Kiezmagazin fürs Brandenburgische Viertel in Eberswalde



Vorweihnachtlicher Himmel

Kiez-Termine

Sonntag, 16. Dezember, 14-18 Uhr:
Kiez-Weihnachtsmarkt 2018
Potsdamer Platz, siehe auch hier.

Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ):
Mütter-Fitness-Gruppe Mo 9.30 Uhr,
SV Motor Turnhalle, Potsdamer Allee 37
Krabbelgruppe Mi 9.30 - 11 Uhr, Bonhoeffer-Haus, Potsdamer Allee 35

WBG-Vereinshaus, Havellandstr. 15:
Sportgruppe @ H15 Mo 18.30-20 Uhr
Offene Naehwerkstatt Mi 10-13 Uhr
Repair-Café & Six-to-Zero Fr 15 Uhr
Hebewerk e.V. im H15

WBG-Freizeitschiff:
Rommé, Skat ... Mo 14 Uhr
Handarbeitstreffen Do 13 Uhr
Prignitzer Str. 48

Gemeindezentrum:
Familiennachmittag dienstags, 16 - 17 Uhr, Dietrich-Bonhoeffer-Haus
Potsdamer Allee 35
Familiensport, Di 15-16 Uhr, Do 15-16.30 Uhr, SV Motor Turnhalle
Potsdamer Allee 37

AWO Ortsverein Finow:
Nachmittag im Seniorenclub Mi 14 Uhr, Frankfurter Allee 24

Bürgerinitiative
Radwege in Eberswalde

Mitteilungen der Bürgerinitiative

MAXE-Volltextsuche:
Kontakt zur

Abrißbagger in der Lübbenauer Straße im Februar 2014. Das war der letzte Wohnungsabriß.

Keine Lobby für den Kiez
Bürgermeister toleriert wohlwollend weiteren Wohnungsabriß

maxe. Es war schon länger geplant, nun ist es amtlich: Unter der Überschrift "Ab Januar sollen die Bagger rollen" berichtet heute die Märkische Oderzeitung von der gesicherten Finanzierung des Abrisses von mehreren Wohnblöcken durch Fördermittel in Höhe von 340.000 Euro. Rückgebaut - wie es leicht umschrieben heißt - sollen die Cottbuser Straße 25-31 sowie die Brandenburger Allee 27-35. Mit dieser Summe, so schätzte es ein Fachmann ein, könnte ein gesamter Block saniert und dem Wohnungsmarkt zur Verfügung gestellt werden. Doch der Finanzvorstand der WBG Guido Niehaus meinte lt. MOZ, für die 90 Wohnungen gebe es im unsanierten Zustand momentan keinen Markt.


Noch steht der Block in der Cottbuser Straße im Sonnenlicht, aber nicht mehr lange. Zum Abriß soll es ein Kulturprogramm geben. Ein Trauergottesdienst wäre angebrachter.

Interesse am Abriß der einst begehrten Wohnungen hat auch das Oberhaupt der Stadtverwaltung und zugleich Aufsichtsratschef des WBG-Konkurrenten WHG. Bürgermeister Boginski will nämlich sein selbstgestecktes Ziel verwirklichen - so schreibt es die Lokalzeitung - bis zum Ende seiner Amtszeit sechs Prozent Leerstand in Eberswalde zu erreichen. Vorrangig geschah und geschieht das jedoch durch die Vernichtung von genossenschaftlichem Wohneigentum. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Durch die Zerstörung des gewachsenen Stadtbildes im Brandenburgischen Viertel kann jedoch das Image des Kiezes mit vielen jungen Familien nicht aufgewertet werden, wie es die Genossenschaft mit dem neuen Slogan "Brand.Vier" es eigentlich vorhat. Drei Brände sind genug.

(jg) - 5. Dezember 2018




Kulinarisch hochwertige Speisen waren bisher zu jedem Kiezweihnachtsmarkt im Angebot.

16. Dezember 2018 von 14 – 18 Uhr:
Kiez-Weihnachtsmarkt 2018

maxe. Bald nun ist Weihnachten. Wer hätte das gedacht. Der lange Sommer ging in einen goldenen Herbst über, der auch jetzt nur ab und zu »Novemberstimmung« aufkommen läßt. Auch wenn der Sommer scheinbar nicht aufhören wollte, sind die Organisatoren des diesjährigen Kiez-Weihnachtsmarktes schon seit geraumer Zeit emsig mit den Vorbereitungen befaßt.

Der Weihnachtsmarkt im Brandenburgischen Viertel findet wie immer am Dritten Advent statt, das ist in diesem Jahr Sonntag, der 16. Dezember.

Wie im Vorjahr ist die Bildungseinrichtung Buckow e.V. Träger des Marktes, wobei die Organisation in den Händen des Quartiersmanagements liegt. Die Finanzierung wird wieder durch eine Kulturförderung der Stadt in Höhe von 2000 Euro sichergestellt. Zudem leistet die Stadtverwaltung organisatorische Hilfe und stellt beispielsweise überdachte Marktstände, Pavillons und ein kleines Bühnenpodest zur Verfügung. Es wird Sitzmöglichkeiten zum Verweilen geben (Bierzeltgarnituren, Stühle und Tische im Pavillon).
Bereits mit Beginn der Adventszeit werden die Bäume auf dem Potsdamer Platz durch Lichterketten geschmückt.
Eine zentrale Feuerschale soll für anheimelnde Atmosphäre sorgen und zum Wärmen genutzt werden. Zur Gewährleistung der Sicherheit wird die Freiwillige Feuerwehr wegen entsprechender Hilfe angefragt.

Auch in diesem Jahr wird es sich der Bürgermeister Friedhelm Boginski nicht nehmen lassen, mit dem obligatorischen Stollenanschnitt den Weihnachtsmarkt zu eröffnen.

Der Kiez-Weihnachtsmarkt lebt von den Akteuren im Viertel. Sie gestalten einen großen Teil des Programms, geben an ihren Ständen Einblick in ihr Tun, machen die verschiedensten Angebote und sorgen nicht zuletzt für Speis und Trank.

So wird die Initiative »Transition Thrive«, die beim Hebewerk e.V. in der Havellandstraße 15 ihren Treffpunkt hat, ihre Projekte vorstellen und Lastenräder zum Probefahren bereitstellen. Die Revierpolizisten (Schorfheidestr. 13) bieten an ihrem Stand polizeispezifische Informationen, der Zirkus Spirkus kommt mit einem offenen Spielangebot.

Der Kulturbund Eberswalde e.V (Cottbuser Str. 5) bietet Handwerkskunst an ihrem Marktstand. Beim Wohnverbund (Potsdamer Allee/Zum Schwärzesee) können Laternen gebastelt werden. Außerdem wird Essen und Trinken angeboten, wie zum Beispiel Quarkbällchen. Internationale Spezialitäten (russische, tschetschenische, arabische) gibt es auch beim Kontakt e.V. (Havellandstr. 15).

Die Wohnungsbaugenossenschaft wird an ihren Pavillon anbieten, Tassen und Weihnachtskugeln zu bemalen und Anstecker mit Weihnachtsmotiven zu gestalten. Auch die Grundschule Schwärzesee bringt sich ein und bastelt Weihnachtsschmuck, der an den Bäumen auf dem Platz aufgehängt wird. An den Ständen des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses (Potsdamer Allee 35) gibt es Popcorn, Punch und Burger, der Buckow e.V. (Spreewaldstr. 22/24) bietet warme Waffeln, die Stiftung SPI – Sozialpädagogisches Institut (Schorfheidestr. 13) hat Zuckerwatte im Angebot und wird sich natürlich auch spezifischen sozialpädagogischen Themen widmen.
MADs, die Selbsthilfegruppe für chronisch psychisch Kranke (Schorfheidestr. 13) bietet Wundertüten, Kaffee, Bücher und Spielzeug, die Arbeiterwohlfahrt (Frankfurter Allee 64) gegen eine kleine Spende Kaffee und Kuchen.
Eine ganze Reihe weiterer Angebote sind bisher noch im Ideen- bzw. Anfragestadium.

DJ Lady Undertone wird programmbegleitend moderieren und die »Pausenmusik« beisteuern. Vielleicht gelingt es ihr, die Weihnachtsmarktbesucher zum gemeinsamen Weihnachtssingen zu animieren...

Um 17 Uhr wird es – vor allem natürlich für die Kinder – einen Lampionumzug geben. Dabei können auch gleich die am Stand des Wohnverbunds selbstgebastelten Laternen ausprobiert werden.

(20. November 2018)


Quartiersmanagement Soziale Stadt · Schorfheidestraße 13 · 16227 Eberswalde
Tel: 03334 818245
Sprechzeiten: Dienstag, 13 - 18 Uhr eMail: qm-brandenburgischesviertel@eberswalde.de




Grundsteinlegung für das neue Eberswalder Wohngebiet »Max Reimann« am 19. Juli 1977. Mehr dazu siehe die Artikel »Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik« und »Die verwandelte Stadt«

Neues Kunstprojekt im Brandenburgischen Viertel:
Lebensgeschichten gesucht

maxe. Der Sprecherrat »Soziale Stadt« im Brandenburgischen Viertel hatte auf seiner Novembersitzung unter anderem über einen Förderantrag zum Thema »Die Entwicklung des Brandenburgischen Viertels, gezeigt in Bildern der Lebensgeschichten seiner Bewohner«. Knapp 5.800 Euro werden dafür zur Verfügung gestellt. Die elf anwesenden Sprecherratsmitglieder befürworteten den Antrag einstimmig. Die Ausstellung soll zum zweiten Quartal 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Initiiert wurde das Projekt von der jungen Künstlerin Anna-Maria Heß, die seit einiger Zeit selbst im Viertel lebt und freischaffend tätig ist. Die Entwicklung des Brandenburgischen Viertels soll auf der Basis der Lebensgeschichten seiner Bewohner in Form einer multimedialen Ausstellung gezeigt, veranschaulicht und zugänglich gemacht werden, heißt es in der Projektvorstellung. Ziel sei es die Sichtweise auf das Brandenburgische Viertel sowohl von innen, als auch von außen, auf eine positive Art zu verändern. Angesprochen sind Menschen, die ihr Leben lang oder einen großen Teil ihres Lebens im Brandenburgischen Viertel wohnen bzw. gewohnt haben und auch von den Anfängen berichten können.

Die Künstlerin bewegt sich dabei auf mehreren Ebenen. Auf der ersten Ebene will sie sich mit den Projektteilnehmern in und mit dem Brandenburgischen Viertel definieren und identifizieren. Auf der zweiten Ebene soll es das multimediale Erleben der Ausstellung einer Vielzahl von Menschen, regional und national, möglich machen, die jeweiligen Sichten der Teilnehmer parallel zu durchlaufen, sie miteinander zu vergleichen und eigene Sichten zu gewinnen. Die so erreichte Blickverschiebung soll nicht zuletzt zu einem Imagewechsel des Brandenburgischen Viertels führen.

Das Projekt umfaßt zwei Teile. Im ersten Teil werden die Teilnehmer gesucht durch gezielte und direkte Ansprache in den verschiedenen Einrichtungen im Viertel, wie dem Spreewaldcafé, aber auch auf der Straße. Kleinanzeigen in einem regionalen Wochenblatt soll das ergänzen und einen speziellen Interessentenkreis erschließen, der sonst nicht erreichbar wäre. Zudem kan man sich telefonisch oder per eMail melden.

Infrage kommen vor allem Ältere (50+), die sowohl über die Entwicklung des Brandenburgischen Viertels berichten können, als auch bereit sind, über persönliche Erlebnisse zu erzählen, um so ihre Erinnerungen öffentlich zu teilen.

