten verliehen hatte.





Als es mit dem Projekt »Boxenstopp« etwas zu feiern gab, war die städtische Prominenz zur Stelle. Nun geht es darum, daß das Projekt weitergeführt werden kann, wozu ein Griff in die Stadtkasse notwendig ist. Boxenstopp weiterführen

Fraktion »DIE LINKE« beantragt Finanzierung
aus dem Stadthaushalt

maxe. »Die Stadtverordnetenversammlung beauftragt den Bürgermeister, Mittel zur Weiterführung des Projektes Boxenstopp bereitzustellen.« So lautet der Beschlußtext der Eberswalder Linksfraktion, den sie zur Stadtverordnetenversammlung am 14. Dezember eingereicht haben.

Das Projekt Boxenstopp, begründen die Linken ihren Vorschlag, sei über die Grenzen der Stadt hinaus ein anerkanntes Projekt, das Kinder zu Toleranz, Gewaltfreiheit und demokratischem Handeln erzieht. Das Land hat die bisherige Finanzierung eingestellt, weil das Projekt fast ausschließlich an der Schwärzesee-Schule agiert. Aufgrund der fehlenden Förderung kann der Träger die Kosten i. H. v. 50.000 Euro jährlich künftig nicht mehr aufbringen.

»Da sich die Situation im Brandenburgischen Viertel und damit an der Schwärzesee-Schule aber prognostisch insbesondere durch die erfolgte Ansiedlung von Migranten eher zuspitzen wird«, so die Einreicherfraktion, »scheint die Weiterführung des Projektes geboten«.

Die von der Verwaltung vorgeschlagene Variante, die beiden Sozialpädagogen an der Schule könnten ebenfalls Anti-Aggressionskurse anbieten, erscheint den Linken unrealistisch, »da diese bereits jetzt mit ihren Aufgaben vollumfänglich ausgelastet sind. Neben der halben Stelle für den Projektleiter fehlen auch die sächlichen Mittel um das Projekt fortzuführen. Daher scheint es unerläßlich, die Finanzierung zunächst über städtische Mittel sicherzustellen.«

Die Gelegenheit scheint günstig, da die Stadtverwaltung ohnehin mittels Nachtragshaushalt neben mehreren Höhergruppierungen auch erneut zusätzliche Personalstellen schaffen will. Neben 9 Erzieherstellen (32-Wochenstunden-Teilzeit) sollen 6 neue Vollzeitstellen im Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft, für eine Referentenstelle für Teilhabe und Integration sowie im Bauhof entstehen. Ähnliche Stellenplanausweitungen gab es bereits im April 2016 und im März 2017.

(2. Eezember 2017)

Siehe auch: »Neuer Boxenstopp-Schülerclub« und »10 Jahre Boxenstopp«


Grundschule Schwärzesee, Kyritzer Straße 29, 16227 Eberswalde
Telefon: 03334 32025 · Telefax: 03334 356415
eMail:
Internet: (www.grundschule-schwaerzesee.de)



Der hölzene Kater ist der Namensgeber für die Kindertagesstätte »Gestiefelter Kater« in der Schorfheidestraße. Diese städtische Kita ist am Förderprogramm »Kiez-Kita – Bildungschancen eröffnen« beteiligt. Kiez-Kita –
Bildungschancen eröffnen

maxe. Unter dieser Überschrift hat das Land Brandenburg ein Förderprogramm für die Jahre 2018 bis 2020 aufgelegt. Demnach haben die Landkreise die Möglichkeit, sich mit einem inhaltlichen Konzept zu bewerben. Der Landkreis Barnim hat bereits am 4. Oktober 2017 der Eberswalder Stadtverwaltung schriftlich mitgeteilt, daß er einen entsprechenden Antrag beim Land Brandenburg stellen wird.

Das Programm soll gemäß der Zielstellung im Rahmen der Bildungsinitiative Barnim und der Beschlüsse des Kreistages genutzt werden, um Bildungschancen zu verbessern. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der pädagogischen Ansätze und Konzepte der beteiligten Kindertagesstätten und deren Umsetzung in der Praxis, um den Folgen sozialer Benachteiligungen zu begegnen.

Während des Förderzeitraumes sollen die vorhandenen pädagogischen Konzepte, die Rahmenbedingungen und die fachliche Kompetenz in der pädagogischen Arbeit weiterentwickelt werden.

Die Stadt Eberswalde ist selbst Trägerin von Kindereinrichtungen mit einem hohen Anteil an sozial Benachteiligten sowie mit einem hohen Anteil von Familien mit Migrationshintergrund. Das Amt für Bildung, Jugend und Sport möchte sich daher mit dem Hort »Kinderinsel« sowie den Kitas »Gestiefelter Kater«, »Pusteblume« und »Sonnenschein« an dem Kiez-Kita-Programm beteiligen.

Mit Einrichtungen anderer Träger soll mit Schwerpunkt Brandenburgisches Viertel ein Kooperationsverbund eingegangen werden. Das Land stellt pro Einrichtungen 49.900 Euro zur Verfügung, die für Personal- oder Sachkosten verwendet werden können. In den städtischen Einrichtungen besteht Bedarf insbesondere an Unterstützung durch Sozialarbeiter und Heilpädagogen.

Für die drei städtischen Kitas und den Hort werden vier projektbezogene und bis Ende 2020 befristete Erzieherstellen (0,8-Vollzeitstellen) neu geschaffen. Das sollen die Eberswalder Stadtverordneten im Dezember per Nachtragshaushalt beschließen.

(2. Dezember 2017)




Nikolaus und Weihnachtsmann

Am Mittwoch, den 6. Dezember, lädt die Kita Arche Noah von 14 bis 17 Uhr zum Nikolausfest ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus in der Potsdamer Allee 35 ein. Anschließend wird bei einem zünftigen Lagerfeuer gegrillt.

Am folgenden Dienstag, dem 12. Dezember, veranstaltet das Team vom Dietrich-Bonhoeffer-Haus eine Weihnachtsfeier für Kinder, Familien, Senioren und Flüchtlinge. Beginn ist 14 Uhr. Speziell für die Kinder hat sich die Clownin "Nine Mond" angesagt. Viel Spaß und Überraschungen sind garantiert.

Am 17. Dezember ist Dritter Adwent - und, wie bekannt, der große Kiez-Weihnachtsmarkt auf dem Potsdamer Platz. Wir vom Bonhoefferhaus sind natürlich dabei. An unserem Stand gibt es u.a. für wenig Geld Leberkäse im Brot und Schokoäpfel.

Jörg Renell – 30. November 2017


Dietrich-Bonhoeffer-Haus · Potsdamer Allee 35 · 16227 Eberswalde
Tel: 03334/383930 · Fax: 03334/383931
eMail: j.renell@kirche-barnim.de




Marktplatz im Kiez
Die Marktfrau am Obst- und Gemüsestand des Spargelhofes Giese aus Tempelfelde tütet gerade Oderbruchtomaten für einen Kunden ein. Mittwochs ist immer Markttag auf dem Potsdamer Platz und nicht nur Obst und Gemüse gibt es zu kaufen, sondern auch Fisch, Fleisch und Wurst, Schuhe, Kleidung und 1000 kleine Dinge.



Wie sähen unsere Straßen aus, ohne Autos? Würden wir uns fremd vorkommen in der eigenen Stadt? Oder gewöhnt man sich an alles?

Die autogerechte Gesellschaft

Warum sich Deutschland vom Land der Autobahnen zum Land der Innovation und der Nachhaltigkeit entwickeln muss

Frage Nr. 1 bei einer Bewerbung: "Haben Sie einen Führerschein?" Die Fähigkeit, eine Blechkarosse auf vier Gummirädern durch verstopfte Straßen zu steuern, ist schon mal ein K.O.-Kriterium für die Karriere. Aber nicht nur der reine Schein wird verlangt. Nein, man muß auf Wohl und Wehe seiner Anstellung sich bereit zeigen, 150 km täglich zur Arbeitsstelle zu fahren. Und als Spezialist bitteschön zweimal die Woche durch ganz Deutschland zu kutschieren - natürlich mit dem eigenen PKW! Für solche Aktionen braucht man entsprechend PS und Komfort.

Die Mobilitätsanforderungen der heutigen Arbeitgeber erzwingen einen Lebensstil, der mit Nachhaltigkeit und Verantwortung gegenüber der Umwelt nichts, aber auch gar nichts zu tun hat. Zudem begünstigt der schleichende Niedergang des Öffentlichen Nahverkehrs - man denke nur an die Ausdünnung der Buslinien und an das Baustellen-Chaos bei der Deutschen Bahn - den beschleunigten Umstieg vieler Arbeitnehmer auf das eigene Gefährt. Dreimal wegen einer Zugverspätung die Arbeitszeit nicht eingehalten, das kann sich heutzutage keiner mehr leisten.

Der Verkehr wächst auf den Straßen. Der Lärm, die Abgase und die verschwendete Lebenszeit in endlosen Staus nehmen zu. Die wenigen Busse können in den verstopften Straßen ihre Fahrpläne nicht mehr einhalten, was zu Frust bei den Fahrgästen führt und zu noch mehr Abwanderung in den Individualverkehr. Es ist ein Teufelskreis, aus dem man nur sehr schwer wieder herauskommt. Was kann man tun?

Deutschland tut sich schwer damit, die privilegierte Stellung des PKW anzugreifen. Und das liegt nicht nur an der in diesem Land besonders starken Autoindustrie und den Millionen Arbeitsplätzen, die daran hängen. Der Wagen ist den Deutschen so sehr in Fleisch und Blut hineingewachsen, daß "ohne" es eine Katastrophe wäre. Wie käme man dann zur Arbeit? Wer führe die Kinder zum Training? Wie machte man den großen Wochenendeinkauf? Wie käme man im Urlaub auf den Campingplatz? Wie könnte man noch Tante Anna in Klein-Poselwitz besuchen? Das ist einfach: UNVORSTELLBAR!

