Kiezmagazin fürs Brandenburgische Viertel in Eberswalde




Frühlingserwachen im Forstbotanischen Garten

Kiez-Termine

Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ):
Mütter-Fitness-Gruppe Mo 9.30 Uhr,
SV Motor Turnhalle, Potsdamer Allee 37
Krabbelgruppe Mi 9.30 - 11 Uhr, Bonhoeffer-Haus, Potsdamer Allee 35

WBG-Vereinshaus, Havellandstr. 15:
Sportgruppe @ H15 Mo 18.30-20 Uhr
Offene Naehwerkstatt Mi 10-13 Uhr
Repair-Café & Six-to-Zero Fr 15 Uhr
Hebewerk e.V. im H15

AWO Ortsverein Finow:
Nachmittag im Seniorenclub Mi 14 Uhr, Frankfurter Allee 24


Gemeindezentrum:
Familiennachmittag dienstags, 16 - 17 Uhr, Dietrich-Bonhoeffer-Haus
Potsdamer Allee 35
Familiensport, Di 15-16 Uhr, Do 15-16.30 Uhr, SV Motor Turnhalle
Potsdamer Allee 37

WBG-Freizeitschiff:
Rommé, Skat ... Mo 14 Uhr
Handarbeitstreffen Do 13 Uhr
Prignitzer Str. 48

Bürgerinitiative
Radwege in Eberswalde
Mitteilungen der Bürgerinitiative

MAXE-Volltextsuche:
Kontakt zur

Medizinische Grundversorgung:
Dritte Allgemeinärztin im Kiez

maxe. Ab 15. März nimmt mit Sandy Luther voraussichtlich eine weitere Ärztin ihre Arbeit in der Praxis für Allgemeinmedizin in der Frankfurter Allee 64 (im EKZ »Heidewald«) auf und verstärkt damit das Team um die Allgemeinmedizinerin Elisabeth Klappoth.

Dies erfuhr der Stadtverordnete Carsten Zinn am 20. Februar an Rande des Neujahrsempfangs des landkreiseigenen Krankenhauskonzerns GLG Gesellschaft für Leben und Gesundheit. Inzwischen wurde das von der Verwaltungsdirektorin für ambulante Geschäftsfelder Dr. Ortrud Vargas-Hein bestätigt.

Schwerpunkte der Diplommedizinerin Sandy Luther werden die hausärztliche Versorgung und die Betreuung der Patienten ansässiger Pflegeheime sein.

Zum GLG-Unternehmensverbund gehört auch die Medizinische Einrichtungs-GmbH Medicus-Center Eberswalde, die seit 2016 die Praxis im »Heidewald« übernommen hatte. Die langjährige Ärztin im Kiez Irene Jordan war Ende 2015 in den Ruhestand gegangen. Mit der zweiten Arztstelle wird die bisherige Zweigpraxis zum Medizinischen Versorgungszentrum West ausgebaut.
Zusammen mit der Privatpraxis von Genalie Friedrich (Potsdamer Allee 41, EKZ »Heidewald«) werden somit ab April wieder drei Allgemeinärzte im Brandenburgischen Viertel praktizieren. Der Anfang 2016 drohende ärztliche Notstand im Kiez scheint damit abgewendet zu sein.

Allerdings verließ 2017 die Kinderärztin Felicitas Ziegler den Kiez. Sie bezog in Finow neue Räumlichkeiten. Der kinderreichste Stadtteil Eberswaldes hat seitdem keinen Kinderarzt mehr. »Vielleicht kann perspektivisch auch hier der Poliklinik-Nachfolger MEG passende Abhilfe schaffen«, konstatierten wir hier im November 2017.

Eine weitere Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung im Brandenburgischen Viertel kann nach Fertigstellung des neuen Sanitätshauses an der Frankfurter Allee erwartet werden. Dort sollen auch zwei Arztpraxen entstehen. Zur Frage, wie diese besetzt werden können, habe es noch keine Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung gegeben, informierte deren ehrenamtlicher Regionalverantwortlicher Bernd Pohle.

Angesichts der allgemeinen personellen Situation beim Ärztenachwuchs machte er aktuell wenig Hoffnung, daß sich in absehbarer Zeit ein Kinderarzt oder -ärztin für das Brandenburgische Viertel finden würde. Ebensowenig gebe es kaum Chancen, für hiesige Arztstellen Mediziner mit interkultureller Sprackkompetenz zu finden.

(21. Februar 2019, aktualisiert am 22. Februar 2019)

Siehe auch:
Allgemeinärztin im Kiez hört auf
Ein Ärztehaus im Brandenburgischen Viertel?
Kein Ärztehaus im Brandenburgischen Viertel
Wieder Allgemeinärztin im Kiez
Kinderärztin verläßt den Kiez
Mariya Petkova ist neue Hausärztin im Kiez
Ärzte kommen und gehen
Bewegung an der Frankfurter Allee


GLG Medizinische Einrichtungs GmbH · Medicus-Center Eberswalde
Praxis für Allgemeinmedizin
Frankfurter Allee 64 · 16227 Eberswalde · Tel: 03334 32040 · Fax: 03334 357256
eMail: zweigpraxisbbv@glg-mbh.de internet: Praxis Elisabeth Klappoth
Die Sprechzeiten von Elisabeth Klapproth sind:
Montag 8.30 bis 12.30 Uhr
Dienstag 8.30 bis 12.30 Uhr und 14 bis 18 Uhr
Donnerstag 8.30 bis 12.30 Uhr
Freitag 8.30 bis 12.30 Uhr




Das Brandenburgische Viertel von oben.

Hebewerk - Havellandstraße 15
Grundeinkommen und Anarchie

Am 22. Februar ist es soweit. Wir führen das bedingungslose Grundeinkommen ein – zumindest imaginär. Der Philosophiekreis trifft sich wieder im Hebewerk.

Im Zentrum der Betrachtung steht dieses Mal das Verhältnis zwischen Grundeinkommen und Anarchie.

Gemeinsam gehen wir der Frage nach, ob der Neoliberalismus in Kombination mit einem Grundeinkommen das Potential hat, einem Individuum mehr Anarchie* zu bieten, als jegliche Versuche je in der Lage waren.

Zur Suche nach Erkenntnis sind alle herzlich eingeladen. Unterstützung erhalten wir diese Mal von einem Grundeinkommensaktivisten aus Frankfurt (Oder). Wir freuen uns schon sehr auf den Besuch!

Wann: 22.02.2019 um 20 Uhr
Wo: Hebewerk (Havellandstraße 15, 16227 Eberswalde)

Sonnige Grüße und bis bald

Dennis

(20. Februar 2019)


* Anarchie = Abwesenheit von Herrschaft



Im Kiez beobachtet:
Zebrastreifen längst »abgeordnet«

maxe. Vor allem Ortsfremde bemerken, daß es in der Prignitzer Straße einen Zebrastreifen gibt. Die Streifen sind nur noch halb zu sehen und es fehlt das entsprechende Verkehrszeichen. »Der Zebrastreifen in der Prignitzer Straße ist schon vor sehr langer Zeit abgeordnet worden«, erklärt Baudezernentin Anne Fellner, »weil die Zahlen es nicht mehr ermöglicht haben, ihn zu begründen. Das war nach dem Wegfall von Neckermann und Aldi - ich kenne dies nur aus der Geschichtsschreibung.«

Tatsächlich wurden die Streifen nach der »Abordnung« mit grauer Farbe überpinselt. Selbige ist mit den Jahren jedoch abgefahren worden und die alten Zebrastreifen kamen wieder zum Vorschein. Für die Einheimischen ist das ohne Bedeutung. Für Auswärtige oder Neuzugezogene können die Reste des Zebrastreifens hingegen verwirrend wirken. Es sollte daher überlegt werden, so der Vorschlag von Anwohnern, die abgefahrene Übermalung im kommenden Frühjahr zu erneuern.

20. Februar 2019





Durchblick an der Potsdamer Allee




Musizierende Kinder auf dem Adventsmarkt

Der Sprecherrat tagte im Bürgerzentrum:
Die Unverzichtbarkeit der Bratwurst
auf Kiezfesten

maxe. Die Quartiersmanagerinnen im Brandenburgischen Viertel Patricia Berndt und Ute Truttmann luden die Mitglieder des Sprecherrats »Soziale Stadt« am Montag, den 11. Februar 2019, um 17 Uhr in das Bürgerzentrum in die Schorfheidestraße 13 ein. Der Sprecherrat tagte öffentlich. Einwohnerinnen und Einwohner des Viertels waren wie immer ausdrücklich eingeladen, hätten aber - aufgrund der Räumlichkeit - keinen Platz mehr gefunden. Das Interesse hielt sich jedoch in Grenzen.

Auf der Tagesordnung standen zuerst die Begrüßung durch das QM und die Vorstellung des neuen Integrationsmanagers durch Herrn Konaretzki aus der Stadtverwaltung. Herr Moysenko, der für die Integration Geflüchteter in Sachen Arbeit, Praktikum und Bewerbung zuständig sein soll, ist seit 4 Wochen Angestellter des Amtes für Beschäftigungsförderung in Vollzeit, stammt aus Russland und seine Stelle ist bis zum 31. Oktober 2021 befristet. Er spricht fließend Deutsch, Russisch und Englisch, ist seit 3 Jahren in Deutschland und hat seinen Master an der Universität Jena gemacht. Durch Netzwerkarbeit, Zusammenarbeit mit dem Jobcenter, der IHK, dem Europäischen Sozialfond und dem Land Brandenburg will Herr Moysenko die Geflüchteten optimal fördern.

Voraussetzung sei die Ermittlung der Fähigkeiten, Fertigkeiten und der Problemlagen einer Person, wobei bei oftmals ein Dolmetscher für Arabisch gebraucht werde. Frau Berndt warf ein, die Synergien der beteiligten Partner im Prozess der Arbeitsvermittlung müssten zum Tragen kommen. Gerade das sei häufig ein Problem, erläuterte ein Sprecherratsmitglied. Vielfach würden die Bewohner des Wohnverbundes an sechs verschiedene Stellen geschickt und keiner wüßte, was schon abgearbeitet sei. Es fehlten Zuständigkeiten und auch der Datenschutz mache in der Kommunikation über Geflüchtete Schwierigkeiten. Die Lösung sei ein Laufzettel oder ein Beratungspass, mit dem man gute Erfahrungen gemacht habe. Der Integrationsmanager ist unter der Nummer des Quartiersmanagments erreichbar: 03334 / 81 82 45.

Als nächster Tagesordnungspunkt stand die Vorstellung von drei Anträgen auf finanzielle Förderung auf dem Programm. Der erste Redner - Herr Witt von »Integration durch Sport« mit Sitz seit 2017 in der Coppistraße - stellte sein geplantes Projekt vor: Offene Sportangebote für heimat- und orientierungslose Flüchtlinge aller Altersklassen soll eine große Zahl von Menschen im Viertel ansprechen und gerade Jugendliche könnten durch die Möglichkeit, in einem gesetzten Rahmen ihre Kräfte zu messen, erreicht werden. Die Spielplätze im Viertel seien am Abend und an den Wochenenden häufig überfüllt gewesen und es gab dadurch Beschwerden von Anwohnern. Die nahtlose Fortsetzung des bestehenden Projektes, welches in Zusammenarbeit mit der SPI und Motor Eberswalde geleistet werde und 4 Honorarkräfte benötige, war leider nicht möglich aufgrund von Verzögerungen im Prozess der Bewilligung der finanziellen Mittel. Die Fördersumme belaufe sich diesmal auf 20.078 Euro, wobei der Sprecherrat nur über den Anteil von 7.500,- entscheiden konnte. Alle Sprecherratsmitglieder stimmten dafür, nur der Eberswalder Sportclub enthielt sich der Stimme. Das Sportangebot für Geflüchtete hat sich im Brandenburgischen Viertel schnell herumgesprochen. Der Fußballsport für Jugendliche, das am samstagabends von 19-21 Uhr in der Motor-Halle stattfinde, werde schon langsam zu voll. Angebote im Westendstadion sowie in der Waldsportanlage würden hingegen, aufgrund der Entfernung, kaum angenommen werden, so Herr Witt von »Integration durch Sport«. Frank Neumann, Vertreter der Kita »Arche Noah«, bedauerte dies, da doch die Waldsportanlage mit viel Aufwand neu hergerichtet werde.


Gerade Jugendliche könnten durch die Möglichkeit,
in einem gesetzten Rahmen ihre Kräfte zu messen,
erreicht werden.

Die vorgestellten Projekte »Schullotsen an der Grundschule Schwärzesee« (550 EUR für 6 Termine) sowie »Spirkus« - artistische Spielangebote aus aller Welt vom Verein Wucki Zucki e.V., durchgeführt in der REKI-Sporthalle Schorfheidestraße - wurden durch den Sprecherrat ebenfalls bewilligt. Beate Gollnast erklärte in ihrer Vorstellung, daß bei Letzterem für insgesamt 50 Kinder 4 Erwachsene als Betreuer benötigt würden, die durch Artistik, Jonglieren und Klettern an einem Tuch den Kindern beibringen würden, wie man längere Zeit an einer Sache dran bleibt und wie sie auch Konfusion bewältigen könnten. Zwei ehrenamtliche Helfer seien aus Somalia, die eine Aufwandsentschädigung bekämen. Die Bewilligungssumme betrug 7.500 Euro.

Die Schlußrunde der Beratung läutete Patricia Berndt mit einem Rückblick auf die Arbeit des Quartiersmanagements im Jahr 2018 ein. Sie bat um Rückmeldungen der Anwesenden - allesamt verantwortliche Vertreter der Träger im Kiez - welche Verbesserungen, insbesondere bei den großen Festen, es geben könnte. Die Vertreterin der Grundschule konstatierte, zum Adventsmarkt 2018 wollten 90 Prozent der Besucher eine Bratwurst essen, doch diesmal hätte es keine Bratwurst gegeben. Auch das Bühnenprogramm, merkte Irina Dessert vom Kontakt e.V. an, war beim letzten Mal etwas dürftig. Frau Berndt erklärte, nur wenige Teilnehmer hätten den Mut, auf die Bühne zu gehen, da müsste man wohl für professionelle Auftritte sorgen. Außerdem hätte die Schnee-Atmosphäre gefehlt, bemängelte Jörg Renell vom Bonhoefferhaus mit Augenzwinkern. Für das Wetter sei nun mal das Quartiersmanagement zuständig, sprang ihm Gerd Markmann bei, der als einziger Einwohner im Brandenburgischen Viertel Mitglied im Sprecherrat ist.