Wer sich bereit erklärt, an dem Projekt teilzunehmen, wird sodann in einem persönlichen und möglichst intimen Gespräch an einem Ort ihrer Wahl oder bei einem Spaziergang durch das Viertel gebeten, über ihr Leben preiszugeben was und wieviel sie möchten.

Die Interviews werden, je nach Wahl, mittels Diktiergerät oder schriftlich dokumentiert. Momente des Gesprächs werden mit verschiedenen Kameras, in Form von Fotografie und Film, eingefangen und zeichnerisch festgehalten. Die Teilnehmer werden zudem gebeten, in ihren Fotoalben zu kramen, ob sie deren Schätze für die Ausstellung zur Verfügung stellen möchten. Ziel ist, das Brandenburgische Viertel in einer sehr persönlichen, lebensnahen und emotionalen Weise in Szene zu setzen.

Nach der Materialsammlung beginnt der zweite Teil des Projektes.

Die multimediale Ausstellung soll die Entwicklung des Brandenburgischen Viertels auf zwei Ebenen präsentieren. Zum einen wird die allgemeine Entwicklung seit der Planung und Grundsteinlegung bis heute dargestellt durch alte Fotografien, Zeichnungen und Grundrissen sowie erklärenden Texten, ergänzt durch Ton- oder Filmaufzeichnungen der Gespräche. Die Sinne des Betrachters werden so auf die verschiedensten Arten angeregt.

Als zweite Ebene wirken die persönlichen Lebensgeschichten der Teilnehmer. Sie sollen als großformatiges Buch oder Album präsentiert werden. In diesem Buch werden Text und Bild (Fotografien und Zeichnungen) miteinander kombiniert. Die einzelnen Teilnehmer werden vorgestellt und die gesammelten Geschichten chronologisch dargestellt. So wird auf behutsame Weise eine persönliche und emotionale Verbindung zum Leben der Teilnehmer geschaffen. Der Betrachter selbst bestimmt, wie und wieviel er miterleben und erfahren möchte.

Die Bücher, welche die jeweilige persönliche Geschichte dokumentieren, erhalten die Teilnehmer nach Ausstellungsende als Andenken.

(9. November 2018)




The Beggar's Opera - Gemälde von William Hogarth (1728) - war die literarische Vorlage für Brechts Dreigroschenoper.
Programmzettel der Uraufführung der "Dreigroschenoper" am 31. August 1928 im Theater am Schiffbauerdamm, Berlin (Abbildungen aus Wikipedia - gemeinfrei)

"Mackie Messer - der Dreigroschenfilm" im Kino:
Eine Hommage an Bertolt Brecht

maxe. Alles fängt damit an, daß die Uraufführung der "Dreigroschenoper" kurz vor dem Scheitern steht. Schauspieler schmeißen hin, Requisiten brechen zusammen und der Theaterleiter verlangt Änderungen bei zu freizügigen Passagen. Mitten im ersten Akt versagt die Drehorgel ihren Dienst, doch ein grandioser Schauspieler rettet mit dem "Haifischsong" die Szene. Am Ende feiern die Zuschauer das Stück, nicht zuletzt wegen der eingängigen Musik von Kurt Weill. Die "Dreigroschenoper" wird ein überwältigender Erfolg.

Nun melden sich andere Begehrlichkeiten. Die Filmindustrie erwirbt die Rechte am Stück, doch Brecht will nach seinen eigenen Vorstellungen den Film inszenieren, nicht nach den Regeln des Filmmarktes. Damit beginnt ein überwältigendes Panorama an Bildern:

Macheath, dem Anschein nach ein Edelmann, betritt die Straße und sein Auge wird sofort von einer spazierenden Dame in den Bann gezogen, besonders von ihrer unteren Partie. Er folgt ihr und die beiden schließen eine Bekanntschaft, die mit der Romanze unterm Soho-Mond von London beginnt.

Das Dumme ist nur: die Dame ist die Tochter vom Bettlerkönig der Stadt und Macheath das Oberhaupt einer Kriminellenbande. Der "Captain", wie der Gangsterboss genannt wird, organisiert ein rauschendes Fest, mit den VIPs der Gesellschaft, während Polly ein Brautkleid tragen darf. Sie wähnt sich schon im Hafen der Ehe, bestens ausgestattet, doch ihr Vater droht dem Polizeipräsidenten, die Geburtstagsfeier der Königin zu stören indem er seine Bettler aufmarschieren lässt, wenn Maceath nicht an den Galgen kommt.

Inzwischen vergnügt sich der "Edelmann" in einschlägigen Etablissiments, von denen er freimütig zugibt, hier erst großgeworden zu sein, in den Armen der Seeräuber-Jenny, im Original gespielt von Lotte Lenya, der Frau von Kurt Weill.

Die Handlung des Dreigroschenfilms wird immer wieder unterbrochen durch Einsprüche des Filmproduzenten, dem die Handlung zu sehr verfremdet ist, dann zu sittenverderbt und schließlich zu gesellschaftskritisch. Erst kann sich Brecht noch durchsetzen, aber dann folgt der Eklat: Der Autor verklagt die Filmgesellschaft wegen Mißachtung seiner Regieanweisungen und es kommt zum Prozess. Daß Brecht seine Niederlage bereits einkalkuliert, gehört zur Inszenierung der Wirklichkeit.

Vor den Augen des verhandelnden Richters geht der Film weiter: Durch Verrat seiner leichten Damen kommt Macheath ins Gefängnis, sehr zum Bedauern seines Freundes, des Polizeipräsidenten, den er keines Blickes würdigt. Währenddessen hat Peachum, der mit professioneller Bettlerei ein großes Unternehmen geschaffen hat, aus Mitleid ein echten Krüppel angestellt. Dieser wirkliche Elende wird zum Problem für beide, für den Geschäftemacher wie für die Obrigkeit. Was ist, wenn die Elenden unter den Brücken aufstehen und in die Bank- und Regierungspaläste strömen? Dann werden sie ein paar Polizisten nicht aufhalten können.

Macheath wird durch die Königin begnadigt und mit "Schwiegervaters" Geld kauft Polly ein Geldinstitut, sodaß der "ehrenwerte Kriminelle" nun Chef eines Bankhauses ist. Die Szene wechselt in die Moderne: in London schießen die Bankentürme in den Himmel und aus Mackies plumpen Ganoven werden Aktenkofferträger mit Zwirn und Schlips. So wie Brecht kurz zuvor in einer Probe der "Heiligen Johanna der Schlachthöfe" die gesellschaftliche Waage erläutert hat, wird Macheath - in der Oberschicht angekommen - nun erklären: "Es gibt die guten Reichen. Also muss es auch die guten Armen geben!" Nur sagt Brecht: Die guten Armen werden immer unten sein ...

Jürgen Gramzow - 29. Oktober 2018


Nächste Aufführung: Westend-Kino, 30.10. - 20 Uhr



Die Herbstsonne spiegelt sich in den Fenstern der Schwärzesee-Grundschule. Für Glasreinigungsarbeiten an städtischen Gebäuden ist ein separates Fachlos vergeben worden.

Europaweite Ausschreibung gescheitert
Reinigungsarbeiten an Berliner Firma vergeben

maxe. Rechtzeitig vor Ablauf der bestehenden Verträge am 31.12.2018 mussten die Arbeiten für Reinigungsleistungen in und an öffentlichen Gebäuden der Stadt Eberswalde neu ausgeschrieben werden. Wie Frau Mettke und Herr Radicke vom Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft der Stadtverordnetenversammlung am 27.09.2018 zur Erläuterung darlegten, beträgt die Laufzeit des Vertrages 2 x 3 Jahre. Daraus ergebe sich ein kalkulatorischer Gesamtwert von 5.765.524,47 Euro. Für Summen dieser Größenordnung mußte ein europaweites offenes Verfahren gewählt werden. Dieses brachte jedoch keine vergleichbaren Ergebnisse, da Vorgaben seitens der Anbieter nicht eingehalten wurden. Aus diesem Grund mußte das offene Verfahren aufgehoben und ein Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb durchgeführt werden.

Im Interesse des Schutzes des Mittelstandes wurden die Reinigungsleistungen in einzelne Lose aufgeteilt. Zum einen wurde das Los für die Glas- und Rahmenreinigung gebildet, zum anderen wurden die Lose nach örtlichen Zusammenhängen in Teillose aufgeteilt.

Los 1 - Brandenburgisches Viertel
Los 2 - Finow
Los 3 - Mitte
Los 4 - Nordend
Los 5 - Ostend
Los 6 - Westend

An dem neuen Vergabeverfahren wurden sämtliche Firmen beteiligt, die bereits Angebote im vorangegangenen Verfahren abgegeben hatten. Für das Los 1 (Brandenburgisches Viertel) ermächtigte der Beschluß der Stadtverordnetenversammlung den Bürgermeister, den Zuschlag auf das Angebot der Firma Peter Schneider Gebäudedienstleistungen GmbH & Co. KG, Holzhauser Straße 62-68 in 13509 Berlin zu geben.

Preislich lag das Angebot zwar mit 224.595,45 Euro im Mittelfeld der zwölf Bewerber, aber eine Firma aus Eberswalde hat die angegebenen Leistungswerte nicht eingehalten und die Firmen aus Bielefeld, Gelsenkirchen, Berlin-Moabit und eine Firma aus Strausberg haben die von Stadtverwaltung geforderten Stundenverrechnungssätze für 2019 nicht korrekt angegeben. Eine weitere Strausberger Firma hat nicht die geforderten Nachweise zur Eignung eingereicht.

Es blieben somit 6 Firmen in der weiteren Wertung. Entsprechend der Wertungsmatrix (35 % Preispunkte, 65 % Zeitpunkte) wurden diese Angebote ausgewertet. Nach § 58 VgV und § 30 KomHKV hat die Firma Peter Schneider Gebäudedienstleistungen GmbH aus Berlin-Tegel das wirtschaftlichste Angebot gemacht und erhielt somit den Zuschlag.

Die zu reinigenden Gebäude für Los 1 (Unterhalts- und Grundreinigung) sind die Hauptfeuerwache, die Grundschule Schwärzesee, die Kita Gestiefelter Kater, die Kita Pusteblume, der Grundschule-Schwärzesee-Hort, der Club am Wald, das Bürgerzentrum, das Waldstadion ab 10/2019 und die Sporthalle Heidewald an der Frankfurter Allee.

Die gemäß § 14 VgV und § 30 KomHKV eingereichten Angebote (Offenes Verfahren, Verhandlungsverfahren) wurden im Vorfeld durch die städtischen Mitarbeiter auf Vollständigkeit und Einhaltung der Vorgaben überprüft. Es wurde unter anderem die Einhaltung von Leistungswerten vorgegeben (auf Grundlage der Empfehlung der Gebäudereinigerinnung) sowie die voraussichtlichen Sozialversicherungsbeiträge und Tariflöhne für 2019.

(jg) - 13. Oktober 2018




Das Brandenburgische Viertel von oben.

Einwohnerversammlung am 15.10. als Ortsteilrundgang:
Bürger dürfen Fragen stellen

Treffpunkt um 17 Uhr auf dem Potsdamer Platz

Die abschließende Station der Einwohnerversammlungen 2018 wird in diesem Jahr der Ortsteil Brandenburgisches Viertel sein. Am Montag, dem 15. Oktober 2018, sind die Bürgerinnen und Bürger des Brandenburgischen Viertels zu einem Ortsrundgang eingeladen.

»Wir hoffen, daß auch im Brandenburgischen Viertel zahlreiche Bürgerinnen und Bürger kommen, am Rundgang teilnehmen und Fragen stellen«, so Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski. Treffpunkt ist um 17 Uhr auf dem Potsdamer Platz.