Ein "UNMÖGLICH" gibt es aber nicht im Leben. So wie unsere Vorfahren noch beim Scheine einer Öllampe ihre abendlichen Verrichtungen durchführten, und zum "Geschäft" hinaus auf den Hof gingen, nichtsahnend, daß in 150 Jahren in jedem Zimmer elektrisches Licht leuchtet und ein rauschendes Keramikbecken gewisse Dinge in ein unterirdisches Labyrinth spült, genauso wenig können es sich heutige Menschen vorstellen, eines Tages ohne das Familienauto auszukommen, das einem in vielerlei Hinsicht treue Dienste leistet. Wie kann der Fortschritt also aussehen?

Die Lösung dieses Problems ist schicksalhaft. Die Geschichte der Menschheit zeigt klar auf: etliche Kulturen sind verschwunden, weil Raubbau an der Umwelt begangen wurde und die Lebensgrundlagen wegbrachen. Aber nicht nur chemische und biologische Ressourcen frißt die Autogesellschaft auf, es sind auch psychische Ressourcen, die das Auto zerstört: Vom Lärm, vom Gestank und den Staus abgesehen - ständig muß man auf den Verkehr achten, auf den Vordermann, den Hintermann, auf die Vorfahrt, auf die Tankanzeige, auf die Witterung, auf den Scheinwerfer, auf die Kurven, auf die Verkehrsschilder und auf die Blitzer. Dabei muß man eine gültige Kfz-Versicherung haben, die Fahrzeugpapiere, den Führerschein, ausgeschlafen muß man sein und darf kein Alkohol im Blut haben.

Für den Normalbürger sind das Selbstverständlichkeiten, so wie für die afrikanischen Gnu-Herden die Durchquerung der Krokodilflüsse. Auf einen Toten mehr oder weniger kommt es da nicht an. Doch die Gnus leben biologisch und nachhaltig. Das kann man vom Autoverkehr nicht behaupten.

Es braucht eine neue Kultur! Nicht das Auto darf mehr ein Statussymbol sein, wie früher das eigene Pferd, sondern meinetwegen das Fahrrad oder - nicht von der Hand zu weisen - das Smartphone. Und es braucht Gesetze, die die Arbeitgeber zwingen, auf unnötige Autofahrten zu verzichten: eine Art Demobilisierung der Arbeitswelt. Für das tägliche Leben und Überleben darf man nicht mehr vom Auto abhängig sein. Das bedeutet wohnnahe Arbeit, wohnnahe Geschäfte und komfortabler Bus- und Bahnverkehr. Das muss die Richtung sein!

Und wenn niemand mehr ein Auto braucht? Was passiert mit Deutschlands Arbeitsplätzen der Automobilindustrie und ihrer Zulieferer? Es wird ein neues Erwerbsfeld kommen, das ähnlich kompliziert und aufwendig ist, wie die Herstellung eines Kraftwagens und für das die Deutschen bereit sind, ähnlich viel Geld auszugeben. Es kann das Feld der Computer sein, das Feld der Gesundheit oder der Freizeit, des Sports oder des Spiels. Genau kann man das noch nicht sagen. Aber eins ist sicher: die heutige Menschheit braucht ein neues, ein besseres Lieblingsspielzeug als das Auto - eins, das nachhaltig ist und mit der Natur im Einklang ...

Jürgen Gramzow - 28. November 2017





Mitarbeiter der Stadt nehmen sich der Birke an. Auch als forstliches Lehrvideo geeignet!
Wie weit kannst Du gehen?
Das Betreten der Eberswalder Wälder ist immer noch gefährlich

maxe. Die Aufräumarbeiten nach dem Oktobersturm »Xavier« sind noch im vollen Gange. Am heutigen 22. November ist endlich die vom Orkan gefällte Birke im Hof der Prenzlauer Straße weggeräumt worden, die nun fast 8 Wochen ein begehrter Abenteuerspielplatz für Schuljungs darstellte. Die orangenen Männer vom »Räumkommando« des städtischen Bauhofs brauchten dafür nur eine halbe Stunde. Im nebenstehenden Video ist diese Aktion dokumentiert.

Im jüngsten Amtsblatt der Stadt Eberswalde verkündete die Verwaltung in Person der Forstamtsleiterin eine Sperrung der Waldgebiete »Oberheide«, »Die Höllen« und bei Macherslust. Die zuführenden Wege seien alle mit Warn- und Verbotsschildern versehen. Bis auf weiteres ist das Betreten dieser Waldgebiete untersagt.

Die »Unterheide« - das Waldgebiet zwischen Westend und dem Brandenburgischen Viertel - ist nicht von der Sperrung betroffen. Allerdings sollte man vorsichtig sein und genau prüfen, wie weit man gehen kann, da einige schiefstehende Bäume noch potentielle Gefahrenquellen sind. Auch sind noch nicht alle Wege beräumt.

Für die Mitarbeiter der Stadt ist auf alle Fälle noch viel zu tun.

(22. November 2017)

Siehe auch:
Den Wald nicht betreten!
Gefährlicher Wald!
Orkan »Xavier« präsentiert die Rechnung: Zugbindung der Deutschen Bahn verursacht Millionenschaden




»Kleeblatt« in der Warteschleife

Start der neuen Kita der Bildungseinrichtung Buckow voraussichtlich im Januar 2018

maxe. Am 6. November sollte eigentlich die neue Kita »Kleeblatt« der Bildungseinrichtung Buckow in der Spreewaldstraße 20/22 im Brandenburgischen Viertel offiziell ihre Pforten öffnen.

Eigentlich. Denn es kam anders. Am 2. November war offizieller Abnahmetermin durch das brandenburgische Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS). »Wir hatten einen sehr ambitionierten Zeitplan«, sagt Geschäftsführerin Annette Ruhtz, »und wollten zunächst mit einer kleinen Vorschulgruppe anfangen und im laufenden Betrieb die noch offenen Restarbeiten erledigen«. Christine Brück, im Referat 22 des MBJS für die Erteilung der Betriebserlaubnis für Kitas in den Landkreisen Märkisch-Oderland, Oberhavel und Barnim zuständig, sah das anders.

Das Gebäude der Bildungseinrichtung Buckow wurde circa 1980 als Kinderkombination erbaut und bis etwa zur Jahrtausendwende von den Johannitern als Kita »Harlekin« betrieben, erfuhr jedoch danach etliche Umbauten, um den neuen Nutzungen als Berufsschule, Wohnheim, Beratungsstelle oder Selbsthilfe-Café genügen zu können.
Neben dem noch fehlenden Brandschutzprüfbericht und einigen nötigen Nachrüstungen im Sanitärbereich, mahnte die MBJS-Vertreterin vor allem an, daß sich der besondere Bedarf im Brandenburgischen Viertel nur ungenügend im inhaltlichen Konzept der Kita widerspiegele. Eine Betriebserlaubnis für ein »Entwicklungsprojekt« könne es nicht geben, nur für eine fertig ausgebaute Regelkita.

Plan war, um den dringlichen Bedarf zu decken und eine gute pädagogische Arbeit zu leisten, zunächst mit 14 Kindern in einer Vorschulgruppe zu beginnen. Das Angebot der »bewegten Vorschule« sollte zum einen die Mädchen und Jungen auf die erste Klasse, unter anderem mit Erlernen der deutschen Sprache, vorbereiten. Zum anderen gehört viel Bewegung zum Konzept der Kita, das sich an Elfriede Hengstenberg orientiert. Im Dezember wären weitere zehn Plätze hinzugekommen. Im kommenden Jahr sollte die Kita dann ihre volle Kapazität von 75 Plätzen erreichen.

Für Christine Brück geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Die Buckower Bildungseinrichtung, die bereits drei Kindergärten in Schorfheide sowie das »Haus der fröhlichen Kinder« in Eberswalde betreibt, muß nun bis zum Jahres­ende die gestellten Hausaufgaben machen. Intensive Unterstützung gibt es dafür durch das Amt für Jugend, Bildung und Sport der Stadt Eberswalde und durch den Eberswalder Berufsbildungsverein.

Die sehr motivierten Kinder und Eltern der ersten Vorschulgruppe müssen sich vorerst mit einem Überbrückungsangebot zufrieden geben. Diese Eltern-Kind-Gruppe wird sich im November und Dezember jeweils dienstags und mittwochs treffen.

Spätestens im neuen Jahr sollen dann die bürokratischen Hürden überwunden sein und die Kita »Kleeblatt« in Betrieb gehen.

(18. November 2017)

(Der Beitrag erschien zuerst in der »Barnimer Bürgerpost« Nr. 274 vom 7.11.2017)


Bildungseinrichtung Buckow, Spreewaldstraße 20/22, 16227 Eberswalde



Wald im November



Foto: GLG

Medizinische Grundversorgung:
Mariya Petkova ist neue Hausärztin im Kiez

maxe. Als vor zwei Jahren die langjährige - und zuletzt einzige - Allgemeinmedizinerin im Brandenburgischen Viertel ohne eine Nachfolge gefunden zu haben in den Ruhestand ging, hatte GLG-Chef Dr. Jörg Mocek nach einer Initiative der Alternativen Liste Eberswalde und ihres Mandatsträgers in der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung versprochen, die Hinweise zur Verbesserung der medizinischen Versorgung im Brandenburgischen Viertel im Rahmen der Möglichkeiten der GLG zu berücksichtigen (BBP 3/2016).

Dr. Mocek hielt Wort. Schon ab Juli 2016 waren die Praxisräume in der Frankfurter Allee 64 wieder geöffnet. Die GLG-Tochter MEG Medizinische Einrichtungs-GmbH hatte die Räume als Zweigpraxis ihres Medizinischen Versorgungszentrums Finowfurt übernommen. Zunächst realisierte die Finowfurter Ärztin Stefanie Spanka hier ein Teilzeitangebot. Später sollte eine bereits vertraglich gebundene Ärztin hinzukommen, was allerdings zunächst nicht klappte. Doch die GLG gab ihre Bemühungen nicht auf und fand mit Mariya Petkova eine erfahrene Ärztin, die mit ihrem Praxisteam seit dem 1. November die Hausarztpraxis im Brandenburgischen Viertel an jedem Tag in der Woche offen hält.

Mariya Petkova ist Fachärztin für Innere Medizin und Hausärztin mit Schwerpunkten in der Endokrinologie und Diabetologie. Nach ihrer Ausbildung an der Medizinischen Akademie der Universität Varna (Bulgarien) arbeitete sie seit mehr als zwanzig Jahren im Krankenhaus, im Rehabereich, als Landärztin und zuletzt im Medizinischen Versorgungszentrum Teltow-Fläming.