Weitere Kritikpunkte am Adventsmarkt waren, daß der Weihnachtsbaum keine Beleuchtung gehabt hätte und daß die vielen Sitzgelegenheiten überdimensioniert waren, weil sich bei der Kälte niemand hinsetzen wollte. Und beim »Fete de la Viertel«, das dieses Jahr am 7. September stattfinden soll, wäre es wünschenswert, etwas professionelle Musik einzukaufen, sodaß man vielleicht auch am Abend etwas länger abtanzen könne. Leider müsse man Rücksicht auf das benachbarte Pflegeheim nehmen, so Ute Truttmann vom Quartiersmanagement.


Die beiden Akteure des externen Quartiersmanagements
sind zuwenig vor Ort und die Arbeit ist
an nur zwei Tagen pro Woche gar nicht zu schaffen.

Jörg Renell fragte nach der Perspektive des QM für die nächsten Jahre und bemängelte, daß die beiden Akteure der externen S.T.E.R.N.-GmbH zuwenig vor Ort seien und daß die Arbeit in nur zwei Tagen pro Woche gar nicht zu schaffen sei. Ute Truttmann sagte dazu, daß man sich mit der Finanzierung noch in der Phase der »Verstetigung« befinde und daß mit der Wiederaufnahme des Programms »Soziale Stadt« sich die Bedingungen verbessern würden. Frank Neumann von der evang. Kirche vermutete, daß ja bald Frau Johne-Akcinar zu den beiden Quartiersmanagerinnen stoßen könne. Herr Konaretzki von der Stadtverwaltung wies darauf hin, daß man noch nicht wisse, wann die hauptamtliche Quartiersmanagerin aus der Mutterschaftszeit zurückkomme und außerdem von diesem Gehalt die externe Beratung durch Frau Berndt und Frau Truttmann bezahlt werde. Ihr Vertrag laufe vorerst nur bis September 2019, so Patricia Berndt, deren Arbeitgeber in Berlin-Friedrichshain ihren Sitz hat.

Frau Berndt informierte die Teilnehmer der Sitzung noch, daß am 13. April 2019 der Frühjahrsputz »Sauberswalde« stattfinde, diesmal mit dem Schwerpunkt des neugeschaffenen Hundeauslaufplatzes an der südlichen Potsdamer Allee. Auch an der Drehnitzwiese könne man an diesem Tag gemeinsam im Wald aufräumen, fügte Frank Neumann hinzu.

(jg) - 12. Februar 2019





Baufortschritt in der Heegermühler Straße







EBERS-
WALDER
KONZEPTE

Was Stadtplaner vor 5 Jahren ersonnen:
Teil 1: "Wir machen einen Plan!"

maxe. Im April des Jahres 2014 beschlossen die Eberswalder Stadtverordneten das "Integrierte Stadtentwicklungskonzept" (INSEK), welches - auf Grundlage gesicherter Daten - die Handlungsleitlinien für die städtische Entwicklung der nächsten 20 Jahre festsetzte.

Eine wichtige Datengrundlage bot die Einwohnerstatistik. So wurde im Brandenburgischen Viertel ein Einwohnerschwund von 100 Bewohnern pro Jahr beobachtet, resultierend aus natürlichen Verlusten (mehr Todesfälle als Geburten) sowie Wanderungsverlusten. In Finow waren es 70 Bewohner weniger pro Jahr. Für die vergangenen Jahre wurde festgestellt:

"Die Stadtmitte generiert die stadtinternen Wanderungsgewinne insbesondere aus den Stadtbezirken Brandenburgisches Viertel (+300 EW) sowie Finow (+70 EW), verliert aber gegenüber Ostende (-100 EW) und Nordend (-40 EW). Mit Abstand die schlechteste Wanderungsbilanz weist der Stadtbezirk Brandenburgisches Viertel auf, der insbesondere an Finow (-150 EW) und Westend (-80 EW) Einwohner verliert." (INSEK Seite 24)*

Leitbildszenario der Stadtentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahlen der letzten 10 Jahre (gelbe Linie, siehe nachfolgende Abb.) nahmen die Stadtplaner zum Anlaß, zwei mögliche Prognosen bis zum Jahr 2030 zu entwerfen. Die optimistische Variante ging davon aus, daß Eberswalde im Jahr 2020 38.470 Einwohner und im Jahr 2030 34.400 Einwohner haben wird. Diese "günstigere" Variante wurde zum Leitbild erklärt.

Zum positiven Leitbild gehörte außerdem, daß sich die arbeitsplatzbezogenen Abwanderungen minimieren und sich Eberswalde als attraktiver Arbeits- und Wohnort profilieren kann. Weiter wurde vermutet: "Die suburbanisierungs- bedingten Einwohnerverluste in Nachbarämter/-gemeinden können weiter minimiert werden, wozu auch attraktive Angebote zur Wohneigentumsbildung in den innerstädtischen Quartieren sowie in attraktiven Lagen am Finowkanal beitragen." (INSEK Seite 27)

Der Zuzug von älteren und in der Mobilität eingeschränkten Personen aus dem ländlichen Raum resultierend aus zunehmenden Versorgungsdefiziten werde weiterhin anhalten. Und obwohl die Planer sich wünschten, daß "Eberswalde sich als Wohnstandort für Berliner Nachfragegruppen etabliert, die urbane Wohnformen in gut erreichbaren, attraktiven Klein- und Mittelstädten der Metropole vorziehen", wurde einleitend ernüchternd festgestellt:

"Die räumliche Entfernung der zentralen Orte im weiteren Metropolenraum ist heute als Entwicklungshemmnis zu sehen - trotz der deutlich verbesserten Erreichbarkeiten der Hauptstadt. Mit dieser räumlichen Entfernung - und den resultierenden Fahrzeiten/-kosten - relativieren sich die Kostenvorteile des Wohnens, eine relevante Nachfrage aus dem Berliner Raum hat sich bisher nicht gezeigt." ("Der Brandenburger Blick" - INSEK Seite 12)

Die Altersstruktur der Bevölkerung

Im Jahr 2014 gingen die Planer davon aus, daß sich das Durchschnittsalter in der Gesamtstadt von 46 Jahren auf 47,8 Jahre im Jahr 2020 und 50,3 Jahre im Jahr 2030 erhöhen wird. Die Nachfragestrukturen werden sich verändern und die älteren Menschen werden als Konsumentengruppe zunehmend eine größere Rolle einnehmen. (INSEK Seite 30)

Die jüngsten Stadtteile mit den prozentual stärksten Gruppen von Kindern und jungen Menschen sind das Brandenburgische Viertel und die Stadtmitte, während "eine hohe Überalterung in Finow, Nordend, Ostende und Westend" besteht, so die Stadtplaner.

Weiterhin wurde angenommen, daß sich die Zahl der Geburten kontinuierlich verringern werde, sodaß die Eberswalder Alterspyramide auf dem Kopf stehe, mit einem sehr großen Anteil von Rentnern im Jahre 2030.

Fokus auf die Innenstadt

Die Stadtplaner resümierten 2014:

"Die Innenstadt bleibt Aufwertungsschwerpunkt, um den Sanierungsprozess fortzusetzen und weiteren Bevölkerungszuwachs zu generieren. Eberswalde kann mittlerweile auf 20 Jahre Stadtsanierung zurückblicken - und hat damit große Erfolge im Hinblick auf die Wiedergewinnung der Stadtmitte, die Steigerung der Attraktivität und Anziehungskraft und die steigende Nachfrage 'nach der Mitte' erzielt." (INSEK Seite 58)

Für die Stadtteilplanung wurde folgendes Szenario angenommen:

Für die meisten Stadtteile werden 2014 starke natürliche Bevölkerungverluste prognostiziert, während man in der Stadtmitte von Zuwanderung ausgeht und im Brandenburgischen Viertel (Finowtal) von Abwanderung. Entsprechend der Prognosen standen vor 5 Jahren u.a. folgende Gebiete unter Beobachtung in Bezug auf den Stadtumbau: Finow-Ost, Kopernikusstraße, Brandenburgisches Viertel, Wildparkstraße, Heegermühler Straße, Schöpfurter Straße, Eisenbahnstraße und Leibnizviertel.

Der Wohnungsleerstand in einzelnen Straßen wurde genau registriert:

Der Wohnungsmarkt

"Die Stadt Eberswalde hat im Jahr 2009 den privaten Wohnungsbestand und -leerstand durch eine Vor-Ort-Begehung adressscharf erhoben und erhält jährlich mindestens von den beiden großen Wohnungsmarktakteuren WHG und WBG adressscharfe Wohnungsmarktdaten für das Stadtumbaumonitoring übermittelt. Etwa 50 % des Gebäudebestands sind Einfamilienhäuser (3.323 WE) und weitere 10 % Zweifamilienhäuser (1.244 WE). Damit befinden sich knapp 80 % der Wohnungen (18.639 WE) in Mehrfamilienhäusern.

Der Anteil der Wohnungen, die überwiegend im industriellen Wohnungsbau der DDR errichtet worden sind (Baujahr 1969-1987), macht ca. 37 % aus. Dies ist deutlich weniger als z. B. in Bernau (47 %) und in den kreisfreien Städten Frankfurt/Oder (53 %), Cottbus (54 %) und Potsdam (43 %). Vom gesamten Wohnungsbestand entfallen etwa 3/4 der Wohnungen auf die Kategorie 'vollsaniert/neu' bzw. 'saniert', 12 % der Wohnungen sind als 'teilsaniert' und 11 % der Wohnungen als 'unsaniert' einzustufen sowie 3 % des Wohnungsbestands als 'baufällig/ruinös'."
(Meldung des Bestands von 23.659 WE im Rahmen des LBV-Stadtumbaumonitoring für das Jahr 2012, davon 11% Leerstand, INSEK Seite 65/66)

Die Entwicklung der Nettokaltmieten von 2009 bis 2013 stellte sich in folgender Abbildung dar. Wie man sieht, hat der Anteil an günstigen Mieten unter 4 EUR/qm stark abgenommen. Die Konzentration erfolgte 2013 im Bereich um 5 bis 6 EUR je Quadratmeter.

Für die einzelnen Stadtteile wurden unterschiedliche Anpassungsstrategien erarbeitet:

In der Wohnungsmarktprognose (entsprechend Leitbild) stellten die Planer 2014 fest, daß

  • der rechnerische Wohnungsleerstand sich bis 2020 auf rd. 2.930 WE (Anstieg um rd. 260 WE) und bis 2030 auf rd. 4.230 WE erhöht (Anstieg um rd. 1.560 WE).
  • die Leerstandsquote bis 2020 auf 12,4 % und bis 2030 auf 18,4 % ansteigt.
  • die Effekte des bisherigen Stadtumbaus nach 2020 - ohne Fortsetzung des Stadtumbauprozesses und unter Berücksichtigung von Prognoseunsicherheiten - somit wieder "verpuffen" würden.
  • der Ausblick in das Jahr 2030 verdeutlicht, dass sich die Wohnungsleerstands- entwicklung als sehr gravierend für den Wohnungsmarkt darstellen wird und weitere Maßnahmen zur Anpassung des Wohnungsbestands an künftige Nachfrageentwicklungen zur Konsolidierung des gesamtstädtischen Wohnungsmarkts erforderlich sind. (INSEK Seite 77)

In dieser Prognose erwartete man einen Anstieg des strukturellen Wohnungsüberhangs bis 2030 auf 3542 Wohneinheiten - ohne Stadtumbau. Interessant an dieser Stelle ist die Fluktuationsreserve für den Eberswalder Wohnungsmarkt, wie sie von der Stadtplanung verfolgt wird: Mit 3% vom Bestand entspricht sie ziemlich genau den 3% des Wohnungsbestandes, der als "baufällig/ruinös" eingeschätzt wird [siehe oben]. Wie das in der Praxis funktionieren soll, wenn es keinen Wohnungsüberhang mehr gibt, bleibt ein Rätsel der Stadtplanung.

In der Gesamteinschätzung des Wohnungsmarkts ergab sich für die Planer diese Analyse:

Schwerpunkte des Stadtumbaus

Daß sich der "Stadtumbau", wie der Abriß vornehm bezeichnet wird, nicht ohne Konflikte durchführen ließe, war den Stadtplanern von vornherein klar:

"Das Agieren im Spannungsfeld Rückbau vs. Niedrigpreissegment bzw. Rückbau vs. Neubau ist unvermeidbar
  • einerseits Rückbauerfordernis angesichts der demografischen Entwicklung mehrheitlich in preiswerten un- bzw. teilsanierten Beständen
    > der Rückbau von Wohnraum muss städtebaulich, wohnungswirtschaftlich und sozialpolitisch vertretbar sein

  • andererseits Neubaubedarf (insb. EFH / ETW mit multifunktionaler Raumnutzung, Freiraumbezug, in ausgewählten Lagen und teils eigentumsorientiert) zur Angebotsverbesserung in diesen Marktsegmenten

  • Angebotsüberhänge und Rückbauerfordernisse dürfen bedarfsgerechten Neubau nicht ausschließen
    > Angebotsvielfalt durch Neubau verschafft Stadtumbaupartnern Kraft für erforderlichen Rückbau"
    (INSEK Seite 76)
Der Wohnungsrückbau erfolgte im Zeitraum 2002 bis 2012 in diesen Dimensionen: Stadtmitte (230), Westend (38), Finow (148), Brandenburgisches Viertel (1227), Nordend (184) und Ostende (36). Über die Jahre verteilt, ergab sich folgendes Gesamtbild:

Zur "Konsolidierung des gesamtstädtischen Wohnungsmarkts" war geplant, von 2013 bis 2020 insgesamt 631 Wohnungen abzureißen, und von 2021 bis 2030 sogar noch einmal 1500 WE. Dies sollte geschehen, wie schon erwähnt, in Übereinstimmung mit dem Leitszenario und der zugrundeliegenden "optimistischen Prognose".