Für die veränderte Form der Einwohnerversammlung hatte sich die Verwaltungsspitze in diesem Jahr entschieden, um stärker mit den interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt ins Gespräch zu kommen. Zudem können Themen vor Ort besprochen werden.

»Partizipation spielt eine große Rolle in der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Bürgern, deshalb suchen wir immer wieder nach neuen Wegen, um die Bürger besser anzusprechen«, so der Bürgermeister.

Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, diese Gelegenheit des Informationsaustausches vor Ort zu nutzen, um mit ihren Hinweisen und Anregungen einen Beitrag für die weitere Gestaltung Ihres unmittelbaren Wohnumfeldes und für eine positive Entwicklung Eberswaldes zu leisten.

Nancy Kersten
Pressesprecherin der Stadtverwaltung Eberswalde

(veröffentlicht am 10. Oktober 2018)




Der Regionalexpress fährt in Berlin-Hauptbahnhof ein.

Neueste Meldung!
Bahnchaos hat ein Ende

maxe. Ab Freitag, den 12. Oktober 2018 wird der Zugverkehr im Abschnitt Berlin-Blankenburg – Berlin-Karow nach umfangreichen sich erheblich verzögernden Bauarbeiten endlich wieder aufgenommen.

Die Züge der Linie RE 3 Stralsund/Schwedt – Lutherstadt Wittenberg/Falkenberg (Elster) verkehren wieder durchgängig und fahren dann wieder planmäßig von Bernau direkt nach Gesundbrunnen und Berlin-Hauptbahnhof, und nicht mehr über Berlin-Lichtenberg.

Die Züge der Linie RE 66 (Szczecin – Berlin-Gesundbrunnen) beginnen und enden wieder in Berlin-Gesundbrunnen. Die Züge der Linie RB 24 (Eberswalde – Senftenberg) fahren unverändert.

Die Abfahrtzeiten in Eberswalde Richtung Berlin bleiben unverändert. Dafür fährt der RE3 jetzt ab Berlin-Hauptbahnhof wie früher wieder um 9.33 Uhr stündlich, ab Gesundbrunnen 9.39 Uhr jede Stunde in Richtung Eberswalde.

Ursprünglich sollte der Zugverkehr schon ab dem 1. April wieder normal laufen.

8. Oktober 2018




Seit Juni 2018 grenzt dieser schicke Bauzaun das Grundstück an der Kreuzung Spechthausener/Eberswalder Straße von der Außenwelt ab. Innerhalb des Areals ist seitdem nichts sichtbares passiert. Die Stadtverwaltung weiß von nichts.

In den 1990er Jahren sollte dieser Baum der Neuordnung des Verkehrs an der benachbarten Kreuzung zum Opfer fallen. Eine Initiative von Eberswalder Bürgern, unter ihnen der heutige »Guten Morgen Eberswalde«-Manager Udo Muszynski, sorgte damals dafür, daß der Baum stehen blieb. Eine aktuelle Gefährdung wegen eventueller Baumaßnahmen auf dem abgegrenzten Grundstück dürfte unwahrscheinlich sein - es sei denn, an dieser Stelle ist eine Grundstückszufahrt mit separater Ampelschaltung notwendig. Sowas hat in Eberswalde Priorität.

Der Bauzaun am Kiez-Eingang

maxe. Seit Juni 2018 »ziert« ein Bauzaun die Zufahrt zum Brandenburgischen Viertel an der Kreuzung Spechthausener/ Eberswalder Straße. Mehrere Kiezbewohner hatten sich an die MAXE-Redaktion gewandt, weil sie wissen wollten, was es mit den Absperrungen auf sich hat.

Der Bauzaun erstreckt sich von den Baracken des einstigen Asylbewerberheims bis zum Toom-Parkplatz und schließt auch den Friedhof mit dem Gedenkstein davor ein. Lediglich das dortige Bethaus ist noch zugänglich. Irgendwelche Aktivitäten waren nach dem Aufstellen des Bauzauns nicht zu beobachten.

Die MAXE-Redaktion fragte daher am 19. Juli bei der Pressestelle der Eberswalder Stadtverwaltung an, ob sie mit entsprechenden Informationen weiterhelfen könne. Leider gab es keine Antwort. Vermutlich ging die Anfrage in der Urlaubszeit irgendwie verloren.

Die MAXE-Leser sind nicht so vergeßlich. Jedenfalls wurde die Redaktion kürzlich angemahnt, wo denn die Antwort auf die Frage vom Juli bleibe. Der Bauzaun stehe immer noch, ohne daß irgendwelche Aktivitäten hinter der Umzäunung ersichtlich sind.

Die MAXE-Redaktion wiederholte also am 25. September ihre Anfrage an die städtische Pressestelle und ergänzte: »Neben dem Friedhof und dem davor gelegenen Denkmal dürfte auch der alleinstehende Baum an der Kreuzung unter Schutz stehen. Zu dem Baum gab es bereits Anfang der 1990er Jahre eine erfolgreiche Initiative gegen die damals beabsichtigte Fällung. Eine Antwort auf die Frage wäre auch in diesem Zusammenhang hilfreich.«

Am 4. Oktober antwortete die Pressesprecherin Nancy Kersten:

»Gern möchte ich Ihnen antworten. Bei der Absperrung muß es sich um eine Absperrung des Grundstückeigentümers handeln. Von Verwaltungsseite aus wurde keine Sperrung veranlaßt.«

Die MAXE-Redaktion bedankt sich für diese ausführliche und aufschlußreiche Antwort.

(gm) - 5. Oktober 2018




Dornröschenweg am Heidewald
(24. September 2018)



Der waldseitige Fußweg in der Lausitzer Straße wird abgetragen und damit als Ausgleichsmaßnahme Fläche in der Stadt Eberswalde entsiegelt. Nach schwerer Arbeit hat sich der Bauarbeiter das Wochenende redlich verdient. Als Ergebnis entsteht ein Versickerungsgraben für das Straßenwasser, das bei starken Niederschlägen nicht mehr in der Kanalisation fortfließt, sondern vor Ort im Boden bleibt. Den Gehweg selber hat schon der Lauf der Zeit entsiegelt: Der Sickertest bei Starkregen-Simulation ergab, daß kaum Wasser bis zum Gulli gelangte. Die Gullis ihrerseits werden mit Entfernung des Gehweges stillgelegt.

Lausitzer Straße:
Gehwege werden zurückgebaut

In Zeiten des Klimawandels und zunehmender Extremwetterereignisse ist auch die Stadt Eberswalde gefordert, sich auf diese Gefahren einzustellen und aktiv vorzubeugen. Insbesondere Starkregenereignisse mit anschließenden Überflutungen können zu erheblichen Schäden führen. Die Entwicklung und Umsetzung von wirksamen Projekten zur Erhöhung der dezentralen Rückhaltung und Versickerung von Regenwasser gehört daher zu den wichtigsten Klimaanpassungsmaßnahmen im Rahmen des städtischen Klimaschutzkonzeptes.

Aus diesem Grund beabsichtigt das Tiefbauamt der Stadt im Brandenburgischen Viertel eine Fläche von insgesamt 400 Quadratmetern nicht mehr genutzte Infrastruktur zu entsiegeln und auf diesem Wege zusätzliche Versickerungsflächen für Regenwasser bereitzustellen. So kann der oberirdische Abfluss reduziert, die Regenwasserkanalisation entlastet und die ursprünglichen Bodenfunktionen wiederhergestellt werden

In der Lausitzer Straße soll zwischen der Potsdamer Allee und dem Jugendclub auf der Waldseite der alte, verwitterte und durch starke Schäden gekennzeichnete Gehweg auf einer Länge von etwa 250 Metern entsiegelt werden. Anstelle des Gehweges wird eine Sickerfläche für das Regenwasser geschaffen, so dass das Regenwasser an Ort und Stelle versickern kann Der Gehweg auf der Nordseite bleibt erhalten.

Die Maßnahme wird als Ersatzmaßnahme für das Bauvorhaben Sicherung und Sanierung Altlastenstandort ehemalige Dachpappenfabrik Büsscher & Hoffmann Eberswalde am Luisenplatz 1 durchgeführt. Dort wurde die Stadt durch die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Barnim aufgefordert, entsprechende Ersatzmaßnahmen durchzuführen. Diese notwendigen Ersatzmaßnahmen betreffen eine Fläche von etwa 400 Quadratmetern. Der verbleibene Abschnitt des Gehweges bis zur Zoostraße soll zu einem späteren Zeitpunkt entsiegelt werden.

Die Baumaßnahme soll bis zum 28. September 2018 durchgeführt werden. Den Auftrag hat die Firma Tiefbau und Baustoffhandel Andre Rouvel aus Eberswalde von der Stadt erhalten. Die Maßnahme wird ca. 24.000 Euro kosten und aus der Ersatzmaßnahme Sicherung und Sanierung Altlastenstandort ehemalige Dachpappenfabrik Büsscher & Hoffmann Eberswalde finanziert.

Nancy Kersten (Pressesprecherin der Stadtverwaltung Eberswalde)

(veröffentlicht am 20. September 2018)




Auch die Glocke am Dietrich-Bonhoeffer-Haus in der Potsdamer Allee wird sich am »Glockenläuten für den Frieden« beteiligen.

In Eberswalde und im gesamten Landkreis Barnim läuten am Internationalen Friedenstag auch die Glocken anderer Kirchen. In der Maria-Magdalenen-Kirche finden zudem regelmäßig zum Weltfriedenstag am 1. September Friedensgottesdienste statt.
Internationaler Friedenstag am 21. September:
Glockenläuten für den Frieden

Erstmals in der Geschichte wird am 21.09.2018 von 18.00 bis 18.15 Uhr das europaweite Glockenläuten anläßlich des Internationalen Friedenstages mit kirchlichen und säkularen Glocken geben, um gemeinsam ein starkes Zeichen des Friedens zu senden. Dazu rufen in Deutschland unter anderem der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, das katholische Bonifatiuswerk, die Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) und des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz auf.

Auch im Barnim läuten von den Kirchtürmen die Glocken für Frieden, gemeinsam mit vielen hundert anderen in ganz Europa.

Mit dabei ist die Glocke am Dietrich-Bonhoeffer-Haus im Brandenburgischen Viertel. Zu hören sind unter anderen die Glocken in:

  • Eberswalde (Finow, Evangelische Friedenskirche)
  • Eberswalde (Evangelische Maria-Magdalenen-Kirche)
  • Eberswalde (Evangelische Johanniskirche)
  • Bernau (Katholische Herz-Jesu-Kirche)
  • Biesenthal (Evangelische Stadtkirche)
  • Biesenthal (Katholische Kirche St. Marien)
  • Danewitz (Evangelische Dorfkirche)
  • Groß Schönebeck (Evangelische Immanuelkirche)
  • Joachimsthal (Evangelische Kreuzkirche)
  • Klosterfelde (Evangelische Dorfkirche)
  • Lanke (Evangelische Dorfkirche)
  • Prenden (Evangelische Dorfkirche)
  • Rüdnitz (Evangelische Dorfkirche)
  • Stolzenhagen bei Klosterfelde (Evangelische Dorfkirche)
  • Wandlitz (Katholische Kirche St. Konrad)
  • Werneuchen (Katholische Kirche St. Joseph)
  • Zerpenschleuse (Evangelische Ziegelfachwerkkirche)

Mehr Informationen finden Sie unter https://www.ekbo.de/themen/kirche-politik/friedenslaeuten.html und www.sharingheritage.de/europaweites-glockenlaeuten.

Christoph Strauß - 19. September 2018

Christoph Strauß ist Pfarrer und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Barnim.