»Neben der Behandlung akuter Beschwerden in der ganzen Bandbreite der Hausarzttätigkeit setzen wir als Praxisteam auch auf Prävention«, sagt Mariya Petkova und nennt als Beispiel die Vorbeugung und Beherrschung von Diabetes im Alter. Dem kommt zugute, daß Praxismitarbeiterin Christin Wenzel über eine Weiterbildung zur Diabetesassistentin verfügt.

»Die Zahl der Menschen, die am sogenannten Altersdiabetes, dem Diabetes Typ 2, erkranken, nimmt ständig zu und hat nicht nur in Deutschland, sondern weltweit ein epidemisches Ausmaß erreicht«, sagt Mariya Petkova. »Durch frühzeitiges Erkennen und Maßnahmen zur gezielten Ernährung, Gewichtsreduktion, Blutdrucksenkung, Entspannung und anderes mehr kann der Blutzucker normalisiert werden. Hat sich die Krankheit bereits manifestiert, geht es darum, Folgen und Komplikationen zu vermeiden.«

Zu diesem speziellen Thema möchte das Praxisteam anläßlich des Welt-Diabetestages am 14. November besonders informieren und wird die entsprechenden Präventions- und Behandlungsangebote in der Praxis bereithalten. Aber auch andere Stoffwechselprobleme, Schilddrüsenerkrankungen, Verdauungsbeschwerden oder die im Herbst und Winter zu erwartenden Erkältungen - jede Art gesundheitlicher Probleme von Kopf bis Fuß werden in der Arztpraxis von Mariya Petkova behandelt.

Die Sprechzeiten sind:
Montag 8 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr
Dienstag 8 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr
Mittwoch 8 bis 12 Uhr
Donnerstag 8 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr
Freitag 8 bis 12 Uhr

Telefonisch kann man sich unter der Nummer 03334 - 32040 anmelden.

Bereits seit einem Jahr hatte sich die allgemeinmedizinische Versorgung im Kiez durch den Umzug der Hausarztpraxis von Genalie Friedrich von Finow ins Brandenburgische Viertel verbessert. Auch sie hat ihre Praxis im »Heidewald« (Potsdamer Allee 41). Allerdings sind die Kapazitäten zur Aufnahme neuer Patienten sehr beschränkt. Im Gegenzug verließ Ende 2016 die Kinderärztin Felicitas Ziegler den Kiez. Sie bezog in Finow neue Räumlichkeiten. Der kinderreichste Stadtteil Eberswaldes hat seitdem keinen Kinderarzt mehr. Vielleicht kann perspektivisch auch hier der Poliklinik-Nachfolger MEG passende Abhilfe schaffen.

10. November 2017

Siehe auch:
Allgemeinärztin im Kiez hört auf
Ein Ärztehaus im Brandenburgischen Viertel?
Kein Ärztehaus im Brandenburgischen Viertel
Wieder Allgemeinärztin im Kiez




CrazyOne ft. Surfa -
Bis zum letzten Atemzug
(Emily-Kate)

Tom Fischer & Arek Chudzinski

Siehe: Anteilnahme ist kein Fremdwort

(5. November 2017)




Länger auf den Bus warten, heißt es. Nämlich von 5 Uhr bis 9 Uhr, und von 13 bis 18 Uhr mit dem neuen Fahrplan der BBG.

Obusse fahren nach Baustellenabschluß wieder normal
Licht und Schatten mit dem neuen Fahrplan

maxe. Ab Montag kommender Woche, also ab 6. November 2017, fahren die Busse im Stadtzentrum wieder auf den gewohnten Linien. Besonders der Nordender Obus muß nicht mehr den Umweg über das Leibnizviertel nehmen. Der Verkehr an der Kreuzung Friedensbrücke ist wieder für den beidseitigen Durchfluß freigegeben, so daß schon vor dem regulären Fahrplanwechsel Anfang Dezember ein neuer Fahrplan für die Obusse aufgestellt werden mußte.

Die Hauptneuerung im jetzt gültigen Fahrplan ist ein einheitlicher Takt von 15 Minuten pro Linie. Auch in den Schüler-Stoßzeiten am Morgen und am Nachmittag soll dieser Takt beibehalten werden. Bis Ende 2016 fuhren die Obusse zu diesen Zeiten im 12-min-Takt. Begründet wird dies offiziell mit dem besseren Einprägen fester Abfahrtszeiten. Außerdem wäre dieser Fahrplan nur vorläufig und müsse sich bis zur festen Einrichtung im Dezember "noch bewähren".

Die folgende Tabelle zeigt an Hand der Anzahl der Busse pro Zeitabschnitt (Nordender), welche Veränderungen es zum alten Fahrplan gibt:

Nordender bis 2016 ab Nov. 2017
Mo - Fr Schule Ferien einheitlich
bis 6 Uhr 8644
6 - 9 Uhr 14121212
9 - 13 Uhr 16161616
13 - 18 Uhr 24192020
ab 18 Uhr 11*11*1010
Summe pro Tag 73 mal64 mal62 mal62 mal
(*) - 4 Busse nur bis Boldtstraße


Wie aus der Übersicht zu ersehen ist, fahren in der Summe des Tages im neuen Fahrplan deutlich weniger Busse als vorher. Früh am Morgen scheint es nicht mehr diesen Bedarf nach Beförderung zu geben, dafür wurde der Abend mit drei regulären Bussen aufgewertet, die nun auch bis nach Finow und ins Brandenburgische Viertel fahren und nicht, wie bisher, an der Boldstraße Kehrtwende machen.

Von Freitag bis Sonntag fährt abends jeweils ein zusätzlicher Bus gegenüber dem alten Fahrplan. Leider wurde der Betriebsschluß am Sonnabend um eine halbe Stunde, am Sonntag gar um 90 Minuten vorgezogen. Der abendliche Anschluß am Hauptbahnhof am Wochenende ist nicht sehr fahrgastfreundlich, siehe folgende Tabelle.

Abfahrtszeiten der letzten abendlichen Busse am Sa/So in Richtung Finow:
Richtung Schönholzer Str. 19.45 Uhr 20.45 Uhr 21.50 Uhr 22.53 Uhr (nur Sa)
Richtung Brandenb. Viertel 19.54 Uhr 20.57 Uhr 21.57 Uhr 22.57 Uhr (nur Sa)

Wie zu sehen ist, fahren beide Linien kurz nacheinander, so daß ein unglücklich ankommender Fahrgast fast eine Stunde auf den nächsten Bus warten muß. In Richtung Stadtmitte sieht es nicht besser aus. Bislang gibt es keine Erklärung seitens der BBG für diese merkwürdige Taktung der Busse. Fahrgastfreundlich sieht jedenfalls anders aus.

Insgesamt ist festzustellen, daß es mit dem neuen Fahrplan herbe Einschnitte im Angebot des Öffentlichen Nahverkehrs in Eberswalde gibt. Besonders im morgendlichen Schülerverkehr ist eine Verringerung der Taktung nicht gerade hilfreich für ein pünktliches Erscheinen zum Unterricht. Auch wenn die bessere Erreichbarkeit von Finow und dem Brandenburgischen Viertel am Abend positiv hervorzuheben ist, bleibt doch mehr Schatten als Licht im neuen Fahrplan der Barnimer Busgesellschaft.

(jg) - 3. November 2017


Siehe auch: Obus Live-Planer und Optimierung des ÖPNV zu Lasten unseres Kiezes?




Nauener Straße im Brandenburgischen Viertel: Die Nachbarn zeigen ihre Anteilnahme.

Song für Emely-Kate: Bis zum letzten Atemzug

Anteilnahme ist kein Fremdwort

In der lokalen Tageszeitung schrieb in der letzten Oktoberwoche jemand in einem Essay über den »Aufstieg der Unanständigen«. Der Autor erzählte davon, daß er einer älteren Frau beim Tragen eines Blumenkorbs geholfen habe und zum Dank die Worte hörte: »Daß es so etwas noch gibt«. Er war davon so gerührt, daß er einen ganzen Essay dazu schrieb.*

Aber ja – so etwas gibt es noch! Daß Menschen ihren Mitmenschen mit Anstand begegnen, Empathie empfinden und ihrer Anteilnahme auch Ausdruck verleihen, ist Normalität.

Normalität auch in unserem Kiez, der von vielen als »sozialer Brennpunkt« klassifiziert und von manchen auch zu einem solchen herabgewürdigt wird. Die Menschen, die hier wohnen, kennen materiellen Reichtum meist nur aus dem Fernsehen. Armut hingegen – und nicht nur materielle – ist im Brandenburgischen Viertel an vielen Stellen präsent, einschließlich der daraus erwachsenden Entfremdung der Menschen von sich selbst.

Wenn ein Vater sein eigenes Kind zu Tode oder fast zu Tode prügelt, dann ist das schlimm und zugleich eine Folge solcher Entfremdung, die in Suff, Drogenkonsum und sinnloser Gewalt ihren Ausdruck oder besser gesagt, ihren Ausbruch findet. Diesem Mann reichte es nicht, sich selbst zu zerstören. Er mußte auch noch das Leben seines Kindes zerstören.**

Die beschriebene Entfremdung hat gesellschaftliche Ursachen und ist keineswegs nur ein Phänomen im ärmeren Teil der Bevölkerung. Aber es ist auch nichts, was automatisch eintritt.

Die Reaktionen auf die schlimme Tat beweisen das Gegenteil. Ganz viele Menschen haben in der Nauener Straße neben einem Bild des kleinen Mädchens Blumen, Lichter, Püppchen und Plüschkuscheltiere abgelegt. Die Anteilnahme ist groß. Und auch die Frage, wie es zu dieser Tat kommen konnte.