Wie aus den vorangegangenen Daten leicht ersichtlich ist, war das Brandenburgische Viertel der Schwerpunkt des Stadtumbaus und daran sollte sich aus Sicht der Stadtplanung nichts ändern:

"Den räumlichen Schwerpunkt des bisherigen Stadtumbaus im Sinne von Rückbau von Wohnungsbeständen bildete das Brandenburgische Viertel. Auch unter Bezug auf die aktuelle Leerstandssituation und die Prognosen der Bevölkerungs- und Wohnungsmarktentwicklung für das Brandenburgische Viertel wird der Stadtteil auch in Zukunft maßgeblich von weiteren Rückbauvorhaben geprägt sein, sofern der Wegzug anhält. Mittelfristig wird dazu in Finow-Ost der Stadtumbauprozess einsetzen, um eine positive Quartiersentwicklung zu gewährleisten." (INSEK Seite 81)
Die adressscharfe Umsetzung erfolge schrittweise in enger Abstimmung mit den Eigentümern, während sich das Rückbautempo auf einem geringen Niveau einpendeln wird, so die städtischen Planer. Die Schwerpunkte des Abrisses würden sich im 3. und 4. Bauabschnitt des Brandenburgischen Viertels befinden, siehe Abbildung:

Die tatsächliche Entwicklung

Die optimistische Variante des Leitbildszenarios ging von 38.470 Einwohnern für Eberswalde im Jahr 2020 aus. In Wirklichkeit gab es keine fallende Tendenz mehr, sondern das Gegenteil, so daß zum 31. Dezember 2018 in Eberswalde 41.547 Bürger gezählt werden konnten (MOZ vom 31.1.2019). Das sind ca. 3000 Einwohner mehr als geplant. Wie konnten die Planer sich so verrechnen?

Zwei Faktoren spielten für diese Entwicklung eine Rolle: zum einen der große Flüchtlingsandrang in Zusammenhang mit dem Syrienkrieg und dem zeitweisen Aussetzen der Dublin-Asylbestimmungen, und zum anderen die extreme Steigerung der Wohnkosten in der Metropole Berlin, die viele sozial Schwächere nach Brandenburg ziehen läßt. Jährlich, so Brandenburgs Ministerin Schneider, verlassen Berlin Einwohner in Richtung Umland in der Größenordnung einer Kleinstadt - nämlich 30.000 Menschen (Berl. Zeitung vom 16. Oktober 2018).

Dies machte sich auch in Eberswalde bemerkbar. Während man zum Beispiel in Westend von Schrumpfung ausging, herrscht dort jetzt Vollvermietung. Auch im Brandenburgischen Viertel wurde der Schrumpfungsprozess gestoppt. Der geplante Abriß von Wohnblöcken in der Potsdamer Allee konnte so verhindert werden.

Und trotzdem - das kann man hier keinem Einwohner erklären - kommt es in diesen Tagen zum erneuten Rückbau von zwei Wohnblöcken mit Leerstand, um den Wohnungsmarkt in Eberswalde weiter zu "konsolidieren". Das jedenfalls fordern die Kreditgeber. Es ist ein wohnungspolitischer Spagat.

Was schon Bertolt Brecht zum Thema "Planung" sagte, werden wir auch in Teil 2 der EBERSWALDER KONZEPTE untersuchen, nämlich über das Programm "Soziale Stadt" im Brandenburgischen Viertel. Demnächst auf dieser Seite ...

(*) die Seitenangaben beziehen sich auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept INSEK 2014 (Korrekturfassung), welches am 24. April 2014 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde. Hier zum PDF-Dokument

(jg) - 3. Februar 2019




Das Brandenburgische Viertel von oben. Viele Probleme sind im einst größten DDR-Neubaugebiet der Stadt Eberswalde zu lösen. Das Viertel feiert schon 40 Jahre seines Bestehens und ist noch immer wichtig für die Lösung der Wohnungsfrage.

Info-Abend zum Integrierten Entwicklungskonzept:
Mitreden im Viertel!

maxe. Knapp 60 Zuhörer kamen am 28. Januar 2019 ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus zur Vorstellung des Integrierten Entwicklungskonzepts für das Brandenburgische Viertel mit dessen Fortschreibung derzeit das Berliner Stadtentwicklungsbüro S.T.E.R.N. arbeitet, deren Mitarbeiterinnen Patricia Berndt und Ute Truttmann zugleich das derzeitige externe Quartiersmanagement bestreiten. Neben Stadtverwaltungsmitarbeitern, Stadtverordneten, Vertretern der hiesigen Wohnungsunternehmen, Mitgliedern des Sprecherrates »Soziale Stadt« und einigen Akteuren sogenannter Träger, waren auch etwa 20 Bürgerinnen und Bürger des Viertels vor Ort.

Der Abend begann mit einer Präsentation dessen, was mit den Mitteln aus dem Programm »Soziale Stadt« seit Anfang des Jahrtausends so alles umgesetzt wurde, wie es nach dem ursprünglichen Auslaufen des Programms vor knapp fünf Jahren weiterging und welche Arbeit das Quartiersmanagement in alter und neuer Besetzung geleistet hat: Weihnachtsmarkt, Sommerfest, der Hundeauslaufplatz, die Mitarbeit der Schwärzeseeschule und nicht zuletzt die zum Teil erfolgreiche Aktivierung von Trägern und Bürgerschaft sind hierbei die Stichpunkte.

Der Bilanz folgte ein Ausblick auf die künftigen Projekte und Maßnahmen im Viertel. Im Fokus standen dabei insbesondere der aktuelle Rückbau von Wohnungen im Verantwortungsbereich der Wohnungsgenossenschaft, die zugleich einen anderen Teil ihres unsanierten Wohnungsbestandes im Viertel mittels beträchtlicher Investitionen deutlich aufwerten will. Ziel dieser Maßnahmen ist eine deutliche Verringerung der aktuellen Leerstandsquote. Hier liegt die Verantwortung hauptsächlich in den Händen der Genossenschaft.

Das städtische Entwicklungskonzept hat darüber hinaus beispielsweise die Aktivierung, Um- bzw. Andersnutzung der infolge des Abrisses entstandenen Brachflächen im Fokus. Auf dem Programm stehen auch der Umbau von Teilen des Vereinshauses H15 - früher Kita »Spatzennest« - zur Nutzung als Kita (notabene!) sowie der Neubau einer Kita auf den Brachflächen der früheren Schwärzesee-Grundschule und der Albert-Einstein-Gesamtschule. Auf dem Programm stehen weiterhin die Aufwertung des Potsdamer Platzes, ein Wegweisersystem für die vielen sozialen und kulturellen Einrichtungen im Kiez und schließlich auch die Idee, ein Logo für den Stadtteil zu entwickeln, um damit das negative Image des Viertels zu überwinden.

Sodann hatten die Teilnehmer der Veranstaltung Gelegenheit, sich an aushängenden Projektplakaten eingehender mit den Projekten vertraut zu machen und auf leeren Blättern spontan eigene Ideen einzubringen. Darunter beispielsweise der Vorschlag, die Wohnungen vom Schwedter Typ künftig mit Küchen- und WC-Fenstern zu versehen. Diese Bürgerbeteiligung wird in die Erarbeitung des Integrierten Entwicklungskonzepts des Brandenburgischen Viertels einfließen. Weitere Vorschläge brachte in der anschließenden Diskussion der frühere Ortsvorsteher Carsten Zinn ein. Es müsse »Feten geben, bei denen auch mal abgedanced werden kann«. Zinn kritisierte zudem die mangelnde Werbung für das Treffen und die ungünstige Uhrzeit für Alte und Berufstätige.

Anschließend ergriff Mirko Wolfgramm von den Zonenboys Eberswalde das Wort. Er bedauerte, daß die Aktivitäten seines Vereins, der seit mehr fast zehn Jahren im Viertel regelmäßig das »Völkerballturnier der Toleranz« veranstaltet, seitens der Stadtverwaltung bisher nicht zur Kenntnis genommen wurde. Weiteren Aktivitäten von Bürgerinnen und Bürgern, die außerhalb der bestehenden Förderstrukturen unternommen werden, gehe es ebenso.

Um mehr Wirksamkeit zu erreichen, sagte Mirko Wolfgramm, engagiere er sich seit einiger Zeit nicht nur in verschiedenen Bürgerinitiativen, sondern auch in der Partei Die PARTEI. Seit Frühjahr 2018 ist er der Vorsitzende des Eberswalder Ortsverbandes. Die PARTEI will mittels Satire auf bestehende Probleme hinweisen. »Ich bin mir allerdings keineswegs sicher«, so Mirko Wolfgramm, »inwieweit einige der heute vorgebrachten Vorschläge als Satire, oder doch vielmehr als schlechter Witz zu bezeichnen sind«. Konkret verwies er auf den Teilabriß und dem mit vielen Fördermitteln realisierten Umbau der einstigen Kita »Spatzennest« zum Vereinshaus, das »nun wieder zur Kita werden soll«.

Ihm fehle auch »in Gänze die Einsicht, wie man vor einigen Jahren eine Schule abreißen konnte, nur um jetzt Schüler in einem Bankgebäude zu beschulen und festzustellen, daß auch dieser Platz künftig nicht reichen« werde. Wohnungsunternehmen, die heute Wohnungen abreißen, sollten daran denken, daß »die Kita-Kinder von Heute, die Schüler von Morgen und die Mieter von Übermorgen sein werden«. Der Abriß sei »die destruktivste Form des Umbaus und garantiert keine Aufwertung des Viertels«.

Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger applaudierten, während sich Baudezernentin Anne Fellner zum Widerspruch genötigt sah. Sie polemisierte lautstark gegen Populismus und den Mißbrauch der Veranstaltung für Wahlkampf. Die nachfolgenden Redner, Irina Dessert vom Kontakt e.V. und Jörg Renell vom evang. Gemeindezentrum, folgten der Baudezernentin nicht. Letzterer gab laut dem Bericht der Lokalzeitung zu bedenken, »Konzepte, die vielleicht 2020 bis 2023 umgesetzt werden, bringen hier niemandem etwas.« Es müsse sofort etwas passieren.

Ob sich die Kritik auch in dem künftigen Integrierten Entwicklungskonzept für das Brandenburgische Viertel wiederfindet, wird man sehen. Es wäre auch zu hinterfragen, warum so viele aus dem Programm »Sozialen Stadt« geförderte Maßnahmen gescheitert sind: Pokerclub, Braune Piraten, Bürgerzeitung »WIR«, Gemeinschaftsgarten, Rentnerspielplatz Reki und wohl jetzt auch das Freizeitschiff? Möglicherweise werden die Ergebnisse der Kommunalwahlen im Mai darauf Einfluß haben, wie das Konzept im Viertel umgesetzt wird. Insofern war es vielleicht nicht das Schlechteste, diese Informationsveranstaltung auch für den »Wahlkampf zu mißbrauchen«.

30. Januar 2019





Bewegung an der Frankfurter Allee

maxe. Am 24. Januar 2019 begannen Fäll- und Rodungsarbeiten auf dem ehemaligen Kaufhallen-Grundstück nördlich der Frankfurter Allee. Dabei ergab sich für den Betrachter folgendes Bild (s.u.) Im Gegensatz zu den ausführenden Arbeitern, die die oberen Teile der kleinen Bäume und Sträucher zu Mulch schredderten, konnte die zuständige städtische Dezernentin, Frau Anne Fellner, auf Anfrage eine Auskunft erteilen, was auf dem Gelände geplant sei. Man erfuhr, daß im Laufe des Jahres für ein zu errichtendes Sanitätshaus die Bodenplatte gesetzt werden soll.

Anzunehmen ist, daß sich die ortsansässige Firma Koeppe mit diesem Gebäude vergrößern möchte. Außerdem sind Räume für zwei Arztpraxen geplant, die einen barrierefreien Zugang ermöglichen. Wie es mit dem östlichen Nachbargrundstück, der Specht-Ruine, weitergeht - dazu machte Anne Fellner keine Angaben. Die Errichtung eines Ärztehauses stand schon lange auf der Wunschliste von lokalen Interessenvertretern.

25. Januar 2019

Siehe auch: Ein Ärztehaus im Brandenburgischen Viertel?




Bürgerinformation am 28. Januar:
Integriertes Entwicklungskonzept

maxe. Das Quartiersmanagement vom Kontaktbüro Soziale Stadt im Brandenburgischen Viertel in Eberswalde lädt für Montag, den 28. Januar, um 18 Uhr, zu einer Bürgerinformation zum aktuellen Entwurf des Integrierten Entwicklungskonzepts (IEK) für das Brandenburgische Viertel ein. Ort der Veranstaltung ist das Dietrich-Bonhoeffer-Haus (Potsdamer Allee 35) in Eberswalde.

Im Mittelpunkt der Information stehen die Schwerpunkte und Schlüsselmaßnahmen, die in den nächsten Jahren gemeinsam realisiert werden sollen. Eingeladen sind alle Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels sowie Träger, Gewerbetreibende und Wohnungsunternehmen, die im des Brandenburgischen Viertels agieren.

(21. Januar 2019)


Quartiersmanagement Brandenburgisches Viertel
Kontaktbüro Soziale Stadt / Bürgerzentrum
Schorfheidestraße 13, 16227 Eberswalde, Telefon: 03334 818245
eMail:
Sprechzeiten: Dienstag,13 - 18 Uhr


Dietrich-Bonhoeffer-Haus · Potsdamer Allee 35 · 16227 Eberswalde
Tel: 03334 383930 · Fax: 03334 383931
eMail: gemeindezentrum-bbv@t-online.de




Frost-Impressionen im Januar

Fotos am 20. Januar 2019 - Jürgen Gramzow




»Wir fangen an!«, heißt es auf Handzetteln der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG (ehemals Wohnungsbaugenossenschaft Eberswalde-Finow eG), die im Brandenburgischen Viertel verteilt wurden. Dabei gehe es um die »Revitalisierung des Brandenburgischen Viertels - Phase 1« die konkret den »Rückbau eines unsanierten fünfstöckigen Plattenbautyps P2RS, errichtet im Jahr 1984« umfaßt. Betroffen sind etwa 50 Wohnungen in der Brandenburger Allee 27 bis 35. Das Haus ist in den letzten Monaten freigezogen worden und wird nun für den mit Bundes- und Landesmitteln geförderten Abriß vorbereitet.