Dietrich-Bonhoeffer-Haus - Potsdamer Allee 35 - 16227 Eberswalde
Tel: 03334 383930 - Fax: 03334 383931
eMail: gemeindezentrum-bbv@t-online.de




Nach der Aktion der Alternativen Liste Eberswalde & der Partei Die PARTEI zum Stadtteilfest am 8. September auf dem Potsdamer Platz, sollen anläßlich der WHG-Mieterhöhungs-Veranstaltung am Dienstag, dem 18. September, ab 17 Uhr im Familiengarten weitere Protestaktionen gegen die aktuelle Mietpreisentwicklung folgen. Dazu haben inzwischen auch andere Gruppen aufgerufen.

Alternative Liste Eberswalde & Die PARTEI:
Aktionen gegen Wohnungsabriß und Mietsteigerung

maxe. Mit einer gemeinsamen Aktion am Rande des Stadtteilfestest im Brandenburgischen Viertel »Fête de la Viertel« am 8. September machten die Alternative Liste Eberswalde (ALE) und die Ortsgruppe der Partei Die PARTEI auf ein Problem aufmerksam, das seit einiger Zeit auch Eberswalde erreicht hat.

Mietpreissteigerungen und Mangel an bezahlbaren Wohnungen schienen lange Zeit ein Thema der großen Metropolen zu sein. In Eberswalde herrschte seit Mitte der 1990er Jahre ein Mieter-Markt. Die Menschen verließen die Stadt und Wohnungsleerstand wurde zunehmend zu einem Problem, das durch staatlich subventionierten Wohnungsabriß gelöst werden sollte. Dabei hatte die Privatisierungspolitik der städtischen WHG Wohnungs- und Hausverwaltungsgesellschaft im Zusammenhang mit der sogenannten Altschuldenhilfe dazu geführt, daß der Abriß in einer städtebaulich katastrophalen Art und Weise erfolgte.

Während die Fördermittel für den Abriß sprudelten, blieb das Fördergeld für Sanierungen eher knapp bzw. wurde in Bereiche des sogenannten »hochwertigen« Wohnungsbaus umgeleitet (Michaelisgärten).

Inzwischen steigen die Mietpreise auch in Eberswalde rasant an. Dennoch hält es die Wohnungsgenossenschaft aus betriebswirtschaftlichen Gründen für erforderlich, weitere Wohnungen abzureißen.

Die Alternative Liste Eberswalde (ALE) und die Ortsgruppe der Partei Die PARTEI wollten mit ihrer Aktion zum Stadtteilfest auf den Zusammenhang von Wohnungsabriß und steigenden Mieten aufmerksam machen.

Am Dienstag, den 18. September, lädt die größte Eberswalder Wohnungsgesellschaft, die städtische WHG Wohnungs- und Hausverwaltungsgesellschaft mbH, um 18 Uhr in die Hufeisenfabrik im Familiengarten ein, um über ihr aktuelles Mieterhöhungs-Konzept zu informieren (mehr Informationen dazu hier).

Inzwischen haben mehrere Gruppen dazu aufgerufen, diese Veranstaltung zu nutzen, um gegen die Mietpreissteigerungen, die nun auch Eberswalde erreicht haben, zu protestieren. Die Proteste im Familiengarten sollen gegen 17 Uhr beginnen.

(17. September 2018)


Links:
Alternative Liste Eberswalde (ALE)
Die PARTEI Brandenburg oder Die PARTEI Eberswalde auf Facebook




Gibt es die Klimarettung auch im Sonderangebot?

Die Zeiten ändern sich:
Weltuntergang im Sonderangebot

"Sie sind überall. Sie kommen aus allen Löchern. Sie fressen alles!"

Diese Schlagzeile unserer allseits beliebten Großbuchstaben-Presse nimmt Bezug auf die wochenlange Sommerhitze dieses Jahres. Auf den ersten Blick dachte man vielleicht, die vielen Zweibeiner seien gemeint, die nach dem Ostseeurlaub wieder zahlreich die Straßen, Busse und Supermärkte bevölkerten. Aber nein, es sollte nur vor possierlichen Nagetieren Angst gemacht werden, die am liebsten Nutella vom Finger schlecken. Habe ich mir sagen lassen.

Doch an der ungewöhnlichen Hitze haben haben nun nachtaktive Kleinsäugetiere weniger Schuld als der tag- und nachtaktive vollmotorisierte, luftverpestende, Müllberge verursachende Trockennasenprimat, genannt Mensch. Wozu ist die angebliche Intelligenz des Menschen eigentlich gut? Daß er Mega-Metropolen aus Beton baut? Daß seine Wohnung ein begehbarer Kühlschrank mit Internetanschluß ist? Oder daß er für seinen 5-km-Arbeitsweg einen spritfressenden Asphalt-Panzer braucht, der kleinen Kindern Angst macht? 5 Kilometer! Das sind unsere Großväter und Großmütter jeden Tag zur Schicht gelaufen, oder geradelt.

Heutzutage wird in der vollklimatisierten S-Klasse gefahren, natürlich geleast, man möchte schließlich immer das neueste Modell in der Garage haben. Und weil man im Speckgürtel wohnt, im netten Häuschen, 200.000 Euro Schulden, ist der Arbeitsweg nun mal etwas länger. Im Stau auf der A10 erledigt der Geschäftsführer nebenbei seine Kundengespräche und räumt den Spam-Ordner auf. Die Rettungsgasse wird selbstverständlich freigehalten. Selbst für dringende Bedürfnisse liegen ein Ein-Handgriff-Behälter bereit, doch die Damen der Schöpfung greifen lieber auf Windeln zurück. Man muss auf alles vorbereitet sein!

Auf die Klimaveränderung ist der Mensch in keinster Weise vorbereitet: Die Bemühungen um CO2-Reduzierung laufen ins Leere angesichts des wachsenden Verkehrs, der wachsenden Städte, des wachsenden Konsums und des wachsenden Bedürfnisses nach Wohlstand in allen Teilen der Welt. Die Europäer und Amerikaner haben es vorgemacht und priesen ihr System und ihre Wirtschaftsweise als die beste aller Welten. Da darf man die Thailänder und Koreaner nicht anklagen, wenn sie genauso leben wollen. Oder die Nigerianer.

Mega-Städte nach amerikanischem Vorbild wachsen in allen Teilen der Welt wie Metastasen eines Krebsgeschwürs, das sich Zivilisation nennt. Verzeihen Sie die drastischen Worte! So eine Stadt wie Bangkok oder Shanghai macht natürlich mächtig Eindruck auf die Provinzbevölkerung, die es wie ein riesiger Magnet anzieht und das einfache Landleben unattraktiv erscheinen läßt. Die Landgüter kaufen internationale Agrarkonzerne auf, die mit Palmöl und Soja Geschäfte auf dem globalen Nahrungsmittelmarkt verbuchen können. Und die Anteilseigner verbuchen satte Renditen.

Das Kapital sucht immer neue Möglichkeiten nach Renditen-Maximierung. Dabei ist es ihm egal, ob eine ganze Branche verfällt oder ein ganzer Staat abgewickelt wird. Für die Braunkohle kommt der Solarstrom und für Papp-Autos kommen Elektro-Smarts. Entscheidend ist, was die Kunden zu zahlen bereit sind. Auf einen Hype muss man unbedingt aufspringen, denn da gibt es das Meiste zu verdienen. Der Hype der heutigen Zeit sind überdimensionierte Stadtautos, die durchaus fürs Militär taugen, alles von und für Smartphones, und seit Jahrzehnten: das eigene Häuschen am Stadtrand. Man kommt um diese Frage einfach nicht herum!

Jeder Bewohner dieses Planeten hat einen ökologischen Fußabdruck, der diese Welt belastet. Ein Bewohner eines Industriestaates wie Deutschland verschuldet automatisch ein Mehrfaches der Belastung wie Bewohner von Äthiopien. Doch auch in einem entwickelten Land gibt es Unterschiede: eine Oma, die von Grundsicherung in ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung lebt, hat einen anderen Fußabdruck als ein jetsettender Star-Künstler, der jede Woche in einer anderen Hauptstadt gastiert. Diese Unterschiede zu nivellieren wäre illusorisch. Doch die Welt passiert im Kleinen!

Muss ich mir wirklich ein neues Auto kaufen? Oder ist es nicht besser, ein Jahres-Abo der Verkehrsbetriebe zu erwerben? Muss es dieser Joghurt im Sonderangebot sein, der den dreifachen Müll einer Großverpackung produziert?* Reicht es nicht aus, sich in der Wohnung gemütlich zu machen, als das finanzielle Risiko und den ökologischen Wahnsinn eines Hausbaus zu verantworten? Muss ich ständig online sein, damit ich keine Nachricht verpasse und dafür müssen dann weltweit Rechenzentren aktiv sein, die insgesamt einen Stromverbrauch verursachen wie eines der weltgrößten Länder?

Für Optimismus in Klimafragen bleibt immer weniger Platz. Seit bekannt ist, daß das höchst komplizierte und fragile Wettersystem der Erde umkippen kann, müssten die politisch Verantwortlichen eigentlich mehr tun, um die Welt zu retten. Aber nun gibt es einen Handelskrieg, zahlreiche militärische Konflikte und Billiarden an marodierendem Kapital, das nach neuen attraktiven Anlagemöglichkeiten sucht. Die Frage ist immer: Was sind die Kunden bereit zu zahlen? Sollten wir für die Rettung der Welt nicht ein paar Euro übrighaben? Ist uns das eigene Portemonnaie wirklich lieber als ein intaktes Ökosystem?

Fakt ist eins: In der neuen Heißzeit wird es kein Begrüßungsgeld geben!

Jürgen Gramzow - 23. August 2018


* - Man muß allerdings genauer hinschauen: Vergleicht man beim REWE-Bio Joghurt mild 1,8% Fett (im Pappmantel) den 500 g Becher mit drei 150 g Bechern, wiegen die drei kleinen zusammen nur 10 Gramm, während der große 11 Gramm Plastemüll verursacht. Also Großpackung = weniger Müll, das stimmt nicht immer. Bei dem abgebildeten Sahnejoghurt kommen drei leere Becher zusammen auf 18 Gramm, also fast das Doppelte an Ressourcenverbrauch als bei den erstgenannten.


Ein besonderer Tipp der Redaktion: www.fussabdruck.de
www.ressourcen-rechner.de

Testen Sie Ihre ökologische Belastung dieser Welt und erhalten Sie Vorschläge für eine nachhaltigere Lebensweise ...

Fußabdruck und Rucksack des Autors:

Wie man sieht, kommen die beiden Angebote zu unterschiedlichen Ergebnissen. Beim zweiten Angebot wird wohltuend darauf verzichtet, zu sehr in Ernährungsfragen bevormunden zu wollen.




Baudezernentin Anne Fellner besuchte den Hundeauslaufplatz in Fürstenwalde, um von den dortigen Erfahrungen zu profitieren. Ab Herbst ist eine Einzäunung des Gebietes geplant, das unmittelbar an einen Kinderspielplatz angrenzt.

Quartiersmanagment arbeitet wieder:
Hundeauslaufplatz entsteht im südlichen Barnimpark

ebw-prest Bis zum Herbst entsteht im Brandenburgischen Viertel ein Hundeauslaufplatz: Am 3. Juli 2018 trafen sich mehr als 50 Anwohner, Hundebesitzer, Mitarbeiter des Stadtverwaltung sowie die Quartiersmanagerinnen Patricia Berndt und Ute Truttmann im Brandenburgischen Viertel zu einem Vor-Ort-Termin. Im Rahmen eines Beteiligungsverfahrens sollte mit den Bürgern und Akteuren des Viertels nach einem geeigneten Standort für einen Hundeauslaufplatz gesucht werden.