Gerd Markmann - 28. Oktober 2017

* Knaack, Tobias: Aufstieg der Unanständigen. Warum wir endlich wieder darüber reden müssen, wie wir miteinander umgehen wollen – ein Essay. MOZ, 26.10.2017, Seite 3
** Petersson, Viola: Mädchen in akuter Lebensgefahr. MOZ, 26.10.2017, Seite 10

siehe auch:
Petersson, Viola: Anteilnahme mit Kerzen und Plüschtieren. MOZ, 01.11.2017,
Petersson, Viola: Kinderschutz-Konzeption im Fokus. MOZ, 02.11.2017,
Der Blitz, Mediathek, 02.11.2017,
Der Blitz, 4./5. November 2017, Druckausgabe, Seite 4.




Die PARTEI will an die Macht!
100 Prozent sind das Wahlziel zur Kommunalwahl 2019

Am 10. Oktober 2017 fand im schönen Lanke der Kreisparteitag der PARTEI für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative – Die PARTEI – statt. Der Einladung des Kreisvorstandes der Partei Die PARTEI zum diesjährigen KreisPARTEItag folgten zehn Mitglieder, darunter fünf Neumitglieder.

Die Tagesordnung sah neben der Neuwahl des Vorstands sowie dem Kassenbericht auch die Formulierung von Zielen für die nächsten Jahre vor. Die Mitglieder einigten sich schnell darauf, zur Kommunalwahl 2019 im Barnim kandidieren zu wollen und die entsprechenden juristischen Hürden schnellst möglich zu überspringen. Verbunden mit der Machtübernahme im Barnim, war das erklärte Ziel der Mitglieder, bei der nächsten Kommunalwahl die 100% zu erreichen. Abseits der möglichen Wahlerfolge, setzte man sich ebenfalls das Ziel, die Basis der Partei in der kommenden Zeit zu entwickeln. Zu diesem Zweck sollen Ortsverbände sowie eine Hochschulgruppe an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde geründet werden.

Folgende Mitglieder wurden in den Kreisvorstand der Partei die PARTEI gewählt: Mario Schlauß Vorsitzender, Andrea Tholl stell. Vorsitzende, Marcell Lehmann Schatzmeister, Michelle Abraham Schriftführerin

Selbstverständlich können sich alle interessierten und veränderungswilligen Mitbürger dem Kreisverband Barnim anschließen. Der Kreisvorstand der Partei, Die PARTEI ist über folgender E-Mailadresse erreichbar: Mario.schlauss@parteimail.de

Die PARTEI, Kreisvorstand Barnim - 22. Oktober 2017










Datenbasis: Stadtverwaltung Eberswalde, Zweitstimmenergebnisse

Grafisch aufbereitet:
Analyse zur Bundestagswahl in Eberswalde

maxe. Die Bundestagswahl vom 24. September brachte auch für Eberswalde einen Einschnitt im bisherigen Parteien-Spektrum. Als großen Gewinner kann man die AfD betrachten, und auch die FDP konnte an die Ergebnisse von 2009 anknüpfen und erreichte großflächig über 5 Prozent. Das Maxe-Team hat ein kleines Tool entwickelt, mit dem sich das Abstimmungsverhalten in Eberswalde geografisch und farblich unterschieden darstellen lässt. Hier der Versuch einer Interpretation für die einzelnen Parteien:

  • CDU
    Die Christdemokraten wurden stärkste Kraft in Eberswalde und erreichten in 11 Wahllokalen über 25 Prozent und in 17 Wahllokalen über 20 Prozent der gültigen Stimmen. Schwerpunkte der CDU sind eher die nichturbanen Randgebiete der Stadt sowie Finow. Ihr schlechtestes Ergebnis erziehlte die Partei im westlichen Brandenburgischen Viertel.
  • SPD
    Die Sozialdemokraten stehen so schlecht wie noch da in ihrer traditionsreichen Geschichte. In nur 6 Wahllokalen erreichten sie über 20 Prozent und landeten damit weit abgeschlagen auf Platz 4 in Eberswalde. Während sich im Kerngebiet der Waldstadt ein wechselhaftes Bild der SPD präsentiert - mit Schwerpunkten am Kranbau und im Leibnizviertel - stimmten die Wahllokale im BBV und in Finow recht konstant über 15 Prozent ab. Am schwächsten schnitt die SPD in der südlichen Altstadt rund um die Pfeilstraße ab. Die Briefwähler jedenfalls lassen die Sozialdemokraten nicht im Stich.
  • LINKE
    Wähler der LINKEN bevorzugen ganz klar ein urbanes Milieu. In 25 Wahllokalen stimmten sie mit über 20 Prozent ab. Die Sozialisten sind im gesamten Stadtgebiet gut vertreten, außer im östlichen Teil. Ein noch besseres Ergebnis im Brandenburgischen Viertel verhinderte die geringe Wahlbeteiligung dort. In suburbanen Gebieten mit Einfamilienhäusern bleiben die LINKEN unter ihren Möglichkeiten. Das beste Ergebnis holte der Kopernikusring mit über 25 Prozent. Interessanterweise decken sich LINKE und SPD haargenau in ihrer Gewichtung, mit bemerkbaren Vorteilen für die Dunkelroten. Außer in Finow in der Ringstraße. Da ist die SPD vorne.
  • AfD
    Das Jahr 2015 brachte einer Protestpartei neuen Aufschwung und besonders im Osten der Republik bangen viele Menschen um ihre Besitzstände, die sie durch fremdaussehende Flüchtlinge bedroht sehen. In Eberswalde erziehlte die AfD in 9 Wahllokalen über 25 Prozent, in 17 über 20 Prozent der gültigen Stimmen und rangiert nach den LINKEN auf Platz 3 der Eberswalder Bundestagswahl. Obwohl prozentual in ärmeren Ortsteilen gut vertreten, erreichte die AfD in begüterten Ortsteilen in absolut die meisten Stimmen, was an der generell höheren Wahlbeteiligung im suburbanen Raum liegt. AfD-Wähler bevorzugen mehr die direkte Stimmabgabe im Wahllokal. Das beste prozentuale Ergebnis wurde in Spechthausen mit über 30% erzielt.
  • Grüne / Bündnis 90
    Traditionelle Hochburg der Grünen ist die Eberswalder Altstadt. Hier erreichte die Umweltpartei in 4 Wahllokalen über 10 Prozent, und im gesamten Stadtgebiet über 5 Prozent in 8 weiteren Abstimmbezirken. Ganz schwach schnitten die Grünen in zwei Lokalen im Brandenburgischen Viertel ab, mit gerade mal 5 bzw. 3 Stimmen, was sie dort in die Nähe der DKP rückte, die es in der Aula der Grundschule "Schwärzesee" auf 4 Stimmen brachte. Die Grünen sind ganz klar im urban-bürgerlichen Milieu zuhause. Interessant bei den Grünen ist ebenfalls die Größendarstellung der Stimmen.
  • FDP
    Das Wählerpotential der FDP überschneidet sich teilweise mit dem der Grünen, wobei sich zeigt, daß es auch in besseren und suburbanen Wohngegenden viele liberalwählende Eberswalder gibt. In 16 Wahllokalen wählten sie die Partei von Christian Lindner auf über 5 Prozent. Das ist zwar weit entfernt von Ergebnissen aus Berlin-Grunewald, aber immerhin noch besser als in den sozialen Brennpunkten der Waldstadt, wo die FDP nur knapp über 2 Prozent landete.

  • WAHL-Beteiligung

Zum Vergleich, hier die Ergebnisse der Kommunalwahl 2014

21. Oktober 2017




Gefährlicher Wald!
Vor Fahrten durch die Wälder und vor Spaziergängen im Stadtforst wird ausdrücklich gewarnt. Es können jederzeit Äste oder ganze Bäume abbrechen. Und das auch ohne Windböen. Es besteht Lebensgefahr! Laut Aussage des Stadtförsters Mattes Krüger wird die Aufarbeitung der Sturmschäden noch weit bis in das nächste Jahr andauern. Und viele umgefallene Bäume werden wahrscheinlich, soweit sie nicht stören, einfach liegengelassen. (jg) - 17. Oktober 2017



Im Goldenen Oktober:
Herbstspaziergang im Zoo

maxe. Auch in diesem Jahr zeigte sich unser Heimat-Zoo von der besten Sonnenseite. Während die Brüllaffen ihr alltägliches Konzert veranstalteten, lagen die Löwen bei angenehmsten Wetter faul auf der Seite und ließen sich die Sonne auf den Rücken scheinen. Auch bei den Erdmännchen war man Wärme nicht abgeneigt, und die künstliche und natürliche Hitze erwärmte die kleinen Bäuche. Die Esel wollten wie immer gefüttert werden und im Tropenhaus zwitscherten kleine Finken ihr Konzert.

Die Tiger hatten sich verkrochen und unsere Wappentiere waren wie eh und jeh auf dem Präsentierteller und suchten in der aufgewühlten Erde nach Nahrung. Auch die Bären dösten bei dieser Oktoberwärme nur träge in ihrem Gehege, während gleich nebenan die Kinder den Abenteuerspielplatz eroberten.

An diesem Montag war es etwas ruhiger im Zoo, trotzdem waren genügend Gäste unterwegs. Auch aus dem Nachbarland. Die nächsten Tage soll das schöne Wetter anhalten - da ist ein erholsamer Spaziergang im herbstlichen Wald-Zoo nicht der schlechteste Ratschlag.

16. Oktober 2017





Fotogalerie »HERBST 2017«






Fotos: Jürgen Gramzow, 2017




Kein Geld, kein Obdach und keine Ahnung wie es weitergeht? Ein Sturm legt die Deutsche Bahn lahm.

Orkan »Xavier« präsentiert die Rechnung:
Zugbindung der Deutschen Bahn verursacht Millionenschaden

maxe. Das im Verlaufe des 5. Oktober 2017 über Deutschland ziehende Orkantief "Xavier" verursachte laut internen Schätzungen für die Kunden der Deutschen Bahn Schäden in zweistelliger Millionenhöhe. Nicht nur, daß die meisten Züge entweder gar nicht oder nur sehr eingeschränkt fuhren, aus denen sich Fahrgastansprüche ergeben; die Menschen mußten ja auch irgendwo übernachten und dafür in Vorleistung gehen: für Zimmer in Pensionen und Hotels, die auf sofortiger Bezahlung bestanden. Und viele werden dafür nicht genügend Geld gehabt haben, oder es war kein Zimmer mehr frei. Die Bahn funktionierte die zwangsweise pausierenden Züge zu Hotelzügen um, aber eine Nacht auf einem Zugsitz zu verbringen, mit diesen Toiletten - dafür müßte es eigentlich Schmerzensgeld geben.