Genossenschaft verabschiedet sich vom Abriß-Wohnblock:

»Hinter den Fenstern«

"Hinter dem Fenster" heißt es am Donnerstag, den 17. Januar 2019, im Brandenburgischen Viertel. Dahinter verbirgt sich eine Einladung der Wohnungsgenossenschaft Eberswalde 1893 eG in die Brandenburger Allee.

Und die geht so:

Die Medien sind abgeschaltet, wir machen aber noch einmal Licht. Das Waffeleisen glüht, der Fernseher ist an, das Kondolenzbuch ausgelegt, verblichene Träume. Im Wohnzimmer haben es sich Jonnathan Gonzalez und Björn Bergek mit Gitarre und Bass gemütlich gemacht. Für Latin Musik braucht man Hirn und Herz - für Ende und neuen Anfang auch.

Kommt in die Brandenburger Allee 29, 1. OG rechts. Noch einmal die Wände anfassen. 17 bis 21 Uhr.

Udo Muszinski - 16. Januar 2019

Von den Banken zum Abriß gezwungen: Genossenschaft muß sich von zwei Häusern trennen und zerstört so das einheitliche Bild der Brandenburger Allee.




Jahres- rückblick 2018

Was passierte in diesem Jahr im Kiez und in der Stadt?
Januar

Trauer um Hinke: Der allseits bekannte und allgegenwärtige Kiezseeräuber ging seinen letzten Weg.

Ein Dummer-Jungen-Streich oder schwere Brandstiftung? Am 13. Januar brannte in der Nacht ein Papiercontainer in der Prenzlauer Straße. Die Feuerwehr löschte den Brand.

Große Resonanz beim Bürgerbegehren Heegermühler Straße: In über 50 Sammelstellen der Stadt werden Unterschriften gesammelt.

Februar

2. Februar: Nach dem schweren Sturm im Herbst des letzten Jahres wurden endlich wieder die Wege nach Westend freigeräumt.

Die denkmalgeschützte Borsighalle an der Eisenspalterei wird saniert.

März

20. März: Wählerforum mit den Kandidaten zur Landratswahl im Paul-Wunderlich-Haus.

22. März: Filmabend mit Diskussion zu Karl Marx

April

1. April: der Ostersonntag war tief verschneit


5. April: Elisabeth Klappoth ist neue Hausärztin im Kiez

29. April: der Frühling hat das Brandenburgische Viertel fest im Griff

Mai

Neue Bäume und Sträucher wurden gepflanzt.

6. Mai: Stichwahl zur Landratswahl (hier im Wahllokal der Grundschule Schwärzesee)

100 Jahre Finower Wasserturm - ein ausführlicher Artikel der Redaktion

Juni

2. Juni: Neues Quartiersmanagement mit Patricia Berndt und Ute Truttmann.

17. Juni: die Fritz-Weineck-Straße in Finow-Ost wurde grundsaniert

Juli

6. Juli: neuer Hundeauslaufplatz an der südlichen Potsdamer Allee geplant

DIE PARTEI lädt zum Grillschmaus nach Nordend ein.

August

19. August: Gartenkonzert mit der Liedermacherin Johanna Zeul im studentischen Gemeinschaftsgarten

Weltuntergang im Sonderangebot - kritische Betrachtung unserer Lebensweise

September

8. September: beim Stadtteilfest protestierten Einwohner gegen die Wohnungspolitik

20. September: Rückbau des waldseitigen Gehweges Lausitzer Straße, damit nicht soviel Regenwasser in die Kanalisation gelangt.

23. September: Der Lindenhof in der Spechthausener Straße ist nur noch ein Schutthaufen.

24. September: Regelmäßig im Herbst versperren die Rosenhecken den Weg zum Heidewald.

Oktober

4. Oktober: Ein Glascontainer an der Gubener Straße wird zerstört.

5. Oktober: Der AWO-Block an der Frankfurter Allee bekommt einen grünen Anstrich.




Grundsteinlegung für das neue Eberswalder Wohngebiet »Max Reimann« am 19. Juli 1977. Mehr dazu siehe die Artikel »Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik« und »Die verwandelte Stadt«

Neues Kunstprojekt im Brandenburgischen Viertel:
Lebensgeschichten gesucht

maxe. Der Sprecherrat »Soziale Stadt« im Brandenburgischen Viertel hatte auf seiner Novembersitzung unter anderem über einen Förderantrag zum Thema »Die Entwicklung des Brandenburgischen Viertels, gezeigt in Bildern der Lebensgeschichten seiner Bewohner«. Knapp 5.800 Euro werden dafür zur Verfügung gestellt. Die elf anwesenden Sprecherratsmitglieder befürworteten den Antrag einstimmig. Die Ausstellung soll zum zweiten Quartal 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Initiiert wurde das Projekt von der jungen Künstlerin Anna-Maria Heß, die seit einiger Zeit selbst im Viertel lebt und freischaffend tätig ist. Die Entwicklung des Brandenburgischen Viertels soll auf der Basis der Lebensgeschichten seiner Bewohner in Form einer multimedialen Ausstellung gezeigt, veranschaulicht und zugänglich gemacht werden, heißt es in der Projektvorstellung. Ziel sei es die Sichtweise auf das Brandenburgische Viertel sowohl von innen, als auch von außen, auf eine positive Art zu verändern. Angesprochen sind Menschen, die ihr Leben lang oder einen großen Teil ihres Lebens im Brandenburgischen Viertel wohnen bzw. gewohnt haben und auch von den Anfängen berichten können.

Die Künstlerin bewegt sich dabei auf mehreren Ebenen. Auf der ersten Ebene will sie sich mit den Projektteilnehmern in und mit dem Brandenburgischen Viertel definieren und identifizieren. Auf der zweiten Ebene soll es das multimediale Erleben der Ausstellung einer Vielzahl von Menschen, regional und national, möglich machen, die jeweiligen Sichten der Teilnehmer parallel zu durchlaufen, sie miteinander zu vergleichen und eigene Sichten zu gewinnen. Die so erreichte Blickverschiebung soll nicht zuletzt zu einem Imagewechsel des Brandenburgischen Viertels führen.

Das Projekt umfaßt zwei Teile. Im ersten Teil werden die Teilnehmer gesucht durch gezielte und direkte Ansprache in den verschiedenen Einrichtungen im Viertel, wie dem Spreewaldcafé, aber auch auf der Straße. Kleinanzeigen in einem regionalen Wochenblatt soll das ergänzen und einen speziellen Interessentenkreis erschließen, der sonst nicht erreichbar wäre. Zudem kan man sich telefonisch oder per eMail melden.

Infrage kommen vor allem Ältere (50+), die sowohl über die Entwicklung des Brandenburgischen Viertels berichten können, als auch bereit sind, über persönliche Erlebnisse zu erzählen, um so ihre Erinnerungen öffentlich zu teilen.

Wer sich bereit erklärt, an dem Projekt teilzunehmen, wird sodann in einem persönlichen und möglichst intimen Gespräch an einem Ort ihrer Wahl oder bei einem Spaziergang durch das Viertel gebeten, über ihr Leben preiszugeben was und wieviel sie möchten.

Die Interviews werden, je nach Wahl, mittels Diktiergerät oder schriftlich dokumentiert. Momente des Gesprächs werden mit verschiedenen Kameras, in Form von Fotografie und Film, eingefangen und zeichnerisch festgehalten. Die Teilnehmer werden zudem gebeten, in ihren Fotoalben zu kramen, ob sie deren Schätze für die Ausstellung zur Verfügung stellen möchten. Ziel ist, das Brandenburgische Viertel in einer sehr persönlichen, lebensnahen und emotionalen Weise in Szene zu setzen.

Nach der Materialsammlung beginnt der zweite Teil des Projektes.

Die multimediale Ausstellung soll die Entwicklung des Brandenburgischen Viertels auf zwei Ebenen präsentieren. Zum einen wird die allgemeine Entwicklung seit der Planung und Grundsteinlegung bis heute dargestellt durch alte Fotografien, Zeichnungen und Grundrissen sowie erklärenden Texten, ergänzt durch Ton- oder Filmaufzeichnungen der Gespräche. Die Sinne des Betrachters werden so auf die verschiedensten Arten angeregt.

Als zweite Ebene wirken die persönlichen Lebensgeschichten der Teilnehmer. Sie sollen als großformatiges Buch oder Album präsentiert werden. In diesem Buch werden Text und Bild (Fotografien und Zeichnungen) miteinander kombiniert. Die einzelnen Teilnehmer werden vorgestellt und die gesammelten Geschichten chronologisch dargestellt. So wird auf behutsame Weise eine persönliche und emotionale Verbindung zum Leben der Teilnehmer geschaffen. Der Betrachter selbst bestimmt, wie und wieviel er miterleben und erfahren möchte.

Die Bücher, welche die jeweilige persönliche Geschichte dokumentieren, erhalten die Teilnehmer nach Ausstellungsende als Andenken.

(9. November 2018)




The Beggar's Opera - Gemälde von William Hogarth (1728) - war die literarische Vorlage für Brechts Dreigroschenoper.
Programmzettel der Uraufführung der "Dreigroschenoper" am 31. August 1928 im Theater am Schiffbauerdamm, Berlin (Abbildungen aus Wikipedia - gemeinfrei)

"Mackie Messer - der Dreigroschenfilm" im Kino:
Eine Hommage an Bertolt Brecht

maxe. Alles fängt damit an, daß die Uraufführung der "Dreigroschenoper" kurz vor dem Scheitern steht. Schauspieler schmeißen hin, Requisiten brechen zusammen und der Theaterleiter verlangt Änderungen bei zu freizügigen Passagen. Mitten im ersten Akt versagt die Drehorgel ihren Dienst, doch ein grandioser Schauspieler rettet mit dem "Haifischsong" die Szene. Am Ende feiern die Zuschauer das Stück, nicht zuletzt wegen der eingängigen Musik von Kurt Weill. Die "Dreigroschenoper" wird ein überwältigender Erfolg.

Nun melden sich andere Begehrlichkeiten. Die Filmindustrie erwirbt die Rechte am Stück, doch Brecht will nach seinen eigenen Vorstellungen den Film inszenieren, nicht nach den Regeln des Filmmarktes. Damit beginnt ein überwältigendes Panorama an Bildern:

Macheath, dem Anschein nach ein Edelmann, betritt die Straße und sein Auge wird sofort von einer spazierenden Dame in den Bann gezogen, besonders von ihrer unteren Partie. Er folgt ihr und die beiden schließen eine Bekanntschaft, die mit der Romanze unterm Soho-Mond von London beginnt.

Das Dumme ist nur: die Dame ist die Tochter vom Bettlerkönig der Stadt und Macheath das Oberhaupt einer Kriminellenbande. Der "Captain", wie der Gangsterboss genannt wird, organisiert ein rauschendes Fest, mit den VIPs der Gesellschaft, während Polly ein Brautkleid tragen darf. Sie wähnt sich schon im Hafen der Ehe, bestens ausgestattet, doch ihr Vater droht dem Polizeipräsidenten, die Geburtstagsfeier der Königin zu stören indem er seine Bettler aufmarschieren lässt, wenn Maceath nicht an den Galgen kommt.

Inzwischen vergnügt sich der "Edelmann" in einschlägigen Etablissiments, von denen er freimütig zugibt, hier erst großgeworden zu sein, in den Armen der Seeräuber-Jenny, im Original gespielt von Lotte Lenya, der Frau von Kurt Weill.

Die Handlung des Dreigroschenfilms wird immer wieder unterbrochen durch Einsprüche des Filmproduzenten, dem die Handlung zu sehr verfremdet ist, dann zu sittenverderbt und schließlich zu gesellschaftskritisch. Erst kann sich Brecht noch durchsetzen, aber dann folgt der Eklat: Der Autor verklagt die Filmgesellschaft wegen Mißachtung seiner Regieanweisungen und es kommt zum Prozess. Daß Brecht seine Niederlage bereits einkalkuliert, gehört zur Inszenierung der Wirklichkeit.

Vor den Augen des verhandelnden Richters geht der Film weiter: Durch Verrat seiner leichten Damen kommt Macheath ins Gefängnis, sehr zum Bedauern seines Freundes, des Polizeipräsidenten, den er keines Blickes würdigt. Währenddessen hat Peachum, der mit professioneller Bettlerei ein großes Unternehmen geschaffen hat, aus Mitleid ein echten Krüppel angestellt. Dieser wirkliche Elende wird zum Problem für beide, für den Geschäftemacher wie für die Obrigkeit. Was ist, wenn die Elenden unter den Brücken aufstehen und in die Bank- und Regierungspaläste strömen? Dann werden sie ein paar Polizisten nicht aufhalten können.

Macheath wird durch die Königin begnadigt und mit "Schwiegervaters" Geld kauft Polly ein Geldinstitut, sodaß der "ehrenwerte Kriminelle" nun Chef eines Bankhauses ist. Die Szene wechselt in die Moderne: in London schießen die Bankentürme in den Himmel und aus Mackies plumpen Ganoven werden Aktenkofferträger mit Zwirn und Schlips. So wie Brecht kurz zuvor in einer Probe der "Heiligen Johanna der Schlachthöfe" die gesellschaftliche Waage erläutert hat, wird Macheath - in der Oberschicht angekommen - nun erklären: "Es gibt die guten Reichen. Also muss es auch die guten Armen geben!" Nur sagt Brecht: Die guten Armen werden immer unten sein ...

Jürgen Gramzow - 29. Oktober 2018


Nächste Aufführung: Westend-Kino, 30.10. - 20 Uhr




Herbst-Obusfahrt durchs Brandenburgische Viertel



Fahrt vom Kranbau bis zur Brandenburgischen Allee (am 17. Oktober 2018) © Maxe-Kiezmagazin





Der Regionalexpress fährt in Berlin-Hauptbahnhof ein.

Neueste Meldung!
Bahnchaos hat ein Ende

maxe. Ab Freitag, den 12. Oktober 2018 wird der Zugverkehr im Abschnitt Berlin-Blankenburg – Berlin-Karow nach umfangreichen sich erheblich verzögernden Bauarbeiten endlich wieder aufgenommen.