Bürgerinnen und Bürger des Viertels hatten sich einen solchen Platz mehrfach in den Bürgerforen zur Zukunft des Brandenburgischen Viertel gewünscht, um ihren Hunden artgerechten und geschützten, freien Auslauf bieten zu können. Auf Grundlage des Stadtteilentwicklungskonzepts soll der Platz jetzt realisiert werden und wird es eine Erprobungsphase geben. „Uns sind die Hinweise und Anregungen aus der Bürgerschaft sehr wichtig. Deshalb hatten wir im Nachgang des letzten Bürgerforums im Brandenburgischen Viertel den Hundeauslaufplatz in Fürstenwalde besucht und uns dort mit den Verwaltungsmitarbeitern über deren Erfahrungen ausgetauscht“, so Eberswaldes Baudezernentin Anne Fellner.

Die Stadtverwaltung hatte im Vorfeld zwei Standorte vorgeschlagen, wobei es sich mit den Flächen westlich der Grundschule Schwärzesee und südlich im Barnimpark um Grundstücke im Eigentum der Stadt handelt. „Gleich zu Beginn des Treffens ging es in  den Barnimpark. Und von Anfang an waren alle Teilnehmer von der Fläche überzeugt, so dass eine Besichtigung der zweiten Variante gar nicht mehr nötig war“, so Gunther Wolf. Der mehr als 8000 Quadratmeter große Platz, geprägt von Gras, Büschen, Bäumen und kleineren Sandflächen, bietet mit seiner Topographie Hunden und Hundehaltern vielfältige Möglichkeiten zum Auslaufen, Herumtollen, Spielen oder einfach zum Erholen. Die Vegetation des Platzes schafft ausreichend Schattenplätze im Hochsommer und hat genügend Freiflächen für den Genuss der ersten oder letzten Sonnenstrahlen des Tages.

Bei diesem ersten Treffen wurde von den Anwohnern vorgeschlagen, auch Sitzbänke aufzustellen. Eine Einzäunung des Geländes wurde ebenfalls angesprochen. Die Gestaltung des Platzes für Mensch, Hund sowie die Nutzungsbedingungen und Regeln sollen im Rahmen eines nächsten Treffens am Dienstag, dem 17. Juli 2018, um 17 Uhr, besprochen werden. „Wieder sind alle interessierten Anwohner und Akteure des Viertel herzlich eingeladen. Wir hoffen natürlich, dass die Beteiligung dann genauso intensiv sein wird. Bereits jetzt kann verraten werden, dass noch im Herbst die Umzäunung der Fläche erfolgen wird. Eine Nutzung des Hundeauslaufplatzes streben wir ab Oktober an“, so Baudezernentin Anne Fellner.

Treffpunkt des zweiten Beteiligungsverfahrens zum Thema Hundeauslaufplatz ist am 17. Juli 2018 der Potsdamer Platz.

Nancy Kersten - 6. Juli 2018
Pressesprecherin, Stadt Eberswalde




Hinein in den Wasserturm geht es erst einmal hinunter zur ehemaligen Pumptechnik. Die Messingwerksiedlung unterhalb des Turms ist ebenfalls saniert. Vom ehemaligen Wasserbehälter geht es eine Wendeltreppe hoch zur Aussichtsplattform. Kupferhaussiedlung Wer fit genug ist, kann auch die Wendeltreppe hinuntergehen. Das Torbogenhaus in der Erich-Steinfurt-Straße.

100 Jahre Grundsteinlegung:
Der Finower Wasserturm - eine ganz große Nummer!

maxe. Karl-Dietrich Laffin vom Förderverein Wasserturm Finow und Umgebung e.V. ist stolz auf das bisher Erreichte: Das Wahrzeichen von Finow und Eberswalde wurde aus dem touristischen Dornröschenschlaf erweckt und ist zu einer Attraktion der Region geworden, das sogar das Paul-Wunderlich-Haus weit in den Schatten stellt. Oben von der Aussichtsplattform blickt man hinunter auf die Messingwerksiedlung, auf die alten Fabrikhallen, auf das stillgelegte Walzwerk, auf die Finower Kirche und gleich daneben auf die langen Blöcke des Kopernikusrings.

In weiterer Ferne erspäht man den Montage-Eber des Kranbaus, das Mischfutterwerk, Lichterfelde und Finowfurt. Mit einem guten Teleobjektiv oder einem Fernglas kann man bei klarer Sicht das Zentrum von Eberswalde heranholen, wobei die Maria-Magdalenen-Kirche nur zur Hälfte aus dem Terrain herausragt, dahinter die Südender Höhen und weiter links die Hügel von Ostende. Man entdeckt die Bruno-H.-Bürgel-Schule und am Bildrand lugt die Turmkuppel der Goetheschule hervor. Der ehemalige Stahlbau-Backsteinbau des Kranbaus ist gut zu sehen und zwischen den blühenden Robinien sieht man ganz rechts unten den Turm der alten Papierfabrik Wolfswinkel.

Zwei Radfahrer-Touristen, ein Ehepaar mit westdeutschem Akzent, waren sichtlich beeindruckt und hinterließen gleich lobende Worte im Besucherbuch. Mit 3 Euro Eintritt, für Kinder nur 1 Euro, ist der Wasserturm wirklich für jedermann erschwinglich. Auch kann man bequem mit einem modernen Fahrstuhl, der 2011 eingebaut wurde, bis nach oben fahren, wo sich zwei Museumsetagen befinden. Im ehemaligen Wasserbehälter sind historische Exponate des Messingwerkes sowie des Walzwerkes museal modern präsentiert und man kann die Entwicklung des Finower Industriestandortes von den Ursprüngen an verfolgen.

Das Messingwerk produzierte schon seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts an diesem Standort in Heegermühle, wie Finow damals hieß. Mit dem Bau des Finowkanals (1743-1746) konnten die Rohstoffe für Messing - Kupfer aus dem Mansfelder Revier und Galmei aus Schlesien, aus dem dann Zink gewonnen wurde, sowie Kohle zum Brennen und Schmelzen - leichter und günstiger ins Finowtal transportiert werden. So entstand im Altwerk eine Werkhalle neben der anderen.

Im Jahre 1863 übernahm die Halberstädter Fabrikantenfamilie Hirsch das Heegermühler Messingwerk. Produkte der Messingfabrik wurden zu dieser Zeit in alle Welt exportiert, sogar bis nach Indien, wo man dann aus Messing-Rohlingen Münzen preßte. Vor allem aber dienten die Hirsch Kupfer- und Messingwerke, seit 1908 eine Aktiengesellschaft, der Produktion von Rüstungsgütern, insbesondere Munition bzw. Munitionsteile, aber auch aus Speziallegierungen gefertigte Rohre für die Dampfturbinen, mit denen Schlachtschiffe, Kreuzer und Torpedoboote der kaiserlichen Kriegsmarine ausgerüstet wurden.

Der 1. Weltkrieg brachte dementsprechend eine enorme Ausweitung der Produktion mit sich. Die Gewinne der HKM-Aktionäre vervielfachten sich. Um den steigenden Anforderungen des Militärs zu genügen, aber auch um neuwertige Produktionsanlagen für die Zeit nach dem Krieg zur Verfügung zu haben, gingen die Hirschs an den Bau einer neuen Fabrik, dem »Neuwerk«. Der Bau der neuen Fabrik wurde von 1916 bis 1920 vollzogen.

Im Zusammenhang mit dem Bau des Neuwerkes der Hirsch Kupfer- und Messingwerke AG, das zum Teil direkte Kriegsbeute aus Nordfrankreich war, wurde 1916 ein völlig neuartiges Wasserwerk geplant, mit einer leistungsfähigeren Wasserversorgung für das Werk sowie für den ganzen Ort. Es entstand ein Wasserturm nach dem damals neuesten Stand der Technik. In den Turmkopf verbaute man ein Stahlbetonkorsett, einer damals neuen Ingenieurtechnik, das ihm die nötige Stabilität verlieh. Der Wasserhochbehälter garantierte einen gleichmäßigen Wasserdruck von 3 bar, wozu die damalige Pumptechnik noch nicht in der Lage war.

Das aus den Kriegsgewinnen finanzierte Neuwerk bildete die Grundlage für die erfolgreiche Umstellung auf Friedensproduktion. Modernste Technologien kamen zum Einsatz und machten HKM zum führenden deutschen Unternehmen in der Buntmetallbranche, das maßgeblich den »Messingpakt«, ein Kartell der größten deutschen Buntmetallunternehmen bestimmte. Zugleich gingen die Hirschs zur Sicherung der Rohstoffbasis etliche Auslandsbeteiligungen ein. Allerdings verspekulierten sie sich in ihrer Expansionspolitik, was in der Weltwirtschaftskrise 1932 mit der Liquidation des Hirsch-Imperiums endete. In den neu gegründeten Aktiengesellschaften waren die Hirschs nicht mehr vertreten. Das Neuwerk behielt aber den Namen Hirsch Kupfer- und Messingwerke AG bei.

Nach der faschistischen Machtübernahme 1933 stand wieder die Rüstungsproduktion im Zentrum. Neue Produktionsstätten zur Massenproduktion von Munition entstanden, wofür mit der Finow Industrie GmbH eigens eine Tochtergesellschaft gegründet wurde. 1939 beschäftigte HKM einschließlich Tochter 4000 Arbeiter, die mit dem beginnenden Krieg zunehmend durch Zwangsarbeiter aus ganz Europa, Kriegsgefangene und schließlich KZ-Häftlingen aus dem Frauen-KZ Ravensbrück ersetzt wurden. 1941 übernahm AEG die HKM, dien nunmehr »Finower Kupfer- und Messingwerke AG« (FKM) hießen. Als Rüstungsbetrieb, aber nicht zuletzt auch wegen der engen Beziehungen der Werksführung zur SS, fielen die FKM nach dem Krieg fast vollständig der Demontage zum Opfer.

Im April 1945, der Krieg war so gut wie verloren, sollten aufgrund Hitlers »Nero-Befehl« alle Infrastrukturbauten gesprengt werden. Doch ein tapferer Wehrmachtssoldat, Gerhard Kessler (1917-2007), hörte lieber auf sein Herz und ließ den Turm ungeschoren, nachdem er schon die Sprengladungen angebracht hatte.

Nach dem Krieg entfernte man schnell den großen »Hindenburg«-Schriftzug am Turmkopf sowie dessen Relief im Gedenkhof, der 1930 unten zwischen den Pfeilern zu Ehren der im 1. Weltkrieg gefallenen Messingwerker angelegt wurde. Ansonsten blieb das Kriegerdenkmal zu DDR-Zeiten unangetastet. Es wurde nur höflich verschwiegen. 1958 wurde der Turm offiziell aus hygienischen Gründen für Besucher gesperrt. Dabei spielte wohl auch eine Rolle, daß man von oben einen guten Blick auf das Altwerk hatte, das jetzt von der NVA als Werkstatt genutzt wurde. Daneben konnten wegen des phänomenalen Rundumblicks auch sämtliche Flugaktivitäten der Sowjetarmee auf dem Flugplatz Finow verfolgt werden. Der Wasserturm wurde noch bis 1974 für die Wasserversorgung genutzt, doch dann erzwangen Frostschäden seine Stillegung.

Hinter dem Brandenburgischen Viertel, damals Max-Reimann-Viertel, befand sich die Einflugschneise für die Hubschrauber und MIGs der sowjetischen Streitkräfte des Flugplatzes Finow.