Das alles hätte vermieden werden können, wenn die Deutsche Bahn am Morgen dieses Donnerstages über die Medien die Aufhebung der Zugbindung verkündet hätte. So waren die Menschen gezwungen, sich der gefährlichen Reise auszusetzen, die genauso gut ein paar Tage später hätte stattfinden können. Nachdem das Kind in den Brunnen gefallen war, lenkte die Deutsche Bahn zwei Tage später schließlich ein und erklärte die Gültigkeit aller Fahrkarten bis zum 15. Oktober.

Bei geschätzten 200.000 betroffenen Fernreisenden und einer durchschnittlichen Entschädigungssumme von 200 EUR ergibt sich für den Konzern nun ein Schaden von 40.000.000 EUR, der den Bahnkunden zu erstatten ist. Nicht eingerechnet sind dabei die Erstattungsansprüche von Hunderttausenden Pendlern, die nur mit dem Taxi zur Arbeit kamen. Die angeblich eingerichteten Busersatzverkehre waren nur Zeit- und Nervenverschwendung. Es fuhr meistens nichts und die Menschen wurden buchstäblich im Regen stehengelassen.

10. Oktober 2017




Obst soll das neue Fleisch sein? Gedruckte Aufforderungen

Ist es wirklich so, wie man es uns weismachen will?

Neulich, beim letzten Grillen des Jahres, bemerkte der jüngste Sproß der Familie: "Der Mensch kann Fleisch gar nicht verdauen!" Nanu? Was hat er plötzlich gegen die Lieblingsbeschäftigung des Familienvaters? Hat er das von Facebook? Dort wird ja allerhand Unsinn gepostet.

Die Bemerkung ließ mich nicht mehr los. Mit dem Bauch voller Steaks konnte man aber schlecht nachdenken, also fragte ich das schlaue Internet, das auf jede Frage eine Antwort weiß. Als Erstes kam eine Rohkost-Seite; das kann ja heiter werden, dachte ich. Der Autor dort versuchte es auf die anatomische Tour:

Der Mensch hätte keine Pranken mit Krallen, um Tiere zu reißen; er hätte keine Reißzähne, um rohes Fleisch zu zerteilen; seine Magensäure und seine Leberenzyme wären zu schwach, um mit Fleisch fertig zu werden; sein Darm wäre zu lang - das unverdaute Fleisch würde anfangen zu faulen; und schließlich führten die nicht abbaubaren Fleischbestandteile zu Zivilisationskrankheiten wie Arterienverkalkung und Herzinfarkt.

Ganz schön starker Tobak! Doch damit nicht genug, erzählte der Kolumnist die süße Geschichte vom Baby, das, würde man es selbst wählen lassen, sich für frisches Obst entscheiden würde. Also wäre der Fleischkonsum nur eine schlechte Angewohnheit der Erwachsenen. Beziehungsweise ein Überbleibsel der letzten Eiszeit, wo es wirklich wenig zu Beißen gab.

Um einem noch einen letzten Hieb zu geben: Fleischesser verursachten Massentierhaltung, Umweltvergiftung durch Gülle, brutale Tiertransporte und Schlachtmethoden, Wasserverschwendung und Nahrungsmittelknappheit in ärmeren Ländern. Und jetzt wollten die Chinesen auch noch anfangen, Fleisch zu essen. Dafür, so der Autor, bräuchten wir drei Planeten.

Nun fragte ich mich, als passionierter Freizeit-Grillmeister, ist das nun Aufklärung oder aufdringliche Missionierung? Will mir der Mann mein Nackensteak schlecht machen? Heutzutage gibt es ja kaum noch einen Lebensbereich, der nicht von irgendwelchen Experten in Frage gestellt wird.

Nachher kommen wir noch dahin, daß jemand sagt, Schule hätte gar nichts mit Lernen zu tun. Oder Sex nichts mit Liebe. Oder Sport wäre gar nicht so gesund. Oder ganz krass: Daß es im Leben gar nicht darauf ankäme, möglichst viel Geld zu scheffeln. Man will doch schließlich jemanden enterben können!

Nichts ist heutzutage noch sicher. Auch das Internet nicht mehr. Ich wollte mein Biowetter googlen und kam auf eine seltsame Seite voller Werbung, und plötzlich ploppte ein Fenster auf, mit der Aufforderung: "Bitte rooten Sie jetzt ihr Handy!"

Nein, meine Freunde, nicht mit mir ...


Jürgen Gramzow - 1. Oktober 2017




Sozialreferentin Barbara Bunge auf dem Einwohnerforum:
»Integration geht alle an«

maxe. Auf der Einwohnerversammlung am Abend des 19. September 2017 in der Aula der Grundschule »Schwärzesee« stellte nach dem Beifall für Patricia Berndt (die die Ergebnisse der Einwohnerbefragung präsentierte) die Sozialreferentin der Stadt Eberswalde, Barbara Bunge, die Erfolge und Mißerfolge des Programms »Soziale Stadt«aus der Sicht des Quartiersmanagement vor:

Barbara Bunge resümierte, viele Dinge seien falsch eingeschätzt worden; insbesondere sei unterschätzt worden, wieviel Zeit man brauchen würde um mit den Menschen in Kontakt zu kommen, um Vertrauen aufzubauen, um ihnen auch Vertrauen zu schenken und sie »mitzunehmen«, damit ein Verständnis aufgebaut werden kann.

Nach diesem Umsteuerungsprozeß sei das Programm »Soziale Stadt« auf einem guten Weg, aber, betonte die Sozialreferentin, es habe die Verstetigungsphase noch lange nicht erreicht. Deshalb kam es auch zur erneuten Evaluierung (einschließlich Befragung), um zu sehen: »Wie ist unser Stand als Quartiersmanagement?« Es zeigte sich, daß dieses Instrument der Stadtplanung umgestaltet werden und an die neuen Herausforderungen angepaßt werden müsse, die sich im Brandenburgischen Viertel ergeben haben.

Mit einer gewissen Portion Stolz berichtete die Sozialreferentin der Stadt von einem neuen Vertrag mit der Bundesagentur für Arbeit, die nun zum ersten Male gebietsbezogene Arbeitsmarktdaten zur Verfügung stelle, so daß ein stadtteilbezogenes Sozial-Monitoring möglich sei.

Barbara Bunge schlug ebenfalls vor, daß aus Sicht des Quartiersmanagements das Programm »Soziale Stadt« ab 2019 fortgeführt werden muß, und daß darüber hinaus »Erweiterungsfelder im investiven und nichtinvestiven Bereich« benötigt werden. Sie fragte zudem rhetorisch: »Welche Aufgabe soll das Quartiersmanagement haben?«, um gleich die Antwort zu liefern: es müsse auf die Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels ausgerichtet sein!

Direkte Kontakte zum Bürger seien nötig, ein »Kümmerer« müsse man sein, sich die Sorgen der Bürger anhören, ihre Vorschläge ernst nehmen und gegebenfalls der Verwaltungsspitze als Handlungsoptionen vorzuschlagen. So hätte das Quartiersmanagement, wie im letzten Einwohnerforum vorgeschlagen, den Potsdamer Platz für sich entdeckt, der in den letzten 15 Wochen durch verschiedenste Aktionen bespielt wurde. Sie seien überrascht über den großen Zuspruch gewesen, müßten aber nun auch auswerten, welche Dinge weniger gut angenommen worden sind.

»Ihre Anwesenheit auf dem Potsdamer Platz« habe gezeigt, so Barbara Bunge mit Blick auf die Einwohnerinnen und Einwohner, die zu den »Bespielungen« kamen, daß er ein Ort für die Kontaktaufnahme ist, ein Ort für kulturelle Angebote und ein Platz, wo man gemeinsam aktiv sein kann. Auch das Finden einer Form für die Vernetzung und Abstimmung der verschiedensten Träger im Viertel sein enorm wichtig, um ein gemeinsames Handeln zu ermöglichen und neue Ideen zu entwickeln.

Zum Abschluß gab die Sozialreferentin bekannt, daß man der Stadtverordnetenversammlung im November vorschlagen werde, einen Grundsatzbeschluß zu verabschieden, der die »Erarbeitung eines Integrierten Entwicklungskonzeptes für das Brandenburgische Viertel« beinhalten soll und, natürlich, die Fortführung des Programms »Soziale Stadt« mit neuen Schwerpunkten, wie folgt:

  • Der wichtigste Schwerpunkt sei die Integrationsarbeit. Viele dächten, daß sei nur eine Sache der Zugewanderten. Frau Bunge sieht das anders: Es sei auch eine Aufgabe der Einheimischen, der langjährigen Bewohner der Stadt und des Viertels, die Zugewanderten »mitzunehmen« und in die Gesellschaft zu integrieren. Dieser Prozeß gelinge nur, wenn wir ihn gemeinsam gestalten.

  • Der zweite wichtige Aspekt sei die Bildung, und zwar in all ihren Facetten und überall dort, wo Bildung möglich ist. Das beginne bei den Allerkleinsten in der Kindertagesstätte, dann über den Kindergarten, die Schule, den Hort, aber auch Bildung für Erwachsene und Senioren, und schließlich auch Bildung über Kultur. In der Arbeit mit Kindern müssen die Eltern gestärkt werden und die Familien, die Unterstützung benötigen, so daß sie »mit auf den Weg«genommen werden können.

  • Und als letzter Schwerpunkt: Es müssen Treffpunkte geschaffen werden für Begegnungen und das Zusammenkommen, wo SIE (die Einwohner des Brandenburgischen Viertels) die Möglichkeit haben, untereinander ins Gespräch zu kommen und miteinander etwas gemeinsam gestalten können.

»Das Brandenburgische Viertel hat eine Chance, aber es wird nur so stark sein wie ihre Bewohnerinnen und Bewohner.« Mit diesen Worten schränkte Barbara Bunge die Handlungsmöglichkeiten der Stadt Eberswalde ein und schloß ihren Redebeitrag.

(23. September 2017)

Siehe auch:
Vom »Ghetto« zur »Endlösung«?
Strategiewechsel für das Brandenburgische Viertel
Hat das Familienzentrum eine Zukunft?




Zu den Bemühungen der Stadt Eberswalde zur »Belebung des Potsdamer Platzes« gehörte auch eine Kooperationsvereinbarung zur kostenlosen WC-Nutzung für die Besucher des Potsdamer Platzes. Die Vereinbarung wurde Anfang des Sommers seitens der Stadtverwaltung ohne weitere Begründung beendet. Kampf ums Klo im »Heidewald«

maxe. Am 31. Mai 2017 ist die zweijährige Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt Eberswalde und dem Gülüm-Bistro im Einkaufszentrum (EKZ) »Heidewald« über die kostenlose WC-Nutzung für Besucher des Potsdamer Platzes ohne Verlängerung ausgelaufen.

Die Absicht, den Vertrag nicht zu verlängern, hatte die Stadtverwaltung dem Bistro-Betreiber Umit Mordunlu Anfang Mai in einem formlosen Brief mitgeteilt. Gründe nannte die Stadtverwaltung nicht, was laut Vertrag aber auch nicht erforderlich war. Die dadurch entstandenen Irritationen veranlaßten sogar die lokale Tageszeitung, darüber zu berichten (MOZ, 27./28.8.2017).

Die Fraktion »Alternatives Wählerbündnis Eberswalde (ALE/BdE/AfW)« hat das Problem inzwischen aufgegriffen und eine entsprechende Beschlußvorlage für die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (StVV) am 28. September 2017 eingereicht.

Die Stadtverwaltung soll demnach den Vertrag zur kostenlosen Nutzung der Toilette im Gülüm-Bistro rückwirkend wieder in Kraft setzen. Denn Umit Mordunlu hatte bisher weiterhin eine kostenlose Nutzung erlaubt, weil zahlreiche Besucher des Potsdamer Platzes und des EKZ wie bisher gewohnt danach fragten.

Während die Stadtverwaltung die kostenlose WC-Nutzung abbestellte, gab es zugleich verstärkt Bemühungen, wie die Pressesprecherin Nancy Kersten mitteilte, den Potsdamer Platz durch spezielle Veranstaltungen zu beleben. Die so angezogenen Besucher haben nun allerdings keine Möglichkeit, im Falle des Falles bestimmten Bedürfnissen nachzugehen.

Hier werde, argumentiert die Fraktion, mittels Vertragskündigung kaputtgemacht, was an anderer Stelle durch Aktionen zur Belebung des Potsdamer Platzes aufgebaut werden soll. Besonders bedauerlich sei, »daß hier seitens der Verwaltung eine einsame Entscheidung getroffen wurde, ohne die Gremien der Stadtverordnetenversammlung und die Interessenvertretungen im Ortsteil, wie z.B. dem Sprecherrat 'Soziale Stadt', einzubeziehen.«

Einmal mehr zeige sich hier zudem der Nachteil einer fehlenden Ortsteilvertretung.

(17. September 2017)


Fraktion »Alternatives Wählerbündnis Eberswalde (ALE/BdE/AfW)«
c/o Carsten Zinn (Fraktionsvorsitzender) · Frankfurter Allee 57 · Tel.: 0170/2029881 · eMail:




Bürgerinitiative »Radwege in Eberswalde«:
Bürgerbegehren auf dem Weg

maxe. Auf ihrem Treffen im August hatten die Mitglieder der Bürgerinitiative »Radwege in Eberswalde« ihr Ziel bekräftigt, alles zu tun, die im Herbst 2016 realisierte Maßnahme in der Heegermühler Straße rückgängig zu machen.

Unter Berufung auf das Radnutzungskonzept der Stadt Eberswalde war damals die vierspurige Verkehrsführung auf je eine Richtungsfahrbahn für den Kraftverkehr reduziert worden, um Platz für Radschutzsstreifen zu schaffen. Es zeigte sich aber schnell, daß die angeblichen »Radschnellverbindungen« mit erheblichen Mängeln behaftet sind und von Fahrradfahrern kaum genutzt werden.

Die Bürgerinitiative »Radwege in Eberswalde« wird daher im September ein Bürgerbegehren zur Rückabwicklung der Maßnahme auf den Weg bringen, durch das die Entscheidung den Einwohnerinnen und Einwohnern von Eberswalde in die Hand gegeben wird.

Zugleich ruft die Bürgerinitiative dazu auf, auch die seit Anfang August laufende Online-Petition für den »Rückbau des Fahrradschutzstreifens Heegermühler Straße in Eberswalde« zu unterstützen. Die von Sandra Murawski initiierte Online-Petition ist im Internet unter folgendem Link zu erreichen: https://www.openpetition.de/petition/online/rueckbau-des-fahrradschutzstreifens-heegermuehler-strasse-in-eberswalde .

Die Mitglieder der Bürgerinitiative machten auf ihrem Treffen zugleich deutlich, daß die Wiederherstellung der vierspurigen Verkehrsführung in der Heegermühler Straße nur der erste Schritt sein kann. Notwendig ist eine generelle Überarbeitung des 2015 beschlossenen Radnutzungskonzeptes der Stadt Eberswalde.
Das betrifft insbesondere das Leitbild des »durchgehenden Radverkehrsnetzes« mit der Priorität von Radschnellverbindungen entlang der Bundes- und Landesstraßen, die nicht in der Baulast der Stadt liegen. Direkte Folge ist, daß im aktuellen Doppelhaushalt 2017/18, einschließlich Instandhaltung, weniger als ein Euro pro Einwohner und Jahr für Radwege eingeplant ist.

Langfristig müsse die Stadt deutlich mehr Mittel für den Radwegebau bereitstellen als bisher. Die Bürgerinitiative »Radwege in Eberswalde« fordert, daß mindestens 5 Euro pro Einwohner und Jahr in Eberswalde als Eigenanteil für Radwege eingeplant werden.

Wer die Bürgerinitiative »Radwege in Eberswalde« direkt unterstützen möchte, findet den Kontakt am besten per eMail unter der Adresse radwege(AT)alternative-eberswalde.de. Weitere Informationen zur Bürgerinitiative sind im Internet unter http://radwege.alternative-eberswalde.de abrufbar.

Das nächste Arbeitstreffen der Bürgerinitiative findet am 15. September im griechischen Restaurant »Athos« (Eberswalder Straße 24, ehem. Chemische Fabrik) statt.

(12. September 2017)




Volles Haus zur Stadtverordnetenversammlung am 23. März 2006. Eltern und Erzieherinnen der Kita »Spatzennest« protestieren gegen die geplante Schließung der Kindertagesstätte im Brandenburgischen Viertel. Mehr Kita- und Schulplätze

Ehemalige Kitas im Kiez sollen reaktiviert werden

maxe. Im Jahr 2006 hat die Stadt Eberswalde gegen den Widerstand der betroffenen Bevölkerung und trotz alternativer Vorschläge zur teilweisen Offenhaltung die Kita »Spatzennest« im Brandenburgischen Viertel geschlossen. Die Wohnungsbaugenossenschaft Eberswalde-Finow eG (WBG) rettete das Gebäude vor dem Abriß und baute die ehemalige Kita mit großem finanziellen Aufwand, darunter Fördermittel aus dem Stadtumbauprogramm, zu einem Vereinhaus um.

Die Schließung war kaum vollzogen, da änderte das Land die Rahmenbedingungen der Kitabetreuung. Zugleich stabilisierte sich die Geburtenrate in Eberswalde. Plötzlich gab es in Eberswalde einen Mangel an Kita-Plätzen.

Seit 2009 werden wieder neue Kitas gebaut und die Platzkapazitäten der vorhandenen erweitert. Dennoch reichen die Kita-Plätze in Eberswalde nicht aus, um den Bedarf zu decken.

Abhilfe soll nun zum einen der neue Zentralhort in der Eisenbahnstraße 100 schaffen, der am 1. September 2017 mit einem »Tag der offenen Tür« offiziell eröffnet wurde.

Desweiteren gibt es offenbar umfangreiche Aktivitäten der Stadtverwaltung zur Schaffung temporärer Kita-Plätze im Brandenburgischen Viertel. Im Fokus stehen die ehemaligen Kita »Spatzennest« in der Havellandstraße und der ehemalige Kita-Standort in der Spreewaldstraße. Diese Kita-Plätze könnten vermutlich bereits zum Jahresende 2017 genutzt werden.

Auch die Grundschule »Schwärzesee«, die 2014 in ihr neues Gebäude umzog, hatte bald darauf Platzprobleme. Die aktuell geführten Gespräche zur Schaffung zusätzlicher Raumkapazitäten in unmittelbarer Nähe der Schule sollen aber erfolgversprechend sein.

(3. September 2017)
(zuletzt bearbeitet am 9. September 2017)

Siehe auch: Bürgerzentrum bleibt Kita, Vermietung von Räumen im Bürgerzentrum, Strategiewechsel für das Brandenburgische Viertel, Kinderland ist noch nicht abgebrannt (in »Barnimer Bürgerpost«
Nr. 4/2006, Seiten 4 und 5)
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Vor 40 Jahren Grundsteinlegung Wohnkomplex "Max Reimann"
Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik

maxe. Am 28. Januar 1976 beschloß der Rat des Kreises Eberswalde die "Gesellschaftspolitischen und volkwirtschaftlichen Zielstellungen für den Wohnkomplex »Spechthausener Weg«", wie das Neubaugebiet in der Planungsphase genannt wurde. (1) Die Beschäftigten des neu gebauten SVKE benötigten Wohnraum, und so wurde, ganz in der Nähe, auf einem 82 ha großen forstwirtschaftlich genutzten Gebiet südlich der Chemischen Fabrik ein Wohnkomplex von der Größe einer Kleinstadt konzipiert.

Das vom VIII.Parteitag der SED beschlossene Wohnungsbauprogramm bildete das Kernstück des sozialpolitischen Programms der DDR-Regierung. Die Lebensbedingungen der Menschen, gerade auch in der Freizeit, sollten mit komfortablen Wohnungen verbessert werden. So wurde an einem Dienstagnachmittag, am 19. Juli 1977 in der Nähe des Spechthausener Weges der Grundstein für das größte Neubaugebiet von Eberswalde gelegt.


Der Vorsitzende des Rates des Kreises, Genosse Horst Copitzky, schwang symbolisch den Hammer, um eine Kassette mit dem Lageplan des Neubaugebietes sowie mit einem "Neuen Deutschland" und einem "Neuen Tag" einzumauern. Mit folgenden Worten taufte er das neu zu bauende Wohngebiet:

"Dieses Wohngebiet soll den Namen unseres unvergessenen Max Reimann tragen. Max Reimann, Arbeiterführer, Kommunist und Ehrenbürger unserer Kreisstadt, wird damit ein ehrendes Denkmal erhalten. Wir möchten damit all die Antifaschisten ehren, die durch ihre unbeugsame Haltung in der finsteren faschistischen Vergangenheit, durch ihre Tat dem Finowtal den Beinamen »Rotes Finowtal« verliehen."(2)
Einen Monat früher, am 22. Juni 1977 fasste der Rat des Kreises Eberswalde den Grundsatzbeschluß (5) zu den Investitionsaufwendungen für die Errichtung der Neubauten: die Summe für den 1. Bauabschnitt betrugen 57 Mio Mark und für den 2. Bauabschnitt 49 Mio Mark der DDR. Insgesamt waren 6672 Wohnungen geplant, in denen 18.000 bis 21.000 Menschen leben sollten. Laut einem Politbürobeschluss vom 24. April 1973 kam dabei ein ganz bestimmter Wohnungsschlüssel zur Anwendung, mit dem folgende Wohnraumgrößen gebaut werden sollten:

   665 1-Raum-Wohnungen = 11,1 %
1101 2-Raum-Wohnungen = 18,3 %
3194 3-Raum-Wohnungen = 52,1 %
1036 4-Raum-Wohnungen = 17,2 %
     76 5-Raum-Wohnungen =   1,3 %

H. Kliche vom Autorenkollektiv des Geschichtswissenschaftlichen Institutes Eberswalde bewertete 2010 die Entscheidung zum Bau des Wohngebietes: "Die günstigen topographischen Verhältnisse und die technisch unklomplizierte Erschließung wegen des geringsten Abrisses und der Verlagerungskosten und der guten Anbindungen zu den nördlich gelegenen Arbeitstätten gaben schließlich den Ausschlag zur Standortwahl."(3)

Mit den gleichen Worten erläuterte Kreisarchitekt Heinz Maske im Heimatkalender des Kreises Eberswalde für das Jahr 1979 die Standortentscheidung. In dieser Publikation stellte er zurückblickend auch die Bebauungskonzeption für das Max-Reimann-Viertel vor:

"Hierbei wurden eindeutige Straßenräume mit den technisch und stadthygienisch maximalen Raummaßen in Kontrast zu den vorgesehenen intimen Wohninnenhöfen gesetzt, die großräumig ca. 60 x 60 bis 130 x 130 Meter angelegt werden, um eine sinnvolle Nutzung und den zusammenhängenden Baumbestand erhalten zu können. Um eine Monotonie in der Raumgestaltung zu vermeiden, weist jede Wohngruppe ihre eigene und typische Raumproportion auf."(4)
In der Endausbaustufe, nach Fertigstellung aller Bauabschnitte, seien folgende Einrichtungen geplant gewesen:
  • Mehrzwecksaal, Zirkelräume
  • Wohngebietsgaststätte
  • Fachverkaufseinrichtungen
  • Zweigbibliothek und Volksbuchhandlung
  • Blumenverkaufshalle
  • Dienstleistungsbereiche
  • Sparkasse / Post
  • Poliklinik / Apotheke
  • Jugendklub
  • Hallenbad und Sauna (4)(5)
Heinz Maske, der Architekt legte 1979 weiter dar, daß im Wohngebiet durch Komposition, Zuordnung, Farb- und Materialauswahl eine gestalterische Einheit und Differenziertheit der einzelnen Bereiche erreicht wird, die zu einem höheren Niveau der Stadtgestaltung führt. Erstmals im Bezirk Frankfurt/Oder und darüber hinaus wurde der vorhandene Waldbestand in die Wohngebietskonzeption einbezogen.(4)

Am 1. April 1978 wurden die ersten Wohnungen im 1. Bauabschnitt an 40 Bewohner übergeben.(3) Im Juli 1978 beschloss die 24. Tagung des Rates der Stadt Eberswalde die ersten Straßenbenennungen im Wohngebiet "Max Reimann". Bis 1979 enstanden dann 1100 Wohnungen für SVKE-Beschäftigte. Am 25. November 1986 meldete der "Neue Tag" die vorfristige Eröffnung der zweiten Kaufhalle (die Öffnungszeiten beschloss der Rat der Stadt), und einen Monat später die Fertigstellung von 586 neuen Wohnungen im Jahr 1986. (1)(6)

Am 8. November 1987, zum 70. Jahrestag der Oktoberrevolution, rollten die ersten Obusse durch den Kiez. Die bisher eingesetzten Kraftomnibusse wurden durch elektrifizierte Busse des Typs IKARUS 280 T ersetzt. Hierbei unterstützten der Kraftverkehr Weimar und Potsdam die Eberswalder mit zwei Bussen. Um 3.50 Uhr fuhr die erste reguläre Fahrt von der Allendestraße bis Nordend. Die Taktung der Obusse war dabei alle 6 min (5-8 Uhr), alle 15 min (8-14.30 Uhr) und am Nachmittag alle 8 min (14.30-17.30 Uhr). Später am Abend dann alle 15 bzw. 20 min. (7)

Zwei Jahre später sollte die Mauer fallen und so kam es nicht mehr zur Fertigstellung des Wohngebietes. Am 2. März 1990 beschloss die Stadtverordnetenversammlung von Eberswalde die Überarbeitung der Bebauungskonzeption für den Stadtteil "Max Reimann". Mit dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung Nr. 16 - 103/91 vom 13. Juni 1991, unterzeichnet von Dr. Hans Mai (Bürgermeister), vollzog die Stadt Eberswalde einen Schlusstrich unter 40 Jahre Arbeiter- und Bauern-Staat:

Neben der Leninstraße (Eberswalder Str.), dem Platz der Freundschaft, der Ernst-Thälmann-Straße (Heegermühler Str.) und der Umbenennung des gesamten Wohngebietes in "Brandenburgisches Viertel", wurden sämtliche Straßen des DDR-Neubaugebietes per Dekret umbenannt, allerdings erst anderthalb Jahre später aus Kostengründen umgesetzt. (1)

Aus der Walter-Ulbricht-Straße wurde die Rathenower Straße, aus der Georg-Ewald-Straße die Cottbusser Straße, aus der Dr.-Salvador-Allende-Straße die Potsdamer Allee, aus der Max-Reimann-Straße die Frankfurter Allee, aus der Karl-Maron-Straße die Beeskower Straße, aus der Otto-Winzer-Straße die Nauener Straße - usw. usf.

Mit rotem Klebestreifen wurden die Namen von Antifaschisten und Sozialisten überklebt, solange bis neue Schilder und Ständer installiert waren, die die Stadt Eberswalde mit der neuen harten Währung bezahlen konnte.

Zur weiteren Entwicklung des Viertels ab 1990 verweisen wir auf diesen Artikel.

(jg) - 1. August 2017

(1) Quelle: Kreisarchiv Barnim
(2) Tageszeitung "Neuer Tag" vom 22. Juli 1977 (Kreisarchiv)
(3) "Von der Bodenreform zur Wurstfabrik" - Wege zur industriellen Produktion in der Landwirtschaft im Raum Eberswalde / 1. Auflage Eberswalde 2010 / Autorenkollektiv unter Leitung von H. Kliche
(4) "Ein neues Wohngebiet entsteht" - Städtebauliche Betrachtungen zum Wohnkomplex "Max Reimann" in der Kreisstadt Eberswalde-Finow von Heinz Maske, Architekt BDA/DDR - Kreisarchitekt - / Heimatkalender des Kreises Eberswalde für das Jahr 1979; Herausgeber: Rat des Kreises, Abteilung Kultur
(5) Grundsatzbeschluß des Rates des Kreises Eberswalde vom 22. Juni 1977 zu den Investitionen im 1. und 2. Bauabschnitt des WK "Max Reimann" - Quelle: Kreisarchiv Barnim
(6) Tageszeitung "Neuer Tag" vom 25. Nov. 1986 und vom 2. Dez. 1986 (Kreisarchiv)
(7) Tageszeitung "Neuer Tag" vom (ohne Angabe). November 1987 (Kreisarchiv)

Bildnachweis:
Grundsteinlegung am 19.7.1977 (Autor unbekannt)
Foto aus der Bauphase am 1.10.1979 - Herbert W. Brumm, Gramzow
(Quelle: Kreisarchiv Barnim)




Industriedenkmäler vor Ort
Dunkle Wolken über der Borsighalle: Die denkmalgerechte Sanierung des historischen Industriebaus kostet viel Geld. Allein die Entsorgung von belasteter Erde verteuert sich auf über 400.000 EUR! An den kommenden Juli-Wochenenden findet die Kunstaktion "Weiße Schatten" auf dem Ruinengelände der ehemaligen Papierfabrik Wolfswinkel statt, jeweils von 13 bis 18 Uhr. Mehr Infos unter endmoraene.de



Die Einwohnerversammlung 2016, die erstmals als Einwohnerforum organisiert war, bildete den Startschuß zur Erarbeitung des neuen Stadtteilentwicklungskonzeptes. Im September 2017 sollen auf einem weiteren Einwohnerforum die Ergebnisse vorgestellt werden.

Vom 26. Juni bis 14. Juni findet im Zusammenhang mit der Erarbeitung des neuen Stadtteilentwicklungskonzepts eine Bewohnerbefragung statt. Die ersten Umfragebögen wurden bereits verteilt.
ACHTUNG! Es handelt sich um weiße Umschläge im Format A5, die trotz der Aufschrift "Achtung: Keine Werbung" leicht mit Werbung verwechselt werden können.
Daher aufpassen und lieber die Werbestapel vor dem Wegwerfen nochmal durchgucken!

Neues Stadtteilentwicklungskonzept (STEK):
Strategiewechsel für das Brandenburgische Viertel

Fortführung des Programms Soziale Stadt

maxe. Seit 1999 werden mit dem Förderprogramm Soziale Stadt im Eberswalder Ortsteil »Brandenburgisches Viertel« ganz unterschiedliche Maßnahmen realisiert – von investiven Maßnahmen in die Infrastruktur bis zu Beteiligungs- und Aktivierungsangeboten.

Das Verstetigungskonzept von 2012, mit dem ein langsamer Ausstieg aus dem Programm Soziale Stadt gesichert werden sollte, wird derzeit evaluiert. Dabei zeigt sich, erläutert Baudezernentin Anne Fellner, »daß eine Vielzahl an Maßnahmen noch keine Verstetigungsreife erlangt hat, zudem haben sich neue Herausforderungen durch den Zuzug von geflüchteten Menschen ergeben. Eine Fortführung des Programms Soziale Stadt wird demzufolge sinnvoll und erforderlich sein.«

Die aktuelle Entwicklung war für die Stadtverwaltung Anlaß, über die Stadtteilentwicklungsstrategie des Brandenburgischen Viertels neu nachzudenken. Hierzu erarbeitet die Verwaltung derzeit ein neues Stadtteilentwicklungskonzept (STEK).

»Mit diesem Konzept«, so die Dezernentin, »wird ein Strategiewechsel für das Quartier eingeleitet, der eine nachhaltige Stabilisierung und Entwicklung zum Ziel hat.« Bisher war das Quartier Schwerpunkt des Wohnungsrückbaus - und hat mit diesem »negativen Image« auch die Bemühungen der Wohnungsmarktakteure erschwert, den Wohnungsleerstand zu verringern. Das soll nun anders werden.

Die Stadtverwaltung verfolgt dabei vier Strategien:

  • Schaffung vielfältiger Wohnungsqualitäten (Bestandsanpassung, Neubau und langfristige Rückbauziele, Barrierefreiheit, bezahlbar)
  • öffentliche und private Räume/Freiflächen pflegen und gezielt aufwerten (Wegenetze, Barrierefreiheit, Stadtteileingänge, Parkanlagen pflegen)
  • sozialen Zusammenhalt stärken (Bildung, Sport, Kultur, Freizeit, Integration/Inklusion, Nachbarschaften)
  • (Nah)Versorgung sichern (Einzelhandel, medizinische Versorgung).

In einem ersten Bürgerforum am 25. Oktober 2016 wurden Ideen diskutiert und ausgetauscht. Auf einem zweiten, für den Herbst 2017 vorgesehenen Bürgerforum, soll der Entwurf des Stadtteilentwicklungskonzeptes in den Diskussionsfokus gestellt werden.

Aus den vier Strategien ergeben sich laut Anne Fellner eine Reihe von Handlungsansätzen. So stehe z.B. die weitere Sanierung des Wohnraums durch die Wohnungsunternehmen auf der Agenda.
Hier haben die Akteure vor allem den veränderten Wohnbedarf vor Augen: Mit Grundrißveränderungen, dem Auf- bzw. Anbau von Aufzügen, der barrierearmen bzw. -freien Gestaltung von Zugängen, Wohnungen und Außenanlagen werden die Unternehmen darauf reagieren – was an sich nichts neues ist.

»Auf kommunaler Seite besteht Handlungsbedarf bei der weiteren barrierefreien Gestaltung von Wegebeziehungen, der Beseitigung von städtebaulichen Mißständen – insbesondere in den Eingangsbereichen zum Quartier – sowie in der Sanierung von Sport- und Freizeiteinrichtungen«, informiert die Baudezernentin. Dringlicher Handlungsbedarf bestehe bei der Realisierung zusätzlicher Kita-, Hort- und Schulplätze. »Hier sind rasche Lösungen gefragt«.

Bei der Umsetzung des Handlungsbedarfs, betont Anne Fellner, ist die Stadt auf die weitere Unterstützung von Land und Bund angewiesen. Ziel sei, auch künftig einen Fördermittelmix aus Stadtumbau, Wohnraumförderung und Sozialer Stadt einzusetzen. Diese Kombination unterschiedlicher Fördermittel habe sich in den vergangenen Jahren sehr bewährt und sollte auch künftig fortgesetzt werden.

(23. Juni 2017)

Siehe auch: hier




Für sozial gerechte Mieten

In Eberswalde sind die Mieten laut Mietspiegel in den letzten zehn Jahren um etwa 30 Prozent gestiegen.

Im gleichen Zeitraum haben sich auch die Betriebskosten, insbesondere für Heizung, Strom und Gas beträchtlich erhöht. Nach Abzug der Kosten für das Wohnen bleibt den Bürgern immer weniger Geld zum Leben. Das schmälert den Wohlstand und bewirkt eine verstärkte Armut. Besonders sozial Schwache und ältere Menschen sind von Armut betroffen und können sich ihre Wohnung nicht mehr leisten.

Andererseits hat die stadteigene Wohnungs- und Hausverwaltungsgesellschaft mbH Eberswalde in ihrer Satzung eine Verpflichtung, »...breite Schichten der Bevölkerung der Stadt Eberswalde mit Wohnungen zu sozial vertretbaren Mieten« zu versorgen. Tatsächlich aber ist sie als größter Vermieter in der Stadt mit ihrer Geschäftspolitik zugleich Preistreiber bei den Mieten.

Im Interesse sozial gerechter Mieten in Eberswalde fordern wir:

  • Der Bürgermeister der Stadt hat als Gesellschaftervertreter der WHG Einfluß auf die Geschäftspolitik der WHG für sozial gerechte Mieten zu nehmen.
  • Die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung müssen dafür Sorge tragen, daß die WHG ihren satzungsgemäßen Auftrag für sozial gerechte Mieten erfüllt. Dazu sind ggf. ergänzende Satzungsregelungen zu beschließen.
  • Die WHG ist in der Verantwortung, durch treuhänderisches Handeln für die Mieter auf die Minimierung der Betriebskosten hinzuwirken.
  • Die Geschäftstätigkeit der WHG ist auf die eigentliche Aufgabe der Wohnungswirtschaft zu beschränken. Es sind alle Aktivitäten zu unterlassen, die das Betriebsergebnis zulasten der Mieter schmälern.
  • Grundlage der Wohnungsmieten der WHG muß die reale Kostenentwicklung sein. Die einfache Anlehnung der Mietgestaltung an den Mietspiegel steht gegen den Grundsatz der Bereitstellung von Wohnungen mit sozialen Mieten. Als größter Vermieter in der Stadt hat die WHG die Pflicht, dämpfend auf die Mietentwicklung in der Stadt zu wirken.

Interessengemeinschaft der Mieter Eberswalde - 1. Mai 2017




Abrißbagger in der Lübbenauer Straße im Februar 2014. War das der letzte Wohnungsabriß?

Kiez mit mehr Einwohnern

Bevölkerung im Viertel wuchs 2016 um fast 5 Prozent

maxe. Die Einwohnerzahl der Stadt Eberswalde erhöhte sich im Jahr 2016 um 582 auf nunmehr 41.134. Erstmals seit 1990 kehrte sich damit der Nachwende-Schrumpfungsprozeß um.

Bemerkenswert ist, daß erstmals auch das Brandenburgische Viertel am Bevölkerungswachstum beteiligt war. Und dies sogar überproportional. Ende 2016 lebten 6.678 Menschen im Kiez, das waren fast 300 mehr als Ende 2015. Dies entspricht einem Zuwachs um etwa 4,6 Prozent. Für die Gesamtstadt liegt dieser Wert hingegen nur bei 1,4 Prozent.

Dabei hat sich die Zahl der gemeldeten Personen mit Nebenwohnsitz deutlich reduziert. Während des Jahres 2016 betraf dies nur noch im Mittel 50 Menschen. Ende 2014 waren es noch 251.

Nach den MAXE vorliegenden Zahlen war im 1. Quartal 2015 der Tiefpunkt erreicht. Damals wohnten 6.097 Personen mit Hauptwohnsitz sowie 200 mit Nebenwohnsitz, in Summe also 6.297 Personen im Kiez.

Ein Jahr zuvor, im Februar 2014, waren in der Lübbenauer Straße nochmals 90 Wohnungen abgerissen worden (siehe Video). Danach fiel im Frühjahr 2015 noch das alte Gebäude der Schwärzesee-Grundschule dem Abrißbagger zum Opfer. Inzwischen sind die Räumlichkeiten der neuen Schule zu eng für die wieder wachsende Schülerzahl.

Die wachsende Einwohnerzahl ist Folge des höheren Zuzugs. In ganz Eberswalde standen im vergangenen Jahr 3.074 Zuzügen 2.357 Wegzüge gegenüber. Aus eigener Kraft können die Eberswalder ihre Zahl nicht beibehalten. Den 387 Geburten standen 522 Sterbefälle gegenüber.

Die gestiegene Bevölkerungszahl ist dabei fast ausschließlich dem Zuzug von Ausländern zu verdanken, im Saldo 572, während der deutsche Bevölkerungsteil immerhin 10 Personen zum Positvsaldo beisteuerte. Den 1.324 Zuzügen stehen bei Ausländern 789 Wegzüge gegenüber. Und auch deren Geburtensaldo ist positiv. Bei 6 Sterbefällen kamen 43 Kinder als Neu-Eberswalder zur Welt.

In der nachfolgenden Tabelle stehen die genauen Zahlen für das Brandenburgische Viertel:


Datum Hauptwohnsitz Nebenwohnsitz Gesamt

31.03.2015 6097 200 6297
31.03.2016 6363 50 6413
30.06.2016 6436 48 6484
30.09.2016 6546 47 6593
31.12.2016 6626 52 6678


(12. Februar 2017)

Siehe auch: Zwei Drittel wohnen hier




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Alle Print-Ausgaben unserer Maxe-Kiezzeitung für das Brandenburgische Viertel, die in den Jahren 2012 bis 2014 an die Haushalte verteilt wurden, sind im Archiv abrufbar und können von interessierten Lesern noch einmal durchstöbert oder sogar ausgedruckt werden.

Hier ist der Link zum Archiv: Maxe-Printausgaben


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