Ausgekippt? Oder einfach nur voll, weil niemand da ist, der die Mülleimer regelmäßig leert.
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Wasserstände und Tauchtiefen
Zur Sommerzeit, wenn die Creme de la Creme des Lokaljournalismus im verdienten Jahresurlaub weilt, versucht sich der Nachwuchsredakteur wieder mal an einer Betrachtung über das Reimannviertel, was korrekterweise Wohnkomplex »Max Reimann« genannt werden muß. Mußte, denn seit den grandiosen 1990er Jahren, in denen unter anderem neben der Rathauspassage und Famila auch das Heidewaldcenter entstand, wurde durch die SPD-dominierte Stadtverordnetenversammlung eine Umbenennung in das Wortmonster »Brandenburgisches Viertel« beschlossen, an dessen Aussprache die meisten scheitern. Die Jugend bleibt eh beim »Ghetto« ...
Kein Geld, keine Arbeit, und keine Ahnung wie es weitergeht – so läßt sich der Waalkes-Spruch momentan auch aufs Viertel übertragen. Alles wird teurer, Wohngeld wird gestrichen, Zuzahlungen erhöht, obendrein bekommen die jungen Leute Aufforderungen für den Einsatz an der Ostfront ... Wo soll das alles enden? Die Bauarbeiten nach Auszug von Netto sind voraussichtlich erst 2028 abgeschlossen, eine lange Zeit. Zumindest, sagte Ronny Hiekel, Stadtverordneter von Bündnis Eberswalde, wird Märkisch Edel am Potsdamer Platz offen bleiben und die Kundschaft versorgen.
Die wird zur Zeit immer weniger am Heidewald. Einige sagen, da muß man ja noch was mitbringen, wenn man da einkaufen will; andere meiden die Umgebung komplett, um nicht über herumliegenden Müll zu stolpern. Manche Flaschensammler, die nicht armlang im Mülleimer abtauchen wollen, kippen selbigen einfach aus und der ganze Unrat verbreitet sich durch Wind und Krähen in der Umgebung. Wie gesagt, nur manche. Die meisten Recyclingkünstler des Viertels arbeiten ehrenhaft und voller Respekt.
Nur müßte mal jemand saubermachen. Es scheint, als ob der Besitzer der Immobilie nur jemanden schickt, wenn der Baudezernent mit »Maßnahmen« droht. Der ist sicher im Urlaub, also wird bis September gar nichts in dieser Richtung passieren. Böse Zungen behaupten ja, Sanli wollte Netto eins auswischen, damit dem die Kunden weglaufen sollen. Marktwirtschaft geht nur mit harten Bandagen!
Der trockene Sommer fordert seinen Tribut. In München darf nicht mehr der Garten gewässert werden. Auch bei uns hat man schon lange keinen Wasserstand in den Auffangbecken mehr gesehen, die das viele Wasser zurückhalten sollen, das einfach nicht kommen will. Es kann auch daran liegen, daß große Teile von Bauabschnitt I und Bauabschnitt II durch die Sanierungen vermuldet worden sind, so daß die Auffangbecken keine Arbeit mehr haben. Das wird mit dem an der Ecke Spechthausener/Prignitzer genauso passieren. Weggeworfenes Geld des Stadthaushalts.
Die Bewohner orientieren sich einkaufsmäßig nun zur Eisenspalterei oder gleich nach Westend, wo ein richtiger Supermarkt steht. Da wird der kommende Edeka Mühe haben, die Kunden nach der Vergraulung alle wieder einzusammeln. Aber, noch ist nicht aller Tage Abend. Die frisch erholten Lokaljournalisten werden sich ab August des Themas wieder annehmen ...
J.G. – 15. Juli 2026
Siehe auch:
Kontrollgang im »Heidewald«
Vom Saustall in den Schweinestall
Heidewald-Drama dauert an: Nichts genaues weiß man nicht
Brandbrief an den Bürgermeister
»Gesundheitsamt reagierte sofort«
»Müll im und am Heidewald«
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