Ab 1990 nahmen die Frost- und Wetterschäden am ehemaligen Wasserturm zu. Alle Versuche, den Turm neu zu nutzen, scheiterten. Ehemalige Walzwerker und weitere Bürger kamen zusammen und überlegten, wie der Turm zu retten sei. Ein erster Schritt war die Ausstellung "Das Messingwerk und seine Lebensader" von 1996, in der viele vom Messingwerker Arnold Kuchenbecker gesammelte Gegenstände und Unterlagen präsentiert wurden. Weitere Ausstellungen im Eberswalder Rathaus, in der Sparkasse Barnim und in der Adler-Apotheke folgten. Die Stadtverordneten beschlossen, den gesamten Bereich der Messingwerksiedlung als Denkmal unter Schutz zu stellen.

Aus dem Festkomitee des im Jahr 2000 groß begangenen Jubiläums »300 Jahre Messingwerk« bildete sich im Jahr 2003 der »Förderverein Finower Wasserturm und sein Umfeld e.V.« Wieder war es Arnold Kuchenbecker, der maßgeblichen Anteil daran hatte, die Pläne zur Sanierung des Turm und seiner Begehbarmachung umzusetzen. Neben dem Turm sollten auch die Häuser am Gustav-Hirsch-Platz, die alte Schule, das Torbogenhaus sowie die Kupferhaussiedlung saniert werden.

Viele Bürger und Unternehmen haben durch ihr Engagement die Sanierung des ganzen Komplexes angeschoben, bis sich schließlich die Stadt Eberswalde als Besitzerin des Wasserturms zu ihrer Verantwortung bekannte und Fördermittel für die Sanierung beantragte. Spektakulärer Auftakt der Turmkopfsanierung war - noch vor Mitwirkung der Stadtverwaltung - Mitte Oktober 2004 die Aufbringung des Umganges, einer komplett am Boden vorgefertigten Metallkonstruktion der Fa. Metallbau Finow, die mittels Autokran aufgesetzt wurde. Das ermöglichte potentiellen Sponsoren einen begeisterten Blick vom Wasserturm.

Nach dem Außenumbau und der Sanierung des Mauerwerks (2005/2006) erfolgte der Innenausbau mit der Elektroanlage, der Betonsanierung, der Einsetzung denkmalgerechter Scheiben und den Malerarbeiten. Am 4.12.2007 wurde der Wasserturm nach denkmalgerechter Sanierung feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Zwei Jahre später erfolgte die Einweihung des Museumsbereiches im ehemaligen Wasserbehälter und wieder zwei Jahre später spendierte das Land Brandenburg einen modernen Personenaufzug, der einen weitgehend barrierefreien Zugang ermöglicht. Eine Nutzungsvereinbarung zwischen der Stadt Eberswalde und dem Förderverein regelt eine Öffnung des Bauwerkes an drei Tagen in der Woche: Freitag, Sonnabend und Sonntag von 10-17 Uhr.

Ein bißchen mehr Aufmerksamkeit für den Finower Wasserturm täte nicht schlecht, meint Karl-Dietrich Laffin. Viele Eberswalder waren noch nicht ein einziges Mal auf der Aussichtsplattform und auch die Stadt Eberswalde, der eigentlich der Turm gehört, könnte sich etwas aufnahmebereiter die Sorgen und Nöte der Museumsbetreiber anhören. Daß der Wasserturm Finow das ultimative touristische Highlight der Region ist, daran kann jedenfalls kein Zweifel bestehen. Vielleicht wäre ein Shuttle-Bus vom Eberswalder Marktplatz bis zum Wasserturm während seiner Öffnungszeiten eine gute Idee - man kann mit seinen Pfunden ruhig mal wuchern ...

(jg/gm) - 18. Mai 2018

Quellen:
»Der Wasserturm in Finow - vom Reißbrett zum Regionalmuseum«, Juli 2016 - Herausgeber: Förderverein Finower Wasserturm und sein Umfeld e.V. mit Unterstützung der Stadt Eberswalde, Amt für Wirtschaftsförderung und Tourismus - Autor: Karl-Dietrich Laffin (nach Aufzeichnungen von Arnold Kuchenbecker)
»Walzwerk im Finowtal«, 2017 - Herausgeber: Geschichtswissenschaftliches Institut Eberswalde e.V. - Autor: Kurt Berus




Weniger lange Rotphasen in der Rush-Hour ließe den Verkehr in Westend besser fließen.

Problemstelle Heegermühler Straße:
Intelligente Ampeln sind notwendig

maxe. Der nicht zufriedenstellende Verkehrsfluß in Westend zwischen Boldtstraße und dem neuen Westend-Center in den Zeiten der Rush-Hour läßt viele Eberswalder zum Stift greifen, um einer Bürgerinitiative mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, die das Ziel hat, durch die Wiederherstellung der Zweispurigkeit ein flüssigeres und sichereres Fahren in diesem Bereich zu ermöglichen.

Die Baudezernentin Anne Fellner ließ in einer Pressemitteilung erklären, daß eine Entfernung der Radspuren nicht zur Diskussion stehe, weil auch Radfahrern gewisse Rechte im Straßenverkehr zustünden und überdies kein Platz für Radfahrer auf den Gehwegen vorhanden sei.

Der Hauptkritikpunkt der Gegner des jetzigen Verkehrszustandes sind allerdings nicht die Radfahrer, die man sowieso nur selten sieht, sondern die wahrgenommene Behinderung des Verkehrsflusses. Ein Grund dafür ist die Einengung des Verkehrs auf eine Spur, ein anderer Grund ist die zusätzliche Ampelanlage an der Einmündung zum Westend-Center.

Außerhalb der Stoßzeiten fließt der Autoverkehr in diesem Bereich problemlos. Die 40 Sekunden Grünphase für die West-Ost-Richtung wird harmonisch von der Triftstraßen-Ampel und der REWE-Ampel absolviert. In der Rush-Hour kommt jedoch die Harmonie aus dem Takt. Die verstärkt vom Grundstück kommenden Einkäuferautos erzwingen für den Hauptverkehr Rotphasen, wo doch eigentlich ein Grün für den zügigen Abfluß der vielen Fahrzeuge notwendig wäre.

Überdies erweisen sich die 40 Sekunden Grün für die Heegermühler Straße am Westend-Kino als zu knapp kalkuliert. Hier könnten 5 Sekunden mehr schon viel bewirken, die man zu Stoßzeiten auf Kosten der Nebenstraßen programmieren könnte. Auch müsste man sich überlegen, daß die Rewe-Ampel zur Ein- und Ausfahrt zum Parkplatz nur dann die Fahrt freigibt, wenn gleichzeitig der Verkehr am Westend-Kino auf Rot steht.

Hier gibt es noch viel Arbeit für die städtischen und kreislichen Behörden. Die Märkische Oderzeitung berichtete im letzten Herbst davon, daß eine intelligente Ampelschaltung geplant sei, die dem Obus-Verkehr Vorrang einräumt. Davon ist noch nichts zu spüren. Auch das Verkehrsaudit an der Heegermühler Straße läßt noch auf sich warten - wie es hieß, aus Personalmangel.

Das Bürgerbegehren "Heegermühler Straße" könnte auf die Verantwortlichen mehr Druck ausüben, daß die Stauproblematik endlich effektiv angegangen wird, damit den Bürgern mehr Lebenszeit geschenkt wird und eine unnötige Emmissionsbelastung unterbleibt.

11. April 2018




Brauchen wir ein Sozialkaufhaus?

»Alternative Liste Eberswalde« (ALE) ist für den
Erhalt des »Speicher«-Sozialkaufhauses

maxe. Vor anderthalb Jahren, im September 2016, öffnete im Einkaufszentrum (EKZ) »Heidewald« in einem der schon lange leer stehenden Verkaufsläden der »Speicher – Lehr- und Lernbetrieb« seine Pforten. Der europäische Regionale Förderverein e.V. (eRFV) etablierte damit nach dem »Speicher« im Leibnizviertel das Sozialkaufhaus Nr. 2 in der Stadt Eberswalde. Die Stadtverwaltung hatte das ambitionierte Projekt damals aktiv begleitet.
Doch am 14. Februar lehnte der städtische Ausschuß für Soziales, Bildung, Kultur und Sport (ASBKS) einen Förderantrag für das Projekt »Speicher – Lehr- und Lernbetrieb« ab.

Das besondere am »Speicher« Nr. 2 ist das Konzept des Lehr- und Lernbetriebes. Auszubildende können hier ihr Wissen und Können eigenverantwortlich im Echtzeitbetrieb erproben. Die Auszubildenden erhalten hier die einzigartige Möglichkeit, sich selbst einen festen Arbeitsplatz zu schaffen. Sie verwerten noch gebrauchsfähige Möbel und Hausrat und retten sie somit vor der Vernichtung. Damit ergänzt der »Speicher« die Angebotspalette des »Heidewald« und wertet das EKZ auf. Zugleich wird einkommensschwachen und benachteiligten Einwohnern im Brandenburgischen Viertel die Möglichkeit des Nahkaufs von Möbeln und Hausrat ermöglicht.

Soweit, so gut. Im Mittelpunkt beider »Speicher«-Standorte sollte die Eigenerwirtschaftung der Kosten aus den laufenden Umsätzen ohne vorrangige Inanspruchnahme von Fördermitteln stehen. Der 2014 eröffnete »Speicher« Nr. 1 im Leibnizviertel arbeitete bereits nach etwa zwei Jahren weitgehend kostendeckend. Der Lehr- und Lernbetrieb im »Heidewald« erwirtschaftet seine laufenden Kosten noch nicht. Hauptgrund ist die im Vergleich zur Gesamtstadt deutlich geringere Kaufkraft der Menschen im Brandenburgischen Viertel. Dabei orientiert sich die monatliche Umsatzentwicklung stark an den Hartz-IV-Auszahlungsterminen. Es kann daher kaum erwartet werden, daß die Kostendeckung so schnell wie im Leibnizviertel erreicht wird, zumal die derzeitigen Festkosten nicht reduzierbar sind.

Der Betrieb des Lehr- und Lernkaufhauses benötigt somit Zuschüsse für die laufenden Kosten. Bereits im September 2017 hatte der eRFV einen Förderantrag für 7.500 Euro aus dem Programm zur »Förderung von sozialen Maßnahmen und Initiativen in der Stadt Eberswalde« gestellt. Am 14. Februar 2018 hatten die Mitglieder des ASBKS den Antrag zur Entscheidung auf dem Tisch. Laut Aussage der Verwaltung »entspricht der Förderantrag der Richtlinie zur kommunalen Förderung von sozialen Maßnahmen und Initiativen«.

»Der SPEICHER ist ein von der IHK anerkannter Ausbildungsbetrieb«, bestätigte Uwe Siegel vom eRFV die entsprechende Frage des Ausschußvorsitzenden Lutz Landmann (DIE SPD). Es stehe eine ausgebildete Lehrkraft zur Verfügung, die »die Jugendlichen als Verkäufer/in ausbildet, wobei auch Themen wie Logistik und Möbelkunde eine wichtige Rolle in der Ausbildung spielen«.

Von den drei Auszubildenden konnten zwei im Jahr 2017 ihre Ausbildung erfolgreich abschließen, einer wurde in ein Arbeitsverhältnis übernommen. Bei der dritten Auszubildenden ruhte das Lehrverhältnis wegen einer Schwangerschaft. Ein Absolvent der Einstiegsqualifizierung begann im September 2017 seine Ausbildung im »Speicher«. Weitere Jugendliche begannen 2017 die Einstiegsqualifizierung, die bereits auch die Teilnahme am ersten Ausbildungsjahr in der Berufsschule beinhaltet.

Irene Kersten (DIE LINKE) sprach sich insgesamt positiv zum »Speicher« am Standort »Heidewald« aus. Sie »findet es gut, daß Lehrlinge dort ausgebildet werden«. Die Umsatzzahlen seien indes »bedenklich«.

Deutlich gegen »einen Möbelverkauf am Standort Heidewald« sprach sich Carsten Zinn (Fraktion »Unabhängiges Wählerbündnis Eberswalde«) aus. Er wünsche »sich den ursprünglich charakteristischen Zustand als Einkaufszentrum« zurück.

Die Wählergruppe »Alternative Liste Eberswalde«(ALE), die den früheren Ortsvorsteher des Brandenburgischen Viertels als ihren Kandidaten zur Kommunalwahl 2014 nominiert hatte, widerspricht hingegen dieser Auffassung. Angesichts der realen Situation im Ortsteil und des Leerstandes im EKZ »Heidewald« sei es völlig weltfremd, die Angebotspalette im »Heidewald« an jener der »Rathauspassage« im Stadtzentrum messen zu wollen. Die ALE werde sich für den Erhalt des »Speicher«-Sozialkaufhauses im EKZ »Heidewald« einsetzen, versicherte ALE-Sprecher Gerd Markmann.

(24. Februar 2018)


Weitere Artikel zum Thema »Heidewald«:
MAXE Nr. 4 vom Januar 2013 (pdf)
Aktivierung EKZ Heidewald
»Hilfe zur Selbsthilfe«
Kampf ums Klo im »Heidewald«
Neuer Anbieter im »Heidewald«?
Keine Kritik am »Sozialkaufhaus«




Borsighalle bald im neuen Glanz
maxe. Laut Beschluß des Bauausschusses vom 19.10.2017 wurde Bürgermeister Friedhelm Boginski ermächtigt, den Zuschlag für Zimmerer- und Holzbauarbeiten an die A. Lockfeldt Haustechnik Gmbh im Wert von 149.026,95 EUR für Sicherung und Inwertsetzung der Borsighalle zu vergeben. Der vorliegende Vergabevorschlag bezieht sich auf Zimmerer- und Holzbauarbeiten zur Errichtung eines Walmdaches einschließlich Dachhaut, Dachabdichtung und der zugehörigen Klempnerarbeiten auf dem ehemaligen Gasgeneratorenhaus. Des Weiteren sind Instandsetzungsmaßnahmen am Oberlicht der Borsighalle einschließlich der Demontage der alten Dachhaut, Auswechseln von zerstörten Holzteilen und das Montieren der neuen Dachhaut inklusive Dachabdichtung vorgesehen. Die Förderung durch Bund und Land beträgt 80 Prozent.
(16. Februar 2018)



Sozialreferentin Barbara Bunge auf dem Einwohnerforum:
»Integration geht alle an«

maxe. Auf der Einwohnerversammlung am Abend des 19. September 2017 in der Aula der Grundschule »Schwärzesee« stellte nach dem Beifall für Patricia Berndt (die die Ergebnisse der Einwohnerbefragung präsentierte) die Sozialreferentin der Stadt Eberswalde, Barbara Bunge, die Erfolge und Mißerfolge des Programms »Soziale Stadt«aus der Sicht des Quartiersmanagement vor:

Barbara Bunge resümierte, viele Dinge seien falsch eingeschätzt worden; insbesondere sei unterschätzt worden, wieviel Zeit man brauchen würde um mit den Menschen in Kontakt zu kommen, um Vertrauen aufzubauen, um ihnen auch Vertrauen zu schenken und sie »mitzunehmen«, damit ein Verständnis aufgebaut werden kann.

Nach diesem Umsteuerungsprozeß sei das Programm »Soziale Stadt« auf einem guten Weg, aber, betonte die Sozialreferentin, es habe die Verstetigungsphase noch lange nicht erreicht. Deshalb kam es auch zur erneuten Evaluierung (einschließlich Befragung), um zu sehen: »Wie ist unser Stand als Quartiersmanagement?« Es zeigte sich, daß dieses Instrument der Stadtplanung umgestaltet werden und an die neuen Herausforderungen angepaßt werden müsse, die sich im Brandenburgischen Viertel ergeben haben.

Mit einer gewissen Portion Stolz berichtete die Sozialreferentin der Stadt von einem neuen Vertrag mit der Bundesagentur für Arbeit, die nun zum ersten Male gebietsbezogene Arbeitsmarktdaten zur Verfügung stelle, so daß ein stadtteilbezogenes Sozial-Monitoring möglich sei.

Barbara Bunge schlug ebenfalls vor, daß aus Sicht des Quartiersmanagements das Programm »Soziale Stadt« ab 2019 fortgeführt werden muß, und daß darüber hinaus »Erweiterungsfelder im investiven und nichtinvestiven Bereich« benötigt werden. Sie fragte zudem rhetorisch: »Welche Aufgabe soll das Quartiersmanagement haben?«, um gleich die Antwort zu liefern: es müsse auf die Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels ausgerichtet sein!

Direkte Kontakte zum Bürger seien nötig, ein »Kümmerer« müsse man sein, sich die Sorgen der Bürger anhören, ihre Vorschläge ernst nehmen und gegebenfalls der Verwaltungsspitze als Handlungsoptionen vorzuschlagen. So hätte das Quartiersmanagement, wie im letzten Einwohnerforum vorgeschlagen, den Potsdamer Platz für sich entdeckt, der in den letzten 15 Wochen durch verschiedenste Aktionen bespielt wurde. Sie seien überrascht über den großen Zuspruch gewesen, müßten aber nun auch auswerten, welche Dinge weniger gut angenommen worden sind.

»Ihre Anwesenheit auf dem Potsdamer Platz« habe gezeigt, so Barbara Bunge mit Blick auf die Einwohnerinnen und Einwohner, die zu den »Bespielungen« kamen, daß er ein Ort für die Kontaktaufnahme ist, ein Ort für kulturelle Angebote und ein Platz, wo man gemeinsam aktiv sein kann. Auch das Finden einer Form für die Vernetzung und Abstimmung der verschiedensten Träger im Viertel sein enorm wichtig, um ein gemeinsames Handeln zu ermöglichen und neue Ideen zu entwickeln.

Zum Abschluß gab die Sozialreferentin bekannt, daß man der Stadtverordnetenversammlung im November vorschlagen werde, einen Grundsatzbeschluß zu verabschieden, der die »Erarbeitung eines Integrierten Entwicklungskonzeptes für das Brandenburgische Viertel« beinhalten soll und, natürlich, die Fortführung des Programms »Soziale Stadt« mit neuen Schwerpunkten, wie folgt:

  • Der wichtigste Schwerpunkt sei die Integrationsarbeit. Viele dächten, daß sei nur eine Sache der Zugewanderten. Frau Bunge sieht das anders: Es sei auch eine Aufgabe der Einheimischen, der langjährigen Bewohner der Stadt und des Viertels, die Zugewanderten »mitzunehmen« und in die Gesellschaft zu integrieren. Dieser Prozeß gelinge nur, wenn wir ihn gemeinsam gestalten.

  • Der zweite wichtige Aspekt sei die Bildung, und zwar in all ihren Facetten und überall dort, wo Bildung möglich ist. Das beginne bei den Allerkleinsten in der Kindertagesstätte, dann über den Kindergarten, die Schule, den Hort, aber auch Bildung für Erwachsene und Senioren, und schließlich auch Bildung über Kultur. In der Arbeit mit Kindern müssen die Eltern gestärkt werden und die Familien, die Unterstützung benötigen, so daß sie »mit auf den Weg«genommen werden können.

  • Und als letzter Schwerpunkt: Es müssen Treffpunkte geschaffen werden für Begegnungen und das Zusammenkommen, wo SIE (die Einwohner des Brandenburgischen Viertels) die Möglichkeit haben, untereinander ins Gespräch zu kommen und miteinander etwas gemeinsam gestalten können.

»Das Brandenburgische Viertel hat eine Chance, aber es wird nur so stark sein wie ihre Bewohnerinnen und Bewohner.« Mit diesen Worten schränkte Barbara Bunge die Handlungsmöglichkeiten der Stadt Eberswalde ein und schloß ihren Redebeitrag.

(23. September 2017)

Siehe auch:
Vom »Ghetto« zur »Endlösung«?
Strategiewechsel für das Brandenburgische Viertel
Hat das Familienzentrum eine Zukunft?




Vor 40 Jahren Grundsteinlegung Wohnkomplex "Max Reimann"
Reimannviertel geplant mit Hallenbad, Sauna, Bibliothek und Poliklinik

maxe. Am 28. Januar 1976 beschloß der Rat des Kreises Eberswalde die "Gesellschaftspolitischen und volkwirtschaftlichen Zielstellungen für den Wohnkomplex »Spechthausener Weg«", wie das Neubaugebiet in der Planungsphase genannt wurde. (1) Die Beschäftigten des neu gebauten SVKE benötigten Wohnraum, und so wurde, ganz in der Nähe, auf einem 82 ha großen forstwirtschaftlich genutzten Gebiet südlich der Chemischen Fabrik ein Wohnkomplex von der Größe einer Kleinstadt konzipiert.

Das vom VIII.Parteitag der SED beschlossene Wohnungsbauprogramm bildete das Kernstück des sozialpolitischen Programms der DDR-Regierung. Die Lebensbedingungen der Menschen, gerade auch in der Freizeit, sollten mit komfortablen Wohnungen verbessert werden. So wurde an einem Dienstagnachmittag, am 19. Juli 1977 in der Nähe des Spechthausener Weges der Grundstein für das größte Neubaugebiet von Eberswalde gelegt.


Der Vorsitzende des Rates des Kreises, Genosse Horst Copitzky, schwang symbolisch den Hammer, um eine Kassette mit dem Lageplan des Neubaugebietes sowie mit einem "Neuen Deutschland" und einem "Neuen Tag" einzumauern. Mit folgenden Worten taufte er das neu zu bauende Wohngebiet:

"Dieses Wohngebiet soll den Namen unseres unvergessenen Max Reimann tragen. Max Reimann, Arbeiterführer, Kommunist und Ehrenbürger unserer Kreisstadt, wird damit ein ehrendes Denkmal erhalten. Wir möchten damit all die Antifaschisten ehren, die durch ihre unbeugsame Haltung in der finsteren faschistischen Vergangenheit, durch ihre Tat dem Finowtal den Beinamen »Rotes Finowtal« verliehen."(2)
Einen Monat früher, am 22. Juni 1977 fasste der Rat des Kreises Eberswalde den Grundsatzbeschluß (5) zu den Investitionsaufwendungen für die Errichtung der Neubauten: die Summe für den 1. Bauabschnitt betrugen 57 Mio Mark und für den 2. Bauabschnitt 49 Mio Mark der DDR. Insgesamt waren 6672 Wohnungen geplant, in denen 18.000 bis 21.000 Menschen leben sollten. Laut einem Politbürobeschluss vom 24. April 1973 kam dabei ein ganz bestimmter Wohnungsschlüssel zur Anwendung, mit dem folgende Wohnraumgrößen gebaut werden sollten:

   665 1-Raum-Wohnungen = 11,1 %
1101 2-Raum-Wohnungen = 18,3 %
3194 3-Raum-Wohnungen = 52,1 %
1036 4-Raum-Wohnungen = 17,2 %
     76 5-Raum-Wohnungen =   1,3 %

H. Kliche vom Autorenkollektiv des Geschichtswissenschaftlichen Institutes Eberswalde bewertete 2010 die Entscheidung zum Bau des Wohngebietes: "Die günstigen topographischen Verhältnisse und die technisch unklomplizierte Erschließung wegen des geringsten Abrisses und der Verlagerungskosten und der guten Anbindungen zu den nördlich gelegenen Arbeitstätten gaben schließlich den Ausschlag zur Standortwahl."(3)

Mit den gleichen Worten erläuterte Kreisarchitekt Heinz Maske im Heimatkalender des Kreises Eberswalde für das Jahr 1979 die Standortentscheidung. In dieser Publikation stellte er zurückblickend auch die Bebauungskonzeption für das Max-Reimann-Viertel vor:

"Hierbei wurden eindeutige Straßenräume mit den technisch und stadthygienisch maximalen Raummaßen in Kontrast zu den vorgesehenen intimen Wohninnenhöfen gesetzt, die großräumig ca. 60 x 60 bis 130 x 130 Meter angelegt werden, um eine sinnvolle Nutzung und den zusammenhängenden Baumbestand erhalten zu können. Um eine Monotonie in der Raumgestaltung zu vermeiden, weist jede Wohngruppe ihre eigene und typische Raumproportion auf."(4)
In der Endausbaustufe, nach Fertigstellung aller Bauabschnitte, seien folgende Einrichtungen geplant gewesen:
  • Mehrzwecksaal, Zirkelräume
  • Wohngebietsgaststätte
  • Fachverkaufseinrichtungen
  • Zweigbibliothek und Volksbuchhandlung
  • Blumenverkaufshalle
  • Dienstleistungsbereiche
  • Sparkasse / Post
  • Poliklinik / Apotheke
  • Jugendklub
  • Hallenbad und Sauna (4)(5)
Heinz Maske, der Architekt legte 1979 weiter dar, daß im Wohngebiet durch Komposition, Zuordnung, Farb- und Materialauswahl eine gestalterische Einheit und Differenziertheit der einzelnen Bereiche erreicht wird, die zu einem höheren Niveau der Stadtgestaltung führt. Erstmals im Bezirk Frankfurt/Oder und darüber hinaus wurde der vorhandene Waldbestand in die Wohngebietskonzeption einbezogen.(4)

Am 1. April 1978 wurden die ersten Wohnungen im 1. Bauabschnitt an 40 Bewohner übergeben.(3) Im Juli 1978 beschloss die 24. Tagung des Rates der Stadt Eberswalde die ersten Straßenbenennungen im Wohngebiet "Max Reimann". Bis 1979 enstanden dann 1100 Wohnungen für SVKE-Beschäftigte. Am 25. November 1986 meldete der "Neue Tag" die vorfristige Eröffnung der zweiten Kaufhalle (die Öffnungszeiten beschloss der Rat der Stadt), und einen Monat später die Fertigstellung von 586 neuen Wohnungen im Jahr 1986. (1)(6)

Am 8. November 1987, zum 70. Jahrestag der Oktoberrevolution, rollten die ersten Obusse durch den Kiez. Die bisher eingesetzten Kraftomnibusse wurden durch elektrifizierte Busse des Typs IKARUS 280 T ersetzt. Hierbei unterstützten der Kraftverkehr Weimar und Potsdam die Eberswalder mit zwei Bussen. Um 3.50 Uhr fuhr die erste reguläre Fahrt von der Allendestraße bis Nordend. Die Taktung der Obusse war dabei alle 6 min (5-8 Uhr), alle 15 min (8-14.30 Uhr) und am Nachmittag alle 8 min (14.30-17.30 Uhr). Später am Abend dann alle 15 bzw. 20 min. (7)

Zwei Jahre später sollte die Mauer fallen und so kam es nicht mehr zur Fertigstellung des Wohngebietes. Am 2. März 1990 beschloss die Stadtverordnetenversammlung von Eberswalde die Überarbeitung der Bebauungskonzeption für den Stadtteil "Max Reimann". Mit dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung Nr. 16 - 103/91 vom 13. Juni 1991, unterzeichnet von Dr. Hans Mai (Bürgermeister), vollzog die Stadt Eberswalde einen Schlusstrich unter 40 Jahre Arbeiter- und Bauern-Staat:

Neben der Leninstraße (Eberswalder Str.), dem Platz der Freundschaft, der Ernst-Thälmann-Straße (Heegermühler Str.) und der Umbenennung des gesamten Wohngebietes in "Brandenburgisches Viertel", wurden sämtliche Straßen des DDR-Neubaugebietes per Dekret umbenannt, allerdings erst anderthalb Jahre später aus Kostengründen umgesetzt. (1)

Aus der Walter-Ulbricht-Straße wurde die Rathenower Straße, aus der Georg-Ewald-Straße die Cottbusser Straße, aus der Dr.-Salvador-Allende-Straße die Potsdamer Allee, aus der Max-Reimann-Straße die Frankfurter Allee, aus der Karl-Maron-Straße die Beeskower Straße, aus der Otto-Winzer-Straße die Nauener Straße - usw. usf.

Mit rotem Klebestreifen wurden die Namen von Antifaschisten und Sozialisten überklebt, solange bis neue Schilder und Ständer installiert waren, die die Stadt Eberswalde mit der neuen harten Währung bezahlen konnte.

Zur weiteren Entwicklung des Viertels ab 1990 verweisen wir auf diesen Artikel.

(jg) - 1. August 2017

(1) Quelle: Kreisarchiv Barnim
(2) Tageszeitung "Neuer Tag" vom 22. Juli 1977 (Kreisarchiv)
(3) "Von der Bodenreform zur Wurstfabrik" - Wege zur industriellen Produktion in der Landwirtschaft im Raum Eberswalde / 1. Auflage Eberswalde 2010 / Autorenkollektiv unter Leitung von H. Kliche
(4) "Ein neues Wohngebiet entsteht" - Städtebauliche Betrachtungen zum Wohnkomplex "Max Reimann" in der Kreisstadt Eberswalde-Finow von Heinz Maske, Architekt BDA/DDR - Kreisarchitekt - / Heimatkalender des Kreises Eberswalde für das Jahr 1979; Herausgeber: Rat des Kreises, Abteilung Kultur
(5) Grundsatzbeschluß des Rates des Kreises Eberswalde vom 22. Juni 1977 zu den Investitionen im 1. und 2. Bauabschnitt des WK "Max Reimann" - Quelle: Kreisarchiv Barnim
(6) Tageszeitung "Neuer Tag" vom 25. Nov. 1986 und vom 2. Dez. 1986 (Kreisarchiv)
(7) Tageszeitung "Neuer Tag" vom (ohne Angabe). November 1987 (Kreisarchiv)

Bildnachweis:
Grundsteinlegung am 19.7.1977 (Autor unbekannt)
Foto aus der Bauphase am 1.10.1979 - Herbert W. Brumm, Gramzow
(Quelle: Kreisarchiv Barnim)




Die Einwohnerversammlung 2016, die erstmals als Einwohnerforum organisiert war, bildete den Startschuß zur Erarbeitung des neuen Stadtteilentwicklungskonzeptes. Im September 2017 sollen auf einem weiteren Einwohnerforum die Ergebnisse vorgestellt werden.

Vom 26. Juni bis 14. Juni findet im Zusammenhang mit der Erarbeitung des neuen Stadtteilentwicklungskonzepts eine Bewohnerbefragung statt. Die ersten Umfragebögen wurden bereits verteilt.
ACHTUNG! Es handelt sich um weiße Umschläge im Format A5, die trotz der Aufschrift "Achtung: Keine Werbung" leicht mit Werbung verwechselt werden können.
Daher aufpassen und lieber die Werbestapel vor dem Wegwerfen nochmal durchgucken!

Neues Stadtteilentwicklungskonzept (STEK):
Strategiewechsel für das Brandenburgische Viertel

Fortführung des Programms Soziale Stadt

maxe. Seit 1999 werden mit dem Förderprogramm Soziale Stadt im Eberswalder Ortsteil »Brandenburgisches Viertel« ganz unterschiedliche Maßnahmen realisiert – von investiven Maßnahmen in die Infrastruktur bis zu Beteiligungs- und Aktivierungsangeboten.

Das Verstetigungskonzept von 2012, mit dem ein langsamer Ausstieg aus dem Programm Soziale Stadt gesichert werden sollte, wird derzeit evaluiert. Dabei zeigt sich, erläutert Baudezernentin Anne Fellner, »daß eine Vielzahl an Maßnahmen noch keine Verstetigungsreife erlangt hat, zudem haben sich neue Herausforderungen durch den Zuzug von geflüchteten Menschen ergeben. Eine Fortführung des Programms Soziale Stadt wird demzufolge sinnvoll und erforderlich sein.«

Die aktuelle Entwicklung war für die Stadtverwaltung Anlaß, über die Stadtteilentwicklungsstrategie des Brandenburgischen Viertels neu nachzudenken. Hierzu erarbeitet die Verwaltung derzeit ein neues Stadtteilentwicklungskonzept (STEK).

»Mit diesem Konzept«, so die Dezernentin, »wird ein Strategiewechsel für das Quartier eingeleitet, der eine nachhaltige Stabilisierung und Entwicklung zum Ziel hat.« Bisher war das Quartier Schwerpunkt des Wohnungsrückbaus - und hat mit diesem »negativen Image« auch die Bemühungen der Wohnungsmarktakteure erschwert, den Wohnungsleerstand zu verringern. Das soll nun anders werden.

Die Stadtverwaltung verfolgt dabei vier Strategien:

  • Schaffung vielfältiger Wohnungsqualitäten (Bestandsanpassung, Neubau und langfristige Rückbauziele, Barrierefreiheit, bezahlbar)
  • öffentliche und private Räume/Freiflächen pflegen und gezielt aufwerten (Wegenetze, Barrierefreiheit, Stadtteileingänge, Parkanlagen pflegen)
  • sozialen Zusammenhalt stärken (Bildung, Sport, Kultur, Freizeit, Integration/Inklusion, Nachbarschaften)
  • (Nah)Versorgung sichern (Einzelhandel, medizinische Versorgung).

In einem ersten Bürgerforum am 25. Oktober 2016 wurden Ideen diskutiert und ausgetauscht. Auf einem zweiten, für den Herbst 2017 vorgesehenen Bürgerforum, soll der Entwurf des Stadtteilentwicklungskonzeptes in den Diskussionsfokus gestellt werden.

Aus den vier Strategien ergeben sich laut Anne Fellner eine Reihe von Handlungsansätzen. So stehe z.B. die weitere Sanierung des Wohnraums durch die Wohnungsunternehmen auf der Agenda.
Hier haben die Akteure vor allem den veränderten Wohnbedarf vor Augen: Mit Grundrißveränderungen, dem Auf- bzw. Anbau von Aufzügen, der barrierearmen bzw. -freien Gestaltung von Zugängen, Wohnungen und Außenanlagen werden die Unternehmen darauf reagieren – was an sich nichts neues ist.

»Auf kommunaler Seite besteht Handlungsbedarf bei der weiteren barrierefreien Gestaltung von Wegebeziehungen, der Beseitigung von städtebaulichen Mißständen – insbesondere in den Eingangsbereichen zum Quartier – sowie in der Sanierung von Sport- und Freizeiteinrichtungen«, informiert die Baudezernentin. Dringlicher Handlungsbedarf bestehe bei der Realisierung zusätzlicher Kita-, Hort- und Schulplätze. »Hier sind rasche Lösungen gefragt«.

Bei der Umsetzung des Handlungsbedarfs, betont Anne Fellner, ist die Stadt auf die weitere Unterstützung von Land und Bund angewiesen. Ziel sei, auch künftig einen Fördermittelmix aus Stadtumbau, Wohnraumförderung und Sozialer Stadt einzusetzen. Diese Kombination unterschiedlicher Fördermittel habe sich in den vergangenen Jahren sehr bewährt und sollte auch künftig fortgesetzt werden.

(23. Juni 2017)

Siehe auch: hier




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