Die Züge der Linie RE 3 Stralsund/Schwedt – Lutherstadt Wittenberg/Falkenberg (Elster) verkehren wieder durchgängig und fahren dann wieder planmäßig von Bernau direkt nach Gesundbrunnen und Berlin-Hauptbahnhof, und nicht mehr über Berlin-Lichtenberg.

Die Züge der Linie RE 66 (Szczecin – Berlin-Gesundbrunnen) beginnen und enden wieder in Berlin-Gesundbrunnen. Die Züge der Linie RB 24 (Eberswalde – Senftenberg) fahren unverändert.

Die Abfahrtzeiten in Eberswalde Richtung Berlin bleiben unverändert. Dafür fährt der RE3 jetzt ab Berlin-Hauptbahnhof wie früher wieder um 9.33 Uhr stündlich, ab Gesundbrunnen 9.39 Uhr jede Stunde in Richtung Eberswalde.

Ursprünglich sollte der Zugverkehr schon ab dem 1. April wieder normal laufen.

8. Oktober 2018




Seit Juni 2018 grenzt dieser schicke Bauzaun das Grundstück an der Kreuzung Spechthausener/Eberswalder Straße von der Außenwelt ab. Innerhalb des Areals ist seitdem nichts sichtbares passiert. Die Stadtverwaltung weiß von nichts.

In den 1990er Jahren sollte dieser Baum der Neuordnung des Verkehrs an der benachbarten Kreuzung zum Opfer fallen. Eine Initiative von Eberswalder Bürgern, unter ihnen der heutige »Guten Morgen Eberswalde«-Manager Udo Muszynski, sorgte damals dafür, daß der Baum stehen blieb. Eine aktuelle Gefährdung wegen eventueller Baumaßnahmen auf dem abgegrenzten Grundstück dürfte unwahrscheinlich sein - es sei denn, an dieser Stelle ist eine Grundstückszufahrt mit separater Ampelschaltung notwendig. Sowas hat in Eberswalde Priorität.

Der Bauzaun am Kiez-Eingang

maxe. Seit Juni 2018 »ziert« ein Bauzaun die Zufahrt zum Brandenburgischen Viertel an der Kreuzung Spechthausener/ Eberswalder Straße. Mehrere Kiezbewohner hatten sich an die MAXE-Redaktion gewandt, weil sie wissen wollten, was es mit den Absperrungen auf sich hat.

Der Bauzaun erstreckt sich von den Baracken des einstigen Asylbewerberheims bis zum Toom-Parkplatz und schließt auch den Friedhof mit dem Gedenkstein davor ein. Lediglich das dortige Bethaus ist noch zugänglich. Irgendwelche Aktivitäten waren nach dem Aufstellen des Bauzauns nicht zu beobachten.

Die MAXE-Redaktion fragte daher am 19. Juli bei der Pressestelle der Eberswalder Stadtverwaltung an, ob sie mit entsprechenden Informationen weiterhelfen könne. Leider gab es keine Antwort. Vermutlich ging die Anfrage in der Urlaubszeit irgendwie verloren.

Die MAXE-Leser sind nicht so vergeßlich. Jedenfalls wurde die Redaktion kürzlich angemahnt, wo denn die Antwort auf die Frage vom Juli bleibe. Der Bauzaun stehe immer noch, ohne daß irgendwelche Aktivitäten hinter der Umzäunung ersichtlich sind.

Die MAXE-Redaktion wiederholte also am 25. September ihre Anfrage an die städtische Pressestelle und ergänzte: »Neben dem Friedhof und dem davor gelegenen Denkmal dürfte auch der alleinstehende Baum an der Kreuzung unter Schutz stehen. Zu dem Baum gab es bereits Anfang der 1990er Jahre eine erfolgreiche Initiative gegen die damals beabsichtigte Fällung. Eine Antwort auf die Frage wäre auch in diesem Zusammenhang hilfreich.«

Am 4. Oktober antwortete die Pressesprecherin Nancy Kersten:

»Gern möchte ich Ihnen antworten. Bei der Absperrung muß es sich um eine Absperrung des Grundstückeigentümers handeln. Von Verwaltungsseite aus wurde keine Sperrung veranlaßt.«

Die MAXE-Redaktion bedankt sich für diese ausführliche und aufschlußreiche Antwort.

(gm) - 5. Oktober 2018




Dornröschenweg am Heidewald
(24. September 2018)



Der waldseitige Fußweg in der Lausitzer Straße wird abgetragen und damit als Ausgleichsmaßnahme Fläche in der Stadt Eberswalde entsiegelt. Nach schwerer Arbeit hat sich der Bauarbeiter das Wochenende redlich verdient. Als Ergebnis entsteht ein Versickerungsgraben für das Straßenwasser, das bei starken Niederschlägen nicht mehr in der Kanalisation fortfließt, sondern vor Ort im Boden bleibt. Den Gehweg selber hat schon der Lauf der Zeit entsiegelt: Der Sickertest bei Starkregen-Simulation ergab, daß kaum Wasser bis zum Gulli gelangte. Die Gullis ihrerseits werden mit Entfernung des Gehweges stillgelegt.

Lausitzer Straße:
Gehwege werden zurückgebaut

In Zeiten des Klimawandels und zunehmender Extremwetterereignisse ist auch die Stadt Eberswalde gefordert, sich auf diese Gefahren einzustellen und aktiv vorzubeugen. Insbesondere Starkregenereignisse mit anschließenden Überflutungen können zu erheblichen Schäden führen. Die Entwicklung und Umsetzung von wirksamen Projekten zur Erhöhung der dezentralen Rückhaltung und Versickerung von Regenwasser gehört daher zu den wichtigsten Klimaanpassungsmaßnahmen im Rahmen des städtischen Klimaschutzkonzeptes.

Aus diesem Grund beabsichtigt das Tiefbauamt der Stadt im Brandenburgischen Viertel eine Fläche von insgesamt 400 Quadratmetern nicht mehr genutzte Infrastruktur zu entsiegeln und auf diesem Wege zusätzliche Versickerungsflächen für Regenwasser bereitzustellen. So kann der oberirdische Abfluss reduziert, die Regenwasserkanalisation entlastet und die ursprünglichen Bodenfunktionen wiederhergestellt werden

In der Lausitzer Straße soll zwischen der Potsdamer Allee und dem Jugendclub auf der Waldseite der alte, verwitterte und durch starke Schäden gekennzeichnete Gehweg auf einer Länge von etwa 250 Metern entsiegelt werden. Anstelle des Gehweges wird eine Sickerfläche für das Regenwasser geschaffen, so dass das Regenwasser an Ort und Stelle versickern kann Der Gehweg auf der Nordseite bleibt erhalten.

Die Maßnahme wird als Ersatzmaßnahme für das Bauvorhaben Sicherung und Sanierung Altlastenstandort ehemalige Dachpappenfabrik Büsscher & Hoffmann Eberswalde am Luisenplatz 1 durchgeführt. Dort wurde die Stadt durch die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Barnim aufgefordert, entsprechende Ersatzmaßnahmen durchzuführen. Diese notwendigen Ersatzmaßnahmen betreffen eine Fläche von etwa 400 Quadratmetern. Der verbleibene Abschnitt des Gehweges bis zur Zoostraße soll zu einem späteren Zeitpunkt entsiegelt werden.

Die Baumaßnahme soll bis zum 28. September 2018 durchgeführt werden. Den Auftrag hat die Firma Tiefbau und Baustoffhandel Andre Rouvel aus Eberswalde von der Stadt erhalten. Die Maßnahme wird ca. 24.000 Euro kosten und aus der Ersatzmaßnahme Sicherung und Sanierung Altlastenstandort ehemalige Dachpappenfabrik Büsscher & Hoffmann Eberswalde finanziert.

Nancy Kersten (Pressesprecherin der Stadtverwaltung Eberswalde)

(veröffentlicht am 20. September 2018)




Auch die Glocke am Dietrich-Bonhoeffer-Haus in der Potsdamer Allee wird sich am »Glockenläuten für den Frieden« beteiligen.

In Eberswalde und im gesamten Landkreis Barnim läuten am Internationalen Friedenstag auch die Glocken anderer Kirchen. In der Maria-Magdalenen-Kirche finden zudem regelmäßig zum Weltfriedenstag am 1. September Friedensgottesdienste statt.
Internationaler Friedenstag am 21. September:
Glockenläuten für den Frieden

Erstmals in der Geschichte wird am 21.09.2018 von 18.00 bis 18.15 Uhr das europaweite Glockenläuten anläßlich des Internationalen Friedenstages mit kirchlichen und säkularen Glocken geben, um gemeinsam ein starkes Zeichen des Friedens zu senden. Dazu rufen in Deutschland unter anderem der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, das katholische Bonifatiuswerk, die Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) und des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz auf.

Auch im Barnim läuten von den Kirchtürmen die Glocken für Frieden, gemeinsam mit vielen hundert anderen in ganz Europa.

Mit dabei ist die Glocke am Dietrich-Bonhoeffer-Haus im Brandenburgischen Viertel. Zu hören sind unter anderen die Glocken in:

  • Eberswalde (Finow, Evangelische Friedenskirche)
  • Eberswalde (Evangelische Maria-Magdalenen-Kirche)
  • Eberswalde (Evangelische Johanniskirche)
  • Bernau (Katholische Herz-Jesu-Kirche)
  • Biesenthal (Evangelische Stadtkirche)
  • Biesenthal (Katholische Kirche St. Marien)
  • Danewitz (Evangelische Dorfkirche)
  • Groß Schönebeck (Evangelische Immanuelkirche)
  • Joachimsthal (Evangelische Kreuzkirche)
  • Klosterfelde (Evangelische Dorfkirche)
  • Lanke (Evangelische Dorfkirche)
  • Prenden (Evangelische Dorfkirche)
  • Rüdnitz (Evangelische Dorfkirche)
  • Stolzenhagen bei Klosterfelde (Evangelische Dorfkirche)
  • Wandlitz (Katholische Kirche St. Konrad)
  • Werneuchen (Katholische Kirche St. Joseph)
  • Zerpenschleuse (Evangelische Ziegelfachwerkkirche)

Mehr Informationen finden Sie unter https://www.ekbo.de/themen/kirche-politik/friedenslaeuten.html und www.sharingheritage.de/europaweites-glockenlaeuten.

Christoph Strauß - 19. September 2018

Christoph Strauß ist Pfarrer und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Barnim.


Dietrich-Bonhoeffer-Haus - Potsdamer Allee 35 - 16227 Eberswalde
Tel: 03334 383930 - Fax: 03334 383931
eMail: gemeindezentrum-bbv@t-online.de




Nach der Aktion der Alternativen Liste Eberswalde & der Partei Die PARTEI zum Stadtteilfest am 8. September auf dem Potsdamer Platz, sollen anläßlich der WHG-Mieterhöhungs-Veranstaltung am Dienstag, dem 18. September, ab 17 Uhr im Familiengarten weitere Protestaktionen gegen die aktuelle Mietpreisentwicklung folgen. Dazu haben inzwischen auch andere Gruppen aufgerufen.

Alternative Liste Eberswalde & Die PARTEI:
Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung

maxe. Mit einer gemeinsamen Aktion am Rande des Stadtteilfestest im Brandenburgischen Viertel »Fête de la Viertel« am 8. September machten die Alternative Liste Eberswalde (ALE) und die Ortsgruppe der Partei Die PARTEI auf ein Problem aufmerksam, das seit einiger Zeit auch Eberswalde erreicht hat.

Mietpreissteigerungen und Mangel an bezahlbaren Wohnungen schienen lange Zeit ein Thema der großen Metropolen zu sein. In Eberswalde herrschte seit Mitte der 1990er Jahre ein Mieter-Markt. Die Menschen verließen die Stadt und Wohnungsleerstand wurde zunehmend zu einem Problem, das durch staatlich subventionierten Wohnungsabriß gelöst werden sollte. Dabei hatte die Privatisierungspolitik der städtischen WHG Wohnungs- und Hausverwaltungsgesellschaft im Zusammenhang mit der sogenannten Altschuldenhilfe dazu geführt, daß der Abriß in einer städtebaulich katastrophalen Art und Weise erfolgte.

Während die Fördermittel für den Abriß sprudelten, blieb das Fördergeld für Sanierungen eher knapp bzw. wurde in Bereiche des sogenannten »hochwertigen« Wohnungsbaus umgeleitet (Michaelisgärten).

Inzwischen steigen die Mietpreise auch in Eberswalde rasant an. Dennoch hält es die Wohnungsgenossenschaft aus betriebswirtschaftlichen Gründen für erforderlich, weitere Wohnungen abzureißen.

Die Alternative Liste Eberswalde (ALE) und die Ortsgruppe der Partei Die PARTEI wollten mit ihrer Aktion zum Stadtteilfest auf den Zusammenhang von Wohnungsabriß und steigenden Mieten aufmerksam machen.

Am Dienstag, den 18. September, lädt die größte Eberswalder Wohnungsgesellschaft, die städtische WHG Wohnungs- und Hausverwaltungsgesellschaft mbH, um 18 Uhr in die Hufeisenfabrik im Familiengarten ein, um über ihr aktuelles Mieterhöhungs-Konzept zu informieren (mehr Informationen dazu hier).

Inzwischen haben mehrere Gruppen dazu aufgerufen, diese Veranstaltung zu nutzen, um gegen die Mietpreissteigerungen, die nun auch Eberswalde erreicht haben, zu protestieren. Die Proteste im Familiengarten sollen gegen 17 Uhr beginnen.

(17. September 2018)


Links:
Alternative Liste Eberswalde (ALE)
Die PARTEI Brandenburg oder Die PARTEI Eberswalde auf Facebook




Gibt es die Klimarettung auch im Sonderangebot?

Die Zeiten ändern sich:
Weltuntergang im Sonderangebot

"Sie sind überall. Sie kommen aus allen Löchern. Sie fressen alles!"

Diese Schlagzeile unserer allseits beliebten Großbuchstaben-Presse nimmt Bezug auf die wochenlange Sommerhitze dieses Jahres. Auf den ersten Blick dachte man vielleicht, die vielen Zweibeiner seien gemeint, die nach dem Ostseeurlaub wieder zahlreich die Straßen, Busse und Supermärkte bevölkerten. Aber nein, es sollte nur vor possierlichen Nagetieren Angst gemacht werden, die am liebsten Nutella vom Finger schlecken. Habe ich mir sagen lassen.

Doch an der ungewöhnlichen Hitze haben haben nun nachtaktive Kleinsäugetiere weniger Schuld als der tag- und nachtaktive vollmotorisierte, luftverpestende, Müllberge verursachende Trockennasenprimat, genannt Mensch. Wozu ist die angebliche Intelligenz des Menschen eigentlich gut? Daß er Mega-Metropolen aus Beton baut? Daß seine Wohnung ein begehbarer Kühlschrank mit Internetanschluß ist? Oder daß er für seinen 5-km-Arbeitsweg einen spritfressenden Asphalt-Panzer braucht, der kleinen Kindern Angst macht? 5 Kilometer! Das sind unsere Großväter und Großmütter jeden Tag zur Schicht gelaufen, oder geradelt.

Heutzutage wird in der vollklimatisierten S-Klasse gefahren, natürlich geleast, man möchte schließlich immer das neueste Modell in der Garage haben. Und weil man im Speckgürtel wohnt, im netten Häuschen, 200.000 Euro Schulden, ist der Arbeitsweg nun mal etwas länger. Im Stau auf der A10 erledigt der Geschäftsführer nebenbei seine Kundengespräche und räumt den Spam-Ordner auf. Die Rettungsgasse wird selbstverständlich freigehalten. Selbst für dringende Bedürfnisse liegen ein Ein-Handgriff-Behälter bereit, doch die Damen der Schöpfung greifen lieber auf Windeln zurück. Man muss auf alles vorbereitet sein!

Auf die Klimaveränderung ist der Mensch in keinster Weise vorbereitet: Die Bemühungen um CO2-Reduzierung laufen ins Leere angesichts des wachsenden Verkehrs, der wachsenden Städte, des wachsenden Konsums und des wachsenden Bedürfnisses nach Wohlstand in allen Teilen der Welt. Die Europäer und Amerikaner haben es vorgemacht und priesen ihr System und ihre Wirtschaftsweise als die beste aller Welten. Da darf man die Thailänder und Koreaner nicht anklagen, wenn sie genauso leben wollen. Oder die Nigerianer.

Mega-Städte nach amerikanischem Vorbild wachsen in allen Teilen der Welt wie Metastasen eines Krebsgeschwürs, das sich Zivilisation nennt. Verzeihen Sie die drastischen Worte! So eine Stadt wie Bangkok oder Shanghai macht natürlich mächtig Eindruck auf die Provinzbevölkerung, die es wie ein riesiger Magnet anzieht und das einfache Landleben unattraktiv erscheinen läßt. Die Landgüter kaufen internationale Agrarkonzerne auf, die mit Palmöl und Soja Geschäfte auf dem globalen Nahrungsmittelmarkt verbuchen können. Und die Anteilseigner verbuchen satte Renditen.

Das Kapital sucht immer neue Möglichkeiten nach Renditen-Maximierung. Dabei ist es ihm egal, ob eine ganze Branche verfällt oder ein ganzer Staat abgewickelt wird. Für die Braunkohle kommt der Solarstrom und für Papp-Autos kommen Elektro-Smarts. Entscheidend ist, was die Kunden zu zahlen bereit sind. Auf einen Hype muss man unbedingt aufspringen, denn da gibt es das Meiste zu verdienen. Der Hype der heutigen Zeit sind überdimensionierte Stadtautos, die durchaus fürs Militär taugen, alles von und für Smartphones, und seit Jahrzehnten: das eigene Häuschen am Stadtrand. Man kommt um diese Frage einfach nicht herum!

Jeder Bewohner dieses Planeten hat einen ökologischen Fußabdruck, der diese Welt belastet. Ein Bewohner eines Industriestaates wie Deutschland verschuldet automatisch ein Mehrfaches der Belastung wie Bewohner von Äthiopien. Doch auch in einem entwickelten Land gibt es Unterschiede: eine Oma, die von Grundsicherung in ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung lebt, hat einen anderen Fußabdruck als ein jetsettender Star-Künstler, der jede Woche in einer anderen Hauptstadt gastiert. Diese Unterschiede zu nivellieren wäre illusorisch. Doch die Welt passiert im Kleinen!

Muss ich mir wirklich ein neues Auto kaufen? Oder ist es nicht besser, ein Jahres-Abo der Verkehrsbetriebe zu erwerben? Muss es dieser Joghurt im Sonderangebot sein, der den dreifachen Müll einer Großverpackung produziert?* Reicht es nicht aus, sich in der Wohnung gemütlich zu machen, als das finanzielle Risiko und den ökologischen Wahnsinn eines Hausbaus zu verantworten? Muss ich ständig online sein, damit ich keine Nachricht verpasse und dafür müssen dann weltweit Rechenzentren aktiv sein, die insgesamt einen Stromverbrauch verursachen wie eines der weltgrößten Länder?

Für Optimismus in Klimafragen bleibt immer weniger Platz. Seit bekannt ist, daß das höchst komplizierte und fragile Wettersystem der Erde umkippen kann, müssten die politisch Verantwortlichen eigentlich mehr tun, um die Welt zu retten. Aber nun gibt es einen Handelskrieg, zahlreiche militärische Konflikte und Billiarden an marodierendem Kapital, das nach neuen attraktiven Anlagemöglichkeiten sucht. Die Frage ist immer: Was sind die Kunden bereit zu zahlen? Sollten wir für die Rettung der Welt nicht ein paar Euro übrighaben? Ist uns das eigene Portemonnaie wirklich lieber als ein intaktes Ökosystem?

Fakt ist eins: In der neuen Heißzeit wird es kein Begrüßungsgeld geben!

Jürgen Gramzow - 23. August 2018


* - Man muß allerdings genauer hinschauen: Vergleicht man beim REWE-Bio Joghurt mild 1,8% Fett (im Pappmantel) den 500 g Becher mit drei 150 g Bechern, wiegen die drei kleinen zusammen nur 10 Gramm, während der große 11 Gramm Plastemüll verursacht. Also Großpackung = weniger Müll, das stimmt nicht immer. Bei dem abgebildeten Sahnejoghurt kommen drei leere Becher zusammen auf 18 Gramm, also fast das Doppelte an Ressourcenverbrauch als bei den erstgenannten.


Ein besonderer Tipp der Redaktion: www.fussabdruck.de
www.ressourcen-rechner.de

Testen Sie Ihre ökologische Belastung dieser Welt und erhalten Sie Vorschläge für eine nachhaltigere Lebensweise ...

Fußabdruck und Rucksack des Autors:

Wie man sieht, kommen die beiden Angebote zu unterschiedlichen Ergebnissen. Beim zweiten Angebot wird wohltuend darauf verzichtet, zu sehr in Ernährungsfragen bevormunden zu wollen.




Baudezernentin Anne Fellner besuchte den Hundeauslaufplatz in Fürstenwalde, um von den dortigen Erfahrungen zu profitieren. Ab Herbst ist eine Einzäunung des Gebietes geplant, das unmittelbar an einen Kinderspielplatz angrenzt.

Quartiersmanagment arbeitet wieder:
Hundeauslaufplatz entsteht im südlichen Barnimpark

ebw-prest Bis zum Herbst entsteht im Brandenburgischen Viertel ein Hundeauslaufplatz: Am 3. Juli 2018 trafen sich mehr als 50 Anwohner, Hundebesitzer, Mitarbeiter des Stadtverwaltung sowie die Quartiersmanagerinnen Patricia Berndt und Ute Truttmann im Brandenburgischen Viertel zu einem Vor-Ort-Termin. Im Rahmen eines Beteiligungsverfahrens sollte mit den Bürgern und Akteuren des Viertels nach einem geeigneten Standort für einen Hundeauslaufplatz gesucht werden.

Bürgerinnen und Bürger des Viertels hatten sich einen solchen Platz mehrfach in den Bürgerforen zur Zukunft des Brandenburgischen Viertel gewünscht, um ihren Hunden artgerechten und geschützten, freien Auslauf bieten zu können. Auf Grundlage des Stadtteilentwicklungskonzepts soll der Platz jetzt realisiert werden und wird es eine Erprobungsphase geben. „Uns sind die Hinweise und Anregungen aus der Bürgerschaft sehr wichtig. Deshalb hatten wir im Nachgang des letzten Bürgerforums im Brandenburgischen Viertel den Hundeauslaufplatz in Fürstenwalde besucht und uns dort mit den Verwaltungsmitarbeitern über deren Erfahrungen ausgetauscht“, so Eberswaldes Baudezernentin Anne Fellner.

Die Stadtverwaltung hatte im Vorfeld zwei Standorte vorgeschlagen, wobei es sich mit den Flächen westlich der Grundschule Schwärzesee und südlich im Barnimpark um Grundstücke im Eigentum der Stadt handelt. „Gleich zu Beginn des Treffens ging es in  den Barnimpark. Und von Anfang an waren alle Teilnehmer von der Fläche überzeugt, so dass eine Besichtigung der zweiten Variante gar nicht mehr nötig war“, so Gunther Wolf. Der mehr als 8000 Quadratmeter große Platz, geprägt von Gras, Büschen, Bäumen und kleineren Sandflächen, bietet mit seiner Topographie Hunden und Hundehaltern vielfältige Möglichkeiten zum Auslaufen, Herumtollen, Spielen oder einfach zum Erholen. Die Vegetation des Platzes schafft ausreichend Schattenplätze im Hochsommer und hat genügend Freiflächen für den Genuss der ersten oder letzten Sonnenstrahlen des Tages.

Bei diesem ersten Treffen wurde von den Anwohnern vorgeschlagen, auch Sitzbänke aufzustellen. Eine Einzäunung des Geländes wurde ebenfalls angesprochen. Die Gestaltung des Platzes für Mensch, Hund sowie die Nutzungsbedingungen und Regeln sollen im Rahmen eines nächsten Treffens am Dienstag, dem 17. Juli 2018, um 17 Uhr, besprochen werden. „Wieder sind alle interessierten Anwohner und Akteure des Viertel herzlich eingeladen. Wir hoffen natürlich, dass die Beteiligung dann genauso intensiv sein wird. Bereits jetzt kann verraten werden, dass noch im Herbst die Umzäunung der Fläche erfolgen wird. Eine Nutzung des Hundeauslaufplatzes streben wir ab Oktober an“, so Baudezernentin Anne Fellner.

Treffpunkt des zweiten Beteiligungsverfahrens zum Thema Hundeauslaufplatz ist am 17. Juli 2018 der Potsdamer Platz.

Nancy Kersten - 6. Juli 2018
Pressesprecherin, Stadt Eberswalde




Hinein in den Wasserturm geht es erst einmal hinunter zur ehemaligen Pumptechnik. Die Messingwerksiedlung unterhalb des Turms ist ebenfalls saniert. Vom ehemaligen Wasserbehälter geht es eine Wendeltreppe hoch zur Aussichtsplattform. Kupferhaussiedlung Wer fit genug ist, kann auch die Wendeltreppe hinuntergehen. Das Torbogenhaus in der Erich-Steinfurt-Straße.

100 Jahre Grundsteinlegung:
Der Finower Wasserturm - eine ganz große Nummer!

maxe. Karl-Dietrich Laffin vom Förderverein Wasserturm Finow und Umgebung e.V. ist stolz auf das bisher Erreichte: Das Wahrzeichen von Finow und Eberswalde wurde aus dem touristischen Dornröschenschlaf erweckt und ist zu einer Attraktion der Region geworden, das sogar das Paul-Wunderlich-Haus weit in den Schatten stellt. Oben von der Aussichtsplattform blickt man hinunter auf die Messingwerksiedlung, auf die alten Fabrikhallen, auf das stillgelegte Walzwerk, auf die Finower Kirche und gleich daneben auf die langen Blöcke des Kopernikusrings.

In weiterer Ferne erspäht man den Montage-Eber des Kranbaus, das Mischfutterwerk, Lichterfelde und Finowfurt. Mit einem guten Teleobjektiv oder einem Fernglas kann man bei klarer Sicht das Zentrum von Eberswalde heranholen, wobei die Maria-Magdalenen-Kirche nur zur Hälfte aus dem Terrain herausragt, dahinter die Südender Höhen und weiter links die Hügel von Ostende. Man entdeckt die Bruno-H.-Bürgel-Schule und am Bildrand lugt die Turmkuppel der Goetheschule hervor. Der ehemalige Stahlbau-Backsteinbau des Kranbaus ist gut zu sehen und zwischen den blühenden Robinien sieht man ganz rechts unten den Turm der alten Papierfabrik Wolfswinkel.

Zwei Radfahrer-Touristen, ein Ehepaar mit westdeutschem Akzent, waren sichtlich beeindruckt und hinterließen gleich lobende Worte im Besucherbuch. Mit 3 Euro Eintritt, für Kinder nur 1 Euro, ist der Wasserturm wirklich für jedermann erschwinglich. Auch kann man bequem mit einem modernen Fahrstuhl, der 2011 eingebaut wurde, bis nach oben fahren, wo sich zwei Museumsetagen befinden. Im ehemaligen Wasserbehälter sind historische Exponate des Messingwerkes sowie des Walzwerkes museal modern präsentiert und man kann die Entwicklung des Finower Industriestandortes von den Ursprüngen an verfolgen.

Das Messingwerk produzierte schon seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts an diesem Standort in Heegermühle, wie Finow damals hieß. Mit dem Bau des Finowkanals (1743-1746) konnten die Rohstoffe für Messing - Kupfer aus dem Mansfelder Revier und Galmei aus Schlesien, aus dem dann Zink gewonnen wurde, sowie Kohle zum Brennen und Schmelzen - leichter und günstiger ins Finowtal transportiert werden. So entstand im Altwerk eine Werkhalle neben der anderen.

Im Jahre 1863 übernahm die Halberstädter Fabrikantenfamilie Hirsch das Heegermühler Messingwerk. Produkte der Messingfabrik wurden zu dieser Zeit in alle Welt exportiert, sogar bis nach Indien, wo man dann aus Messing-Rohlingen Münzen preßte. Vor allem aber dienten die Hirsch Kupfer- und Messingwerke, seit 1908 eine Aktiengesellschaft, der Produktion von Rüstungsgütern, insbesondere Munition bzw. Munitionsteile, aber auch aus Speziallegierungen gefertigte Rohre für die Dampfturbinen, mit denen Schlachtschiffe, Kreuzer und Torpedoboote der kaiserlichen Kriegsmarine ausgerüstet wurden.

Der 1. Weltkrieg brachte dementsprechend eine enorme Ausweitung der Produktion mit sich. Die Gewinne der HKM-Aktionäre vervielfachten sich. Um den steigenden Anforderungen des Militärs zu genügen, aber auch um neuwertige Produktionsanlagen für die Zeit nach dem Krieg zur Verfügung zu haben, gingen die Hirschs an den Bau einer neuen Fabrik, dem »Neuwerk«. Der Bau der neuen Fabrik wurde von 1916 bis 1920 vollzogen.

Im Zusammenhang mit dem Bau des Neuwerkes der Hirsch Kupfer- und Messingwerke AG, das zum Teil direkte Kriegsbeute aus Nordfrankreich war, wurde 1916 ein völlig neuartiges Wasserwerk geplant, mit einer leistungsfähigeren Wasserversorgung für das Werk sowie für den ganzen Ort. Es entstand ein Wasserturm nach dem damals neuesten Stand der Technik. In den Turmkopf verbaute man ein Stahlbetonkorsett, einer damals neuen Ingenieurtechnik, das ihm die nötige Stabilität verlieh. Der Wasserhochbehälter garantierte einen gleichmäßigen Wasserdruck von 3 bar, wozu die damalige Pumptechnik noch nicht in der Lage war.

Das aus den Kriegsgewinnen finanzierte Neuwerk bildete die Grundlage für die erfolgreiche Umstellung auf Friedensproduktion. Modernste Technologien kamen zum Einsatz und machten HKM zum führenden deutschen Unternehmen in der Buntmetallbranche, das maßgeblich den »Messingpakt«, ein Kartell der größten deutschen Buntmetallunternehmen bestimmte. Zugleich gingen die Hirschs zur Sicherung der Rohstoffbasis etliche Auslandsbeteiligungen ein. Allerdings verspekulierten sie sich in ihrer Expansionspolitik, was in der Weltwirtschaftskrise 1932 mit der Liquidation des Hirsch-Imperiums endete. In den neu gegründeten Aktiengesellschaften waren die Hirschs nicht mehr vertreten. Das Neuwerk behielt aber den Namen Hirsch Kupfer- und Messingwerke AG bei.

Nach der faschistischen Machtübernahme 1933 stand wieder die Rüstungsproduktion im Zentrum. Neue Produktionsstätten zur Massenproduktion von Munition entstanden, wofür mit der Finow Industrie GmbH eigens eine Tochtergesellschaft gegründet wurde. 1939 beschäftigte HKM einschließlich Tochter 4000 Arbeiter, die mit dem beginnenden Krieg zunehmend durch Zwangsarbeiter aus ganz Europa, Kriegsgefangene und schließlich KZ-Häftlingen aus dem Frauen-KZ Ravensbrück ersetzt wurden. 1941 übernahm AEG die HKM, dien nunmehr »Finower Kupfer- und Messingwerke AG« (FKM) hießen. Als Rüstungsbetrieb, aber nicht zuletzt auch wegen der engen Beziehungen der Werksführung zur SS, fielen die FKM nach dem Krieg fast vollständig der Demontage zum Opfer.

Im April 1945, der Krieg war so gut wie verloren, sollten aufgrund Hitlers »Nero-Befehl« alle Infrastrukturbauten gesprengt werden. Doch ein tapferer Wehrmachtssoldat, Gerhard Kessler (1917-2007), hörte lieber auf sein Herz und ließ den Turm ungeschoren, nachdem er schon die Sprengladungen angebracht hatte.

Nach dem Krieg entfernte man schnell den großen »Hindenburg«-Schriftzug am Turmkopf sowie dessen Relief im Gedenkhof, der 1930 unten zwischen den Pfeilern zu Ehren der im 1. Weltkrieg gefallenen Messingwerker angelegt wurde. Ansonsten blieb das Kriegerdenkmal zu DDR-Zeiten unangetastet. Es wurde nur höflich verschwiegen. 1958 wurde der Turm offiziell aus hygienischen Gründen für Besucher gesperrt. Dabei spielte wohl auch eine Rolle, daß man von oben einen guten Blick auf das Altwerk hatte, das jetzt von der NVA als Werkstatt genutzt wurde. Daneben konnten wegen des phänomenalen Rundumblicks auch sämtliche Flugaktivitäten der Sowjetarmee auf dem Flugplatz Finow verfolgt werden. Der Wasserturm wurde noch bis 1974 für die Wasserversorgung genutzt, doch dann erzwangen Frostschäden seine Stillegung.

Hinter dem Brandenburgischen Viertel, damals Max-Reimann-Viertel, befand sich die Einflugschneise für die Hubschrauber und MIGs der sowjetischen Streitkräfte des Flugplatzes Finow.

Ab 1990 nahmen die Frost- und Wetterschäden am ehemaligen Wasserturm zu. Alle Versuche, den Turm neu zu nutzen, scheiterten. Ehemalige Walzwerker und weitere Bürger kamen zusammen und überlegten, wie der Turm zu retten sei. Ein erster Schritt war die Ausstellung "Das Messingwerk und seine Lebensader" von 1996, in der viele vom Messingwerker Arnold Kuchenbecker gesammelte Gegenstände und Unterlagen präsentiert wurden. Weitere Ausstellungen im Eberswalder Rathaus, in der Sparkasse Barnim und in der Adler-Apotheke folgten. Die Stadtverordneten beschlossen, den gesamten Bereich der Messingwerksiedlung als Denkmal unter Schutz zu stellen.

Aus dem Festkomitee des im Jahr 2000 groß begangenen Jubiläums »300 Jahre Messingwerk« bildete sich im Jahr 2003 der »Förderverein Finower Wasserturm und sein Umfeld e.V.« Wieder war es Arnold Kuchenbecker, der maßgeblichen Anteil daran hatte, die Pläne zur Sanierung des Turm und seiner Begehbarmachung umzusetzen. Neben dem Turm sollten auch die Häuser am Gustav-Hirsch-Platz, die alte Schule, das Torbogenhaus sowie die Kupferhaussiedlung saniert werden.

Viele Bürger und Unternehmen haben durch ihr Engagement die Sanierung des ganzen Komplexes angeschoben, bis sich schließlich die Stadt Eberswalde als Besitzerin des Wasserturms zu ihrer Verantwortung bekannte und Fördermittel für die Sanierung beantragte. Spektakulärer Auftakt der Turmkopfsanierung war - noch vor Mitwirkung der Stadtverwaltung - Mitte Oktober 2004 die Aufbringung des Umganges, einer komplett am Boden vorgefertigten Metallkonstruktion der Fa. Metallbau Finow, die mittels Autokran aufgesetzt wurde. Das ermöglichte potentiellen Sponsoren einen begeisterten Blick vom Wasserturm.

Nach dem Außenumbau und der Sanierung des Mauerwerks (2005/2006) erfolgte der Innenausbau mit der Elektroanlage, der Betonsanierung, der Einsetzung denkmalgerechter Scheiben und den Malerarbeiten. Am 4.12.2007 wurde der Wasserturm nach denkmalgerechter Sanierung feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Zwei Jahre später erfolgte die Einweihung des Museumsbereiches im ehemaligen Wasserbehälter und wieder zwei Jahre später spendierte das Land Brandenburg einen modernen Personenaufzug, der einen weitgehend barrierefreien Zugang ermöglicht. Eine Nutzungsvereinbarung zwischen der Stadt Eberswalde und dem Förderverein regelt eine Öffnung des Bauwerkes an drei Tagen in der Woche: Freitag, Sonnabend und Sonntag von 10-17 Uhr.

Ein bißchen mehr Aufmerksamkeit für den Finower Wasserturm täte nicht schlecht, meint Karl-Dietrich Laffin. Viele Eberswalder waren noch nicht ein einziges Mal auf der Aussichtsplattform und auch die Stadt Eberswalde, der eigentlich der Turm gehört, könnte sich etwas aufnahmebereiter die Sorgen und Nöte der Museumsbetreiber anhören. Daß der Wasserturm Finow das ultimative touristische Highlight der Region ist, daran kann jedenfalls kein Zweifel bestehen. Vielleicht wäre ein Shuttle-Bus vom Eberswalder Marktplatz bis zum Wasserturm während seiner Öffnungszeiten eine gute Idee - man kann mit seinen Pfunden ruhig mal wuchern ...

(jg/gm) - 18. Mai 2018

Quellen:
»Der Wasserturm in Finow - vom Reißbrett zum Regionalmuseum«, Juli 2016 - Herausgeber: Förderverein Finower Wasserturm und sein Umfeld e.V. mit Unterstützung der Stadt Eberswalde, Amt für Wirtschaftsförderung und Tourismus - Autor: Karl-Dietrich Laffin (nach Aufzeichnungen von Arnold Kuchenbecker)
»Walzwerk im Finowtal«, 2017 - Herausgeber: Geschichtswissenschaftliches Institut Eberswalde e.V. - Autor: Kurt Berus




Weniger lange Rotphasen in der Rush-Hour ließe den Verkehr in Westend besser fließen.

Problemstelle Heegermühler Straße:
Intelligente Ampeln sind notwendig

maxe. Der nicht zufriedenstellende Verkehrsfluß in Westend zwischen Boldtstraße und dem neuen Westend-Center in den Zeiten der Rush-Hour läßt viele Eberswalder zum Stift greifen, um einer Bürgerinitiative mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, die das Ziel hat, durch die Wiederherstellung der Zweispurigkeit ein flüssigeres und sichereres Fahren in diesem Bereich zu ermöglichen.

Die Baudezernentin Anne Fellner ließ in einer Pressemitteilung erklären, daß eine Entfernung der Radspuren nicht zur Diskussion stehe, weil auch Radfahrern gewisse Rechte im Straßenverkehr zustünden und überdies kein Platz für Radfahrer auf den Gehwegen vorhanden sei.

Der Hauptkritikpunkt der Gegner des jetzigen Verkehrszustandes sind allerdings nicht die Radfahrer, die man sowieso nur selten sieht, sondern die wahrgenommene Behinderung des Verkehrsflusses. Ein Grund dafür ist die Einengung des Verkehrs auf eine Spur, ein anderer Grund ist die zusätzliche Ampelanlage an der Einmündung zum Westend-Center.

Außerhalb der Stoßzeiten fließt der Autoverkehr in diesem Bereich problemlos. Die 40 Sekunden Grünphase für die West-Ost-Richtung wird harmonisch von der Triftstraßen-Ampel und der REWE-Ampel absolviert. In der Rush-Hour kommt jedoch die Harmonie aus dem Takt. Die verstärkt vom Grundstück kommenden Einkäuferautos erzwingen für den Hauptverkehr Rotphasen, wo doch eigentlich ein Grün für den zügigen Abfluß der vielen Fahrzeuge notwendig wäre.

Überdies erweisen sich die 40 Sekunden Grün für die Heegermühler Straße am Westend-Kino als zu knapp kalkuliert. Hier könnten 5 Sekunden mehr schon viel bewirken, die man zu Stoßzeiten auf Kosten der Nebenstraßen programmieren könnte. Auch müsste man sich überlegen, daß die Rewe-Ampel zur Ein- und Ausfahrt zum Parkplatz nur dann die Fahrt freigibt, wenn gleichzeitig der Verkehr am Westend-Kino auf Rot steht.

Hier gibt es noch viel Arbeit für die städtischen und kreislichen Behörden. Die Märkische Oderzeitung berichtete im letzten Herbst davon, daß eine intelligente Ampelschaltung geplant sei, die dem Obus-Verkehr Vorrang einräumt. Davon ist noch nichts zu spüren. Auch das Verkehrsaudit an der Heegermühler Straße läßt noch auf sich warten - wie es hieß, aus Personalmangel.

Das Bürgerbegehren "Heegermühler Straße" könnte auf die Verantwortlichen mehr Druck ausüben, daß die Stauproblematik endlich effektiv angegangen wird, damit den Bürgern mehr Lebenszeit geschenkt wird und eine unnötige Emmissionsbelastung unterbleibt.

11. April 2018




Borsighalle bald im neuen Glanz
maxe. Laut Beschluß des Bauausschusses vom 19.10.2017 wurde Bürgermeister Friedhelm Boginski ermächtigt, den Zuschlag für Zimmerer- und Holzbauarbeiten an die A. Lockfeldt Haustechnik Gmbh im Wert von 149.026,95 EUR für Sicherung und Inwertsetzung der Borsighalle zu vergeben. Der vorliegende Vergabevorschlag bezieht sich auf Zimmerer- und Holzbauarbeiten zur Errichtung eines Walmdaches einschließlich Dachhaut, Dachabdichtung und der zugehörigen Klempnerarbeiten auf dem ehemaligen Gasgeneratorenhaus. Des Weiteren sind Instandsetzungsmaßnahmen am Oberlicht der Borsighalle einschließlich der Demontage der alten Dachhaut, Auswechseln von zerstörten Holzteilen und das Montieren der neuen Dachhaut inklusive Dachabdichtung vorgesehen. Die Förderung durch Bund und Land beträgt 80 Prozent.
(16. Februar 2018)



Vor 40 Jahren Grundsteinlegung Wohnkomplex "Max Reimann"
Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik

maxe. Am 28. Januar 1976 beschloß der Rat des Kreises Eberswalde die "Gesellschaftspolitischen und volkwirtschaftlichen Zielstellungen für den Wohnkomplex »Spechthausener Weg«", wie das Neubaugebiet in der Planungsphase genannt wurde. (1) Die Beschäftigten des neu gebauten SVKE benötigten Wohnraum, und so wurde, ganz in der Nähe, auf einem 82 ha großen forstwirtschaftlich genutzten Gebiet südlich der Chemischen Fabrik ein Wohnkomplex von der Größe einer Kleinstadt konzipiert.

Das vom VIII.Parteitag der SED beschlossene Wohnungsbauprogramm bildete das Kernstück des sozialpolitischen Programms der DDR-Regierung. Die Lebensbedingungen der Menschen, gerade auch in der Freizeit, sollten mit komfortablen Wohnungen verbessert werden. So wurde an einem Dienstagnachmittag, am 19. Juli 1977 in der Nähe des Spechthausener Weges der Grundstein für das größte Neubaugebiet von Eberswalde gelegt.


Der Vorsitzende des Rates des Kreises, Genosse Horst Copitzky, schwang symbolisch den Hammer, um eine Kassette mit dem Lageplan des Neubaugebietes sowie mit einem "Neuen Deutschland" und einem "Neuen Tag" einzumauern. Mit folgenden Worten taufte er das neu zu bauende Wohngebiet:

"Dieses Wohngebiet soll den Namen unseres unvergessenen Max Reimann tragen. Max Reimann, Arbeiterführer, Kommunist und Ehrenbürger unserer Kreisstadt, wird damit ein ehrendes Denkmal erhalten. Wir möchten damit all die Antifaschisten ehren, die durch ihre unbeugsame Haltung in der finsteren faschistischen Vergangenheit, durch ihre Tat dem Finowtal den Beinamen »Rotes Finowtal« verliehen."(2)
Einen Monat früher, am 22. Juni 1977 fasste der Rat des Kreises Eberswalde den Grundsatzbeschluß (5) zu den Investitionsaufwendungen für die Errichtung der Neubauten: die Summe für den 1. Bauabschnitt betrugen 57 Mio Mark und für den 2. Bauabschnitt 49 Mio Mark der DDR. Insgesamt waren 6672 Wohnungen geplant, in denen 18.000 bis 21.000 Menschen leben sollten. Laut einem Politbürobeschluss vom 24. April 1973 kam dabei ein ganz bestimmter Wohnungsschlüssel zur Anwendung, mit dem folgende Wohnraumgrößen gebaut werden sollten:

   665 1-Raum-Wohnungen = 11,1 %
1101 2-Raum-Wohnungen = 18,3 %
3194 3-Raum-Wohnungen = 52,1 %
1036 4-Raum-Wohnungen = 17,2 %
     76 5-Raum-Wohnungen =   1,3 %

H. Kliche vom Autorenkollektiv des Geschichtswissenschaftlichen Institutes Eberswalde bewertete 2010 die Entscheidung zum Bau des Wohngebietes: "Die günstigen topographischen Verhältnisse und die technisch unklomplizierte Erschließung wegen des geringsten Abrisses und der Verlagerungskosten und der guten Anbindungen zu den nördlich gelegenen Arbeitstätten gaben schließlich den Ausschlag zur Standortwahl."(3)

Mit den gleichen Worten erläuterte Kreisarchitekt Heinz Maske im Heimatkalender des Kreises Eberswalde für das Jahr 1979 die Standortentscheidung. In dieser Publikation stellte er zurückblickend auch die Bebauungskonzeption für das Max-Reimann-Viertel vor:

"Hierbei wurden eindeutige Straßenräume mit den technisch und stadthygienisch maximalen Raummaßen in Kontrast zu den vorgesehenen intimen Wohninnenhöfen gesetzt, die großräumig ca. 60 x 60 bis 130 x 130 Meter angelegt werden, um eine sinnvolle Nutzung und den zusammenhängenden Baumbestand erhalten zu können. Um eine Monotonie in der Raumgestaltung zu vermeiden, weist jede Wohngruppe ihre eigene und typische Raumproportion auf."(4)
In der Endausbaustufe, nach Fertigstellung aller Bauabschnitte, seien folgende Einrichtungen geplant gewesen:
  • Mehrzwecksaal, Zirkelräume
  • Wohngebietsgaststätte
  • Fachverkaufseinrichtungen
  • Zweigbibliothek und Volksbuchhandlung
  • Blumenverkaufshalle
  • Dienstleistungsbereiche
  • Sparkasse / Post
  • Poliklinik / Apotheke
  • Jugendklub
  • Hallenbad und Sauna (4)(5)
Heinz Maske, der Architekt legte 1979 weiter dar, daß im Wohngebiet durch Komposition, Zuordnung, Farb- und Materialauswahl eine gestalterische Einheit und Differenziertheit der einzelnen Bereiche erreicht wird, die zu einem höheren Niveau der Stadtgestaltung führt. Erstmals im Bezirk Frankfurt/Oder und darüber hinaus wurde der vorhandene Waldbestand in die Wohngebietskonzeption einbezogen.(4)

Am 1. April 1978 wurden die ersten Wohnungen im 1. Bauabschnitt an 40 Bewohner übergeben.(3) Im Juli 1978 beschloss die 24. Tagung des Rates der Stadt Eberswalde die ersten Straßenbenennungen im Wohngebiet "Max Reimann". Bis 1979 enstanden dann 1100 Wohnungen für SVKE-Beschäftigte. Am 25. November 1986 meldete der "Neue Tag" die vorfristige Eröffnung der zweiten Kaufhalle (die Öffnungszeiten beschloss der Rat der Stadt), und einen Monat später die Fertigstellung von 586 neuen Wohnungen im Jahr 1986. (1)(6)

Am 8. November 1987, zum 70. Jahrestag der Oktoberrevolution, rollten die ersten Obusse durch den Kiez. Die bisher eingesetzten Kraftomnibusse wurden durch elektrifizierte Busse des Typs IKARUS 280 T ersetzt. Hierbei unterstützten der Kraftverkehr Weimar und Potsdam die Eberswalder mit zwei Bussen. Um 3.50 Uhr fuhr die erste reguläre Fahrt von der Allendestraße bis Nordend. Die Taktung der Obusse war dabei alle 6 min (5-8 Uhr), alle 15 min (8-14.30 Uhr) und am Nachmittag alle 8 min (14.30-17.30 Uhr). Später am Abend dann alle 15 bzw. 20 min. (7)

Zwei Jahre später sollte die Mauer fallen und so kam es nicht mehr zur Fertigstellung des Wohngebietes. Am 2. März 1990 beschloss die Stadtverordnetenversammlung von Eberswalde die Überarbeitung der Bebauungskonzeption für den Stadtteil "Max Reimann". Mit dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung Nr. 16 - 103/91 vom 13. Juni 1991, unterzeichnet von Dr. Hans Mai (Bürgermeister), vollzog die Stadt Eberswalde einen Schlusstrich unter 40 Jahre Arbeiter- und Bauern-Staat:

Neben der Leninstraße (Eberswalder Str.), dem Platz der Freundschaft, der Ernst-Thälmann-Straße (Heegermühler Str.) und der Umbenennung des gesamten Wohngebietes in "Brandenburgisches Viertel", wurden sämtliche Straßen des DDR-Neubaugebietes per Dekret umbenannt, allerdings erst anderthalb Jahre später aus Kostengründen umgesetzt. (1)

Aus der Walter-Ulbricht-Straße wurde die Rathenower Straße, aus der Georg-Ewald-Straße die Cottbusser Straße, aus der Dr.-Salvador-Allende-Straße die Potsdamer Allee, aus der Max-Reimann-Straße die Frankfurter Allee, aus der Karl-Maron-Straße die Beeskower Straße, aus der Otto-Winzer-Straße die Nauener Straße - usw. usf.

Mit rotem Klebestreifen wurden die Namen von Antifaschisten und Sozialisten überklebt, solange bis neue Schilder und Ständer installiert waren, die die Stadt Eberswalde mit der neuen harten Währung bezahlen konnte.

Zur weiteren Entwicklung des Viertels ab 1990 verweisen wir auf diesen Artikel.

(jg) - 1. August 2017

(1) Quelle: Kreisarchiv Barnim
(2) Tageszeitung "Neuer Tag" vom 22. Juli 1977 (Kreisarchiv)
(3) "Von der Bodenreform zur Wurstfabrik" - Wege zur industriellen Produktion in der Landwirtschaft im Raum Eberswalde / 1. Auflage Eberswalde 2010 / Autorenkollektiv unter Leitung von H. Kliche
(4) "Ein neues Wohngebiet entsteht" - Städtebauliche Betrachtungen zum Wohnkomplex "Max Reimann" in der Kreisstadt Eberswalde-Finow von Heinz Maske, Architekt BDA/DDR - Kreisarchitekt - / Heimatkalender des Kreises Eberswalde für das Jahr 1979; Herausgeber: Rat des Kreises, Abteilung Kultur
(5) Grundsatzbeschluß des Rates des Kreises Eberswalde vom 22. Juni 1977 zu den Investitionen im 1. und 2. Bauabschnitt des WK "Max Reimann" - Quelle: Kreisarchiv Barnim
(6) Tageszeitung "Neuer Tag" vom 25. Nov. 1986 und vom 2. Dez. 1986 (Kreisarchiv)
(7) Tageszeitung "Neuer Tag" vom (ohne Angabe). November 1987 (Kreisarchiv)

Bildnachweis:
Grundsteinlegung am 19.7.1977 (Autor unbekannt)
Foto aus der Bauphase am 1.10.1979 - Herbert W. Brumm, Gramzow
(Quelle: Kreisarchiv Barnim)




Die Einwohnerversammlung 2016, die erstmals als Einwohnerforum organisiert war, bildete den Startschuß zur Erarbeitung des neuen Stadtteilentwicklungskonzeptes. Im September 2017 sollen auf einem weiteren Einwohnerforum die Ergebnisse vorgestellt werden.

Vom 26. Juni bis 14. Juni findet im Zusammenhang mit der Erarbeitung des neuen Stadtteilentwicklungskonzepts eine Bewohnerbefragung statt. Die ersten Umfragebögen wurden bereits verteilt.
ACHTUNG! Es handelt sich um weiße Umschläge im Format A5, die trotz der Aufschrift "Achtung: Keine Werbung" leicht mit Werbung verwechselt werden können.
Daher aufpassen und lieber die Werbestapel vor dem Wegwerfen nochmal durchgucken!

Neues Stadtteilentwicklungskonzept (STEK):
Strategiewechsel für das Brandenburgische Viertel

Fortführung des Programms Soziale Stadt

maxe. Seit 1999 werden mit dem Förderprogramm Soziale Stadt im Eberswalder Ortsteil »Brandenburgisches Viertel« ganz unterschiedliche Maßnahmen realisiert – von investiven Maßnahmen in die Infrastruktur bis zu Beteiligungs- und Aktivierungsangeboten.

Das Verstetigungskonzept von 2012, mit dem ein langsamer Ausstieg aus dem Programm Soziale Stadt gesichert werden sollte, wird derzeit evaluiert. Dabei zeigt sich, erläutert Baudezernentin Anne Fellner, »daß eine Vielzahl an Maßnahmen noch keine Verstetigungsreife erlangt hat, zudem haben sich neue Herausforderungen durch den Zuzug von geflüchteten Menschen ergeben. Eine Fortführung des Programms Soziale Stadt wird demzufolge sinnvoll und erforderlich sein.«

Die aktuelle Entwicklung war für die Stadtverwaltung Anlaß, über die Stadtteilentwicklungsstrategie des Brandenburgischen Viertels neu nachzudenken. Hierzu erarbeitet die Verwaltung derzeit ein neues Stadtteilentwicklungskonzept (STEK).

»Mit diesem Konzept«, so die Dezernentin, »wird ein Strategiewechsel für das Quartier eingeleitet, der eine nachhaltige Stabilisierung und Entwicklung zum Ziel hat.« Bisher war das Quartier Schwerpunkt des Wohnungsrückbaus - und hat mit diesem »negativen Image« auch die Bemühungen der Wohnungsmarktakteure erschwert, den Wohnungsleerstand zu verringern. Das soll nun anders werden.

Die Stadtverwaltung verfolgt dabei vier Strategien:

  • Schaffung vielfältiger Wohnungsqualitäten (Bestandsanpassung, Neubau und langfristige Rückbauziele, Barrierefreiheit, bezahlbar)
  • öffentliche und private Räume/Freiflächen pflegen und gezielt aufwerten (Wegenetze, Barrierefreiheit, Stadtteileingänge, Parkanlagen pflegen)
  • sozialen Zusammenhalt stärken (Bildung, Sport, Kultur, Freizeit, Integration/Inklusion, Nachbarschaften)
  • (Nah)Versorgung sichern (Einzelhandel, medizinische Versorgung).

In einem ersten Bürgerforum am 25. Oktober 2016 wurden Ideen diskutiert und ausgetauscht. Auf einem zweiten, für den Herbst 2017 vorgesehenen Bürgerforum, soll der Entwurf des Stadtteilentwicklungskonzeptes in den Diskussionsfokus gestellt werden.

Aus den vier Strategien ergeben sich laut Anne Fellner eine Reihe von Handlungsansätzen. So stehe z.B. die weitere Sanierung des Wohnraums durch die Wohnungsunternehmen auf der Agenda.
Hier haben die Akteure vor allem den veränderten Wohnbedarf vor Augen: Mit Grundrißveränderungen, dem Auf- bzw. Anbau von Aufzügen, der barrierearmen bzw. -freien Gestaltung von Zugängen, Wohnungen und Außenanlagen werden die Unternehmen darauf reagieren – was an sich nichts neues ist.

»Auf kommunaler Seite besteht Handlungsbedarf bei der weiteren barrierefreien Gestaltung von Wegebeziehungen, der Beseitigung von städtebaulichen Mißständen – insbesondere in den Eingangsbereichen zum Quartier – sowie in der Sanierung von Sport- und Freizeiteinrichtungen«, informiert die Baudezernentin. Dringlicher Handlungsbedarf bestehe bei der Realisierung zusätzlicher Kita-, Hort- und Schulplätze. »Hier sind rasche Lösungen gefragt«.

Bei der Umsetzung des Handlungsbedarfs, betont Anne Fellner, ist die Stadt auf die weitere Unterstützung von Land und Bund angewiesen. Ziel sei, auch künftig einen Fördermittelmix aus Stadtumbau, Wohnraumförderung und Sozialer Stadt einzusetzen. Diese Kombination unterschiedlicher Fördermittel habe sich in den vergangenen Jahren sehr bewährt und sollte auch künftig fortgesetzt werden.

(23. Juni 2017)

Siehe auch: hier